BVB behält Guirassy: Ausstiegsklausel läuft aus

Nate Abloe
6 Minuten Lesezeit
Serhou Guirassy

Borussia Dortmund kann aufatmen: Die Ausstiegsklausel von Serhou Guirassy ist in der vergangenen Nacht ausgelaufen, ohne dass einer der berechtigten Topklubs zugeschlagen hat. Damit hat der BVB die Kontrolle über die Personalie des guineischen Stürmers zurückgewonnen – ganz im Gegensatz zur Situation bei Karim Adeyemi, der sich nach aktuellem Stand in Richtung FC Barcelona verabschieden wird.

Für die Dortmunder Verantwortlichen um Geschäftsführer Lars Ricken war der Ablauf der Frist ein kleiner, aber wichtiger Sieg im laufenden Transfersommer. Denn während bei Adeyemi die Weichen längst gestellt scheinen, hat der BVB bei seinem Toptorjäger nun wieder alle Optionen selbst in der Hand.

Die Ausstiegsklausel ist Geschichte – Was genau passiert ist

Um Mitternacht lief die vertraglich fixierte Ausstiegsklausel von Guirassy aus, die bei knapp unter 40 Millionen Euro angesetzt war. Das Besondere an dieser Klausel: Sie konnte ausschließlich von einer exklusiven Riege europäischer Schwergewichte gezogen werden – namentlich Real Madrid, FC Barcelona, Manchester City, FC Liverpool, FC Chelsea, Manchester United und FC Arsenal. Keiner dieser Klubs zeigte allerdings ernsthaftes Interesse an einer Verpflichtung des 30-Jährigen, sodass die Frist ohne größere Aufregung verstrich.

Anders sah die Interessenlage bei Fenerbahce Istanbul aus. Der türkische Traditionsverein soll dem Stürmer beste Bedingungen in Aussicht gestellt haben und würde ihm offenbar den roten Teppich ausrollen. Guirassy selbst hat einen Wechsel an den Bosporus jedoch bereits ausgeschlossen, was seine grundsätzliche Bindung an europäische Topligen unterstreicht.

Mit dem Ablauf der Klausel ist ein Transfer im Sommer aber keineswegs vom Tisch. Vielmehr ist die Ablöse für alle interessierten Klubs nun frei verhandelbar – ein Umstand, der Borussia Dortmund in eine deutlich komfortablere Verhandlungsposition versetzt, sollte tatsächlich ein Angebot eintreffen.

Guirassys Werdegang und seine Bedeutung für den BVB

Serhou Guirassy hat sich seit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund zu einem der zuverlässigsten Torjäger der Bundesliga entwickelt. Bereits in seiner Zeit beim VfB Stuttgart hatte der gebürtige Franzose mit guineischen Wurzeln eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er zu den treffsichersten Angreifern der Liga zählt. Diese Form konnte er nach seinem Wechsel an den Signal Iduna Park bestätigen und avancierte schnell zu einem Fixpunkt im Sturmzentrum des Vizemeisters.

Für den BVB, der in den vergangenen Jahren immer wieder um einen konstanten Torjäger rang, ist Guirassy weit mehr als nur ein Ergänzungsspieler. Seine Fähigkeit, auch in engen Situationen kaltschnäuzig abzuschließen, hat ihm nicht nur in Dortmund, sondern auch international Anerkennung eingebracht. Genau diese Qualitäten dürften die Topklubs auf den Plan gerufen haben, als seine Ausstiegsklausel öffentlich diskutiert wurde.

Dass ausgerechnet die vertraglich benannten Vereine – allesamt Institutionen mit enormer finanzieller Schlagkraft – letztlich passten, mag überraschen. Es zeigt aber auch, wie unterschiedlich die Kaderplanungen der europäischen Spitzenklubs in diesem Sommer verlaufen und wie sehr sportliche Prioritäten von Verein zu Verein variieren können.

Reaktionen und Implikationen für den BVB

Sportlich betrachtet ist der Verbleib von Guirassy für Borussia Dortmund zunächst eine gute Nachricht. Der Klub kann mit einem gesetzten Stürmer in die neue Saison planen und muss nicht kurzfristig auf dem Transfermarkt nach einem gleichwertigen Ersatz suchen. Gerade angesichts der sportlichen Ambitionen, die der BVB nach der abgelaufenen Saison formuliert hat, wäre ein überstürzter Verkauf des Torjägers ohne adäquate Alternative ein erhebliches Risiko gewesen.

Finanziell eröffnet die neue Situation dem Verein zudem deutlich mehr Spielraum. Statt an eine feste, vergleichsweise niedrige Ausstiegsklausel gebunden zu sein, kann Dortmund nun frei verhandeln, sollte tatsächlich noch ein Angebot eintreffen. Das könnte insbesondere bei einem möglichen Interesse aus England oder anderen finanzstarken Ligen eine deutlich höhere Ablösesumme bedeuten, als es die Klausel je hergegeben hätte.

Gleichzeitig bleibt die Personalie ein Politikum innerhalb der Kaderplanung. Sollte sich im Laufe des Sommers doch noch ein konkretes Angebot eines Interessenten ergeben, müsste der BVB abwägen, ob ein Verkauf angesichts der sportlichen Ziele überhaupt sinnvoll erscheint – oder ob man lieber auf Kontinuität im Angriff setzt, zumal mit Karim Adeyemi ohnehin bereits ein prominenter Abgang absehbar ist.

Ausblick: Wie geht es für Dortmund und Guirassy weiter?

Auch wenn die unmittelbare Gefahr eines Abgangs über die Ausstiegsklausel gebannt ist, hat sich Borussia Dortmund offenbar bereits für alle Eventualitäten gewappnet. Medienberichten zufolge liegt eine namhafte Shortlist potenzieller Nachfolgekandidaten in der Schublade der Verantwortlichen. Genannt werden dabei Nicolò Tresoldi vom FC Brügge, Fisnik Asllani von der TSG Hoffenheim sowie der ehemalige Nationalspieler Randal Kolo Muani von Paris Saint-Germain.

Diese Namen deuten darauf hin, dass der BVB unabhängig vom Ausgang der Guirassy-Personalie proaktiv an der Kaderplanung im Sturmzentrum arbeitet. Sollte sich im weiteren Verlauf des Transfersommers doch noch ein lukratives Angebot für den Guineer ergeben, wäre der Verein demnach nicht unvorbereitet und könnte zügig auf dem Markt agieren.

Für Guirassy selbst dürfte die Situation zunächst Klarheit schaffen: Ohne die drohende Ausstiegsklausel im Nacken kann er sich vollständig auf die Vorbereitung mit seinem Team konzentrieren. Ob sich dennoch ein Klub findet, der bereit ist, die nun frei verhandelbare Ablösesumme zu zahlen, bleibt abzuwarten. Fest steht: Borussia Dortmund sitzt in dieser Personalie wieder klar am längeren Hebel und kann die kommenden Wochen mit deutlich mehr Ruhe angehen als noch vor Ablauf der Klausel.

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