Der FC Bayern München bleibt offenbar auch nach den Sommer-Verpflichtungen von Ismael Saibari und Nathaniel Brown auf der Suche nach zusätzlicher Offensivqualität. Italienischen Medienberichten zufolge hat sich der deutsche Rekordmeister erneut mit einer konkreten Anfrage bei Atalanta Bergamo gemeldet – Ziel des Interesses ist der belgische Nationalspieler Charles De Ketelaere. Damit lebt eine Personalie wieder auf, die im Frühjahr bereits für Schlagzeilen gesorgt hatte, zuletzt aber deutlich ruhiger geworden war.
Bayerns neuer Vorstoß bei Atalanta
Wie die italienische Zeitung ‚Corriere della Sera‘ berichtet, hat der FC Bayern seine Bemühungen um Charles De Ketelaere wieder aufgenommen. Der Verein habe sich offiziell in den Kreis der Interessenten eingereiht und bei Atalanta Bergamo eine Anfrage hinterlegt. Damit reagieren die Münchner offenbar auf eine veränderte Ausgangslage bei den Bergamasken, die in diesem Sommer zwingend einen namhaften Spieler verkaufen müssen, um die eigene Kasse aufzufüllen.
Ursprünglich sollte diese Rolle Éderson übernehmen. Mit Manchester United war man sich über eine Ablösesumme von rund 50 Millionen Euro bereits einig, ehe der Transfer überraschend am Medizincheck scheiterte. Mittlerweile hat der brasilianische Mittelfeldspieler seinen Vertrag in Bergamo sogar verlängert, womit Atalanta nun eine alternative Einnahmequelle benötigt. Genau hier soll De Ketelaere ins Spiel kommen – auch für ihn wird eine Ablösesumme in der Region von 50 Millionen Euro gehandelt.
Ein bekannter Name mit wechselhafter Geschichte
Charles De Ketelaere ist in der Bundesliga längst kein Unbekannter mehr. Der Angreifer, der seine Karriere beim FC Brügge begann, wechselte 2022 für eine stattliche Ablöse zum AC Mailand, konnte dort jedoch nicht die gewünschte Konstanz zeigen. Erst der Wechsel zu Atalanta Bergamo im Januar 2024 brachte den erhofften Aufschwung: In Bergamo entwickelte sich der 25-Jährige zu einem der auffälligsten Offensivspieler der Serie A und überzeugte durch technische Finesse, Spielintelligenz und Vielseitigkeit.
Für die belgische Nationalmannschaft absolvierte De Ketelaere bislang 35 Länderspiele und gilt dort als fester Bestandteil der Offensivplanung. Seine Fähigkeit, sowohl als Mittelstürmer als auch im zentralen offensiven Mittelfeld zu agieren, macht ihn für viele Top-Klubs zu einer interessanten Option – auch wenn genau diese Flexibilität die Frage aufwirft, wo er beim FC Bayern konkret eingesetzt werden könnte.
Starke Konkurrenz aus England und Frankreich
Der FC Bayern ist bei Weitem nicht der einzige Verein, der ein Auge auf Charles De Ketelaere geworfen hat. Laut dem Bericht zeigen mehrere Klubs aus der Premier League ernsthaftes Interesse, zudem soll Paris Saint-Germain den Belgier intensiv beobachten. Besonders brisant: PSG-Trainer Luis Enrique soll ein ausgesprochener Anhänger von De Ketelaere sein und ihn als möglichen Ersatzkandidaten für Maghnes Akliouche von der AS Monaco betrachten, der beim französischen Meister allerdings weiterhin die erste Priorität genießt.
Diese breite internationale Konkurrenz dürfte den Preis für De Ketelaere zusätzlich in die Höhe treiben und die Verhandlungsposition Atalanta Bergamos stärken. Für den FC Bayern bedeutet dies, dass ein möglicher Transfer keineswegs eine reine Formsache wäre, sondern einen intensiven Wettbewerb um die Dienste des Belgiers erfordern würde – finanziell wie auch in der Überzeugungsarbeit gegenüber dem Spieler selbst.
Braucht Bayern überhaupt noch einen Offensivspieler?
Die eigentlich spannendere Frage lautet jedoch, ob der FC Bayern personell überhaupt noch Bedarf im offensiven Zentrum hat. Mit Ismael Saibari wurde erst kürzlich ein Spieler verpflichtet, der ein sehr ähnliches Profil wie De Ketelaere mitbringt – flexibel einsetzbar zwischen Mittelstürmer-Position und offensivem Mittelfeld. Hinzu kommt, dass der Kader in diesem Bereich bereits breit und qualitativ hochwertig aufgestellt ist, sodass ein weiterer namhafter Zugang zunächst nicht zwingend notwendig erscheint.
Interessant ist daher, dass das Interesse an De Ketelaere überhaupt wieder aufgeflammt ist. Bereits im Frühjahr, also vor der Verpflichtung von Saibari, war der Belgier ein intensives Thema in München gewesen. Berichten zufolge hatte er dem Verein damals sogar bereits zugesagt, bevor die anderen Transfers Priorität erhielten und die Personalie zunächst ruhte. Dass sich Bayern nun erneut meldet, könnte auf eine langfristige strategische Überlegung hindeuten – etwa im Hinblick auf mögliche Abgänge im eigenen Kader oder eine grundsätzliche Neuausrichtung im Angriff.
Ausblick: Wie geht es weiter?
Ob aus der erneuten Anfrage tatsächlich ein konkreter Transfer wird, bleibt derzeit offen. Atalanta Bergamo wird angesichts der finanziellen Notwendigkeit kaum Widerstand leisten, sofern ein Interessent die geforderte Summe von rund 50 Millionen Euro aufbringt. Für den FC Bayern würde dies jedoch eine erhebliche Investition in einer Position bedeuten, die bereits gut besetzt ist – ein Umstand, der die Wahrscheinlichkeit eines schnellen Abschlusses zumindest dämpfen dürfte.
Klar ist: Mit Premier-League-Klubs und Paris Saint-Germain als zusätzlichen Bewerbern könnte sich ein regelrechtes Wettbieten um Charles De Ketelaere entwickeln. Der FC Bayern wird abwägen müssen, ob sich ein solches finanzielles Engagement angesichts der aktuellen Kadersituation wirklich lohnt, oder ob die erneute Anfrage eher als vorsorgliche Marktbeobachtung zu verstehen ist. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, wie ernst es den Münchnern mit dem belgischen Nationalspieler tatsächlich ist.

