FC Bayern: Barcola als Olise-Ersatz für 150 Millionen

Nate Abloe
7 Minuten Lesezeit
Bradley Barcola

Beim FC Bayern München wächst die Sorge, dass Offensivstar Michael Olise die Säbener Straße noch in diesem Sommer in Richtung Real Madrid verlassen könnte. Für diesen Fall haben die Verantwortlichen bereits einen Plan B ins Auge gefasst: Bradley Barcola von Paris Saint-Germain. Der Haken an der Sache ist allerdings eine gewaltige Ablösesumme, die PSG für den 23-jährigen Flügelspieler aufruft.

Bayerns Plan B nimmt Formen an

Wie zuerst berichtet und nun auch von der ‚Bild‘ bestätigt, hat der FC Bayern bereits vor eineinhalb Wochen Kontakt zu Bradley Barcola aufgenommen. Der Grund ist offensichtlich: Sollte sich der Poker um Michael Olise im Laufe des Sommers tatsächlich zuspitzen und Real Madrid ernsthaft zuschlagen, wollen die Münchner nicht ohne Alternative dastehen. Barcola gilt seit seinem Wechsel von Olympique Lyon nach Paris als eines der spannendsten Offensivtalente Frankreichs und würde stilistisch gut ins Anforderungsprofil des FC Bayern passen – schnell, dribbelstark und torgefährlich aus dem Halbraum.

Die Ablöseforderung von Paris Saint-Germain ist jedoch happig: 150 Millionen Euro soll der französische Meister für seinen Flügelspieler aufrufen. Diese Summe würde selbst für Bayern-Verhältnisse einen Rekordtransfer bedeuten und die bisherigen Ausgaben des Klubs für einen Einzelspieler deutlich übertreffen. Neben dem FC Bayern sollen laut Medienberichten auch der FC Arsenal und der FC Liverpool ein konkretes Interesse an Barcola hegen, was die Verhandlungsposition von PSG zusätzlich stärkt.

Vom Shootingstar zum Ersatzmann in Paris

Noch vor zwei Jahren galt Bradley Barcola als einer der aufregendsten jungen Flügelspieler Europas. Bei PSG etablierte er sich schnell als wichtiger Bestandteil der Offensive und war maßgeblich am Erfolg der Pariser in der vergangenen Saison beteiligt. Inzwischen hat sich das Bild jedoch gewandelt: In der Hierarchie von Trainer Luis Enrique rangiert der französische Nationalspieler mittlerweile hinter Désiré Doué und Khvicha Kvaratskhelia, wenn es um die wichtigen Spiele geht. In dieser Saison steht Barcola bislang bei drei Toren und einer Vorlage – Zahlen, die seinem Potenzial nicht gerecht werden.

Diese sportliche Rolle als Ergänzungsspieler dürfte auch der Grund sein, warum sich Barcola bislang weigert, seinen bis 2028 laufenden Vertrag bei PSG zu verlängern. Die Gespräche zwischen dem Spieler und dem Klub liegen aktuell auf Eis. Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt: Mit einem Jahresgehalt von rund sieben Millionen Euro brutto verdient Barcola vergleichsweise wenig für einen Spieler seines Kalibers. Bei einem Wechsel zum FC Bayern, so berichtet die ‚Bild‘, könnte er dieses Gehalt locker verdoppeln – ein Argument, das bei einem Spieler in seiner aktuellen Situation durchaus verfangen dürfte.

Kalkül statt Eile: Warum Bayern abwartet

Trotz des bereits aufgenommenen Kontakts zu Barcola signalisiert der FC Bayern in der aktuellen Gemengelage keine überstürzte Eile. Klar ist: Sollte Michael Olise in diesem Sommer nicht zu Real Madrid wechseln, wird sich der Rekordmeister auch im Fall Barcola zurückhalten. Ein Transfer für 150 Millionen Euro wäre schließlich nur dann überhaupt denkbar, wenn tatsächlich eine derart große Lücke in der Offensive entsteht – und selbst dann müsste die Ablösesumme wohl noch deutlich verhandelt werden.

Interessant ist zudem eine zeitliche Perspektive, die in München offenbar mitgedacht wird: Im Sommer 2027 würde Barcolas Vertrag bei PSG nur noch ein Jahr laufen, was seinen Marktwert und damit auch die Ablöseforderung erheblich senken dürfte. Ein Wechsel zu einem deutlich reduzierten Preis in zwei Jahren erscheint aus Bayern-Sicht daher als durchaus realistisches Szenario, sollte der aktuelle Poker um Olise glimpflich für den Klub ausgehen.

Olises Zukunft: Champions-League-Träume und ein lukratives Angebot

Im Zentrum der gesamten Personalplanung steht weiterhin Michael Olise selbst. Der französische Nationalspieler, dessen Vertrag beim FC Bayern noch bis 2029 datiert ist, gilt als absoluter Leistungsträger und Publikumsliebling in München. Um ihn zu halten, sind die Verantwortlichen offenbar bereit, seine Gehaltsforderungen massiv zu erfüllen: Von aktuell 14 Millionen Euro soll das Jahresgehalt auf 25 Millionen Euro steigen – eine Erhöhung, die die enorme Wertschätzung für den Linksfuß unterstreicht.

Dennoch scheint für Olise nicht allein das Geld entscheidend zu sein. Der Offensivspieler will zeitnah das direkte Gespräch mit der Vereinsführung suchen, wobei ihm vor allem die sportliche Perspektive wichtig ist: Die Chance auf den Champions-League-Titel und ein entsprechend schlagkräftiger Kader stehen für ihn im Vordergrund. Aktuell, so scheint es, sieht Olise diese Perspektive eher bei Real Madrid verwirklicht als in München – ein Umstand, der dem FC Bayern in den kommenden Wochen einiges an Überzeugungsarbeit abverlangen dürfte.

Ausblick: Ein Sommer voller Spannung

Für den FC Bayern entwickelt sich der Sommer zu einem echten Nervenkrimi. Einerseits muss der Klub alles daransetzen, seinen Leistungsträger Olise von einer Zukunft in München zu überzeugen – sportlich wie finanziell. Andererseits zeigt die frühzeitige Kontaktaufnahme zu Bradley Barcola, dass man sich in der Chefetage auch mit dem Szenario eines Abgangs intensiv auseinandersetzt und vorbereitet sein will, sollte Real Madrid seine Zurückhaltung doch noch aufgeben.

Ob es am Ende tatsächlich zu einem Rekordtransfer in Höhe von 150 Millionen Euro für Barcola kommt, bleibt angesichts der aktuellen Gemengelage fraglich. Realistischer erscheint, dass sich die Situation erst gegen Ende der Transferperiode klärt – abhängig davon, wie sich der Poker um Olise entwickelt. Fest steht: Sowohl Real Madrid als auch der FC Bayern beobachten die Personalie Barcola aufmerksam, und auch Paris Saint-Germain dürfte ein gesteigertes Interesse daran haben, seinen Flügelspieler entweder zu einem lukrativen Preis abzugeben oder zu einer Vertragsverlängerung zu bewegen.

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