Borussia Dortmund hat seine Sommerplanung offenbar klar priorisiert: Die Verpflichtung von Said El Mala vom 1. FC Köln genießt beim BVB oberste Dringlichkeit – und das könnte Auswirkungen auf eine andere prominente Personalie haben. Ein mögliches Comeback von Jadon Sancho an der Strobelallee rückt nach aktuellen Informationen zunehmend in weite Ferne.
Kessler bleibt hart – BVB tastet sich an Ablösesumme heran
Beim 1. FC Köln stößt Borussia Dortmund mit seinen bisherigen Offerten für El Mala auf wenig Gegenliebe. Sportgeschäftsführer Thomas Kessler zeigt sich in den Verhandlungen unnachgiebig und lässt sich von Angeboten mit gestaffelten Bonuszahlungen nicht beeindrucken. Erst eine Fixsumme in Richtung 50 Millionen Euro dürfte die Kölner Verantwortlichen tatsächlich zum Umdenken bewegen – diese Marke gilt seit Wochen als informeller Richtwert für einen möglichen Transfer.
Aus Dortmunder Sicht ist die schrittweise Annäherung an diese Schmerzgrenze durchaus nachvollziehbar. Klubs versuchen in solchen Situationen häufig, durch clever konstruierte Vertragskonstrukte den Kaufpreis zu drücken, ohne den eigentlichen Wunschspieler zu verlieren. Beim FC ist man sich jedoch offenbar des Marktwerts seines Ausnahmetalents bewusst und will nicht vorschnell klein beigeben. Für einen Bundesliga-Aufsteiger wie Köln wäre eine Ablösesumme in dieser Höhe ein historischer Transfererlös, der die Kaderplanung für Jahre beeinflussen könnte.
El Mala als Unterschiedsspieler mit Nachholbedarf
Dass der BVB derart intensiv um den 19-Jährigen wirbt, kommt nicht von ungefähr. El Mala gilt als einer der spannendsten Offensivspieler der laufenden Bundesliga-Saison und wird an der Strobelallee als potenzieller Unterschiedsspieler eingestuft. Seine Geschwindigkeit auf dem rechten Flügel und sein präziser rechter Fuß machen ihn für viele Top-Klubs interessant, auch international dürfte das Interesse an dem Rechtsaußen nicht ausbleiben, sollte sich der Poker mit Köln in die Länge ziehen.
Gleichzeitig ist man sich bei Borussia Dortmund bewusst, dass El Mala im Spiel gegen den Ball noch deutlichen Nachholbedarf hat. Diese Schwäche wird intern jedoch nicht überbewertet, schließlich durchlief der junge Angreifer keine klassische Ausbildung in einem Bundesliga-Leistungszentrum. Seine fußballerische Sozialisation unterscheidet sich damit von vielen Gleichaltrigen, die von klein auf in professionellen Nachwuchsakademien geschult wurden. Der BVB traut sich offenbar zu, diese taktischen Defizite mit gezielter Entwicklungsarbeit auszugleichen und das enorme Offensivpotenzial freizulegen.
Für Dortmund wäre El Mala nicht nur eine Verstärkung für die kommende Spielzeit, sondern auch eine Investition in die Zukunft. Der BVB hat in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass er junge, unfertige Talente erfolgreich weiterentwickeln kann – man denke nur an Namen wie Jude Bellingham oder eben auch Jadon Sancho selbst, der einst als Rohdiamant aus England kam und sich beim BVB zum Weltklassespieler mauserte.
Sancho-Comeback wird unwahrscheinlicher
Genau dieser Vergleich macht die aktuelle Entwicklung rund um Sancho umso bemerkenswerter. Ein Wiedersehen zwischen dem Flügelspieler und seinem ehemaligen Verein war laut Berichten der ‚Ruhr Nachrichten‘ ohnehin nie konkret geplant, doch die Wahrscheinlichkeit für eine Rückkehr sinkt weiter. An der Strobelallee hat man offenbar nicht mehr den Eindruck, dass der 26-Jährige noch einmal an seine besten Zeiten im schwarz-gelben Trikot anknüpfen kann.
Sanchos erste Dortmunder Phase zwischen 2017 und 2021 gehört zweifellos zu den prägendsten Kapiteln seiner Karriere. Mit spektakulären Dribblings und einer beeindruckenden Scorerbilanz avancierte er damals zu einem der gefragtesten Offensivspieler Europas, ehe ihn Manchester United für eine Rekordablöse verpflichtete. In England konnte der Engländer diese Form jedoch nie konstant bestätigen, seine Zeit auf der Insel war von Formschwankungen, Verletzungen und zeitweiligen Differenzen mit Trainern geprägt.
Trotz der aktuellen Zurückhaltung will man beim BVB die Personalie Sancho aber nicht vollständig ad acta legen. Der Flügelspieler ist mittlerweile ablösefrei auf dem Markt, was seine Verpflichtung finanziell deutlich attraktiver macht als noch vor wenigen Jahren. Sollte er zudem bereit sein, auf einen größeren Teil seines in England gezahlten Gehalts zu verzichten, könnte er trotz aller sportlichen Fragezeichen fast zum Schnäppchen werden.
Ausblick – Wie geht es weiter?
Für den weiteren Sommer zeichnet sich damit ein klarer Fahrplan ab: Borussia Dortmund wird seine Verhandlungsbemühungen um El Mala intensivieren und dabei versuchen, sich Schritt für Schritt an die Preisvorstellungen des 1. FC Köln anzunähern. Ob die Kölner am Ende tatsächlich auf eine Fixsumme nahe 50 Millionen Euro bestehen oder sich doch auf ein Modell mit Bonuszahlungen einlassen, dürfte die kommenden Wochen maßgeblich prägen.
Parallel dazu bleibt die Personalie Sancho ein Randthema, das jedoch nicht gänzlich verschwindet. Da der Engländer noch bis Ende Januar vereinsfrei unterschreiben könnte, besteht theoretisch kein akuter Zeitdruck für eine Entscheidung. Es ist daher nicht auszuschließen, dass sich der Dribbler bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber noch etwas gedulden muss, ehe sich sein weiterer Karriereweg klärt.
Für Dortmund-Fans dürfte klar sein, wohin die Reise in diesem Sommer geht: Der Fokus liegt eindeutig auf der Verpflichtung von Said El Mala als langfristigem Baustein für die Offensive. Sollte dieser Transfer gelingen, wäre er nicht nur sportlich, sondern auch als Statement gegenüber der Konkurrenz um die Top-Talente der Bundesliga von großer Bedeutung.

