Die Zukunft von Leon Goretzka bleibt weiterhin ungeklärt. Wochen nach dem Ende seiner Ära beim FC Bayern München sucht der Nationalspieler noch immer einen neuen Arbeitgeber – und offenbar liegt sein Herz beim FC Barcelona. Trainer Hansi Flick soll dabei eine zentrale Rolle spielen, doch die Verantwortlichen in Katalonien zeigen sich bislang zurückhaltend.
Vereinslos und auf Vereinssuche
Nach acht Jahren im Trikot des FC Bayern endete die Zeit von Leon Goretzka in München mit dem Auslaufen seines Vertrags. Seit Anfang des Monats ist der 31-Jährige damit offiziell ohne Klub – ein ungewöhnlicher Zustand für einen Spieler seines Kalibers, der über Jahre hinweg zu den prägenden Figuren im deutschen Mittelfeld zählte. Eine endgültige Entscheidung über seine sportliche Zukunft steht weiterhin aus.
Dabei mangelt es Goretzka keineswegs an Interessenten. Medienberichten zufolge führt derzeit die heißeste Spur zu Juventus Turin, doch auch der AC Mailand, Atlético Madrid, der FC Arsenal und die SSC Neapel sollen sich mit dem gebürtigen Bochumer beschäftigen. Die Auswahl an Top-Klubs unterstreicht, dass Goretzka trotz seines Alters und der zuletzt durchwachsenen Bayern-Jahre nach wie vor als attraktive Verpflichtung gilt.
Vom Bayern-Stammspieler zum Vereinslosen
Goretzkas Karriere in München war lange von sportlichem Erfolg geprägt. Der Mittelfeldspieler gewann mit dem FC Bayern zahlreiche Titel, darunter mehrere Meisterschaften und den Champions-League-Triumph 2020. Auch im DFB-Team etablierte er sich über Jahre als feste Größe im zentralen Mittelfeld, bekannt für seine Box-to-Box-Qualitäten, seine Physis und seine Zweikampfstärke.
In den vergangenen Spielzeiten geriet Goretzka jedoch zunehmend in den Schatten anderer Mittelfeldakteure und verlor phasenweise seinen Stammplatz. Verletzungen und eine wachsende Konkurrenz im Bayern-Kader trugen dazu bei, dass eine Vertragsverlängerung letztlich ausblieb. Für einen Spieler, der einst als einer der talentiertesten deutschen Mittelfeldspieler seiner Generation galt, ist die aktuelle Situation als Vereinsloser dennoch eine ungewohnte Zäsur.
Barcelona als Wunschziel – Deco bremst
Besonders brisant ist die Verbindung zum FC Barcelona. Wie der italienische Journalist Matteo Moretto im Podcast „La Pizarra de Quintana“ berichtete, wurde Goretzka erneut über seine Berater bei den Katalanen angeboten. Hintergrund der Idee: Barcelonas Mittelfeldspieler Frenkie de Jong laboriert an einem Innenbandriss, wodurch sich aus Sicht des Goretzka-Lagers eine mögliche Lücke im Kader auftut, die der Deutsche schließen könnte.
Sportdirektor Deco soll das Angebot jedoch – wie schon in der Vergangenheit – abgelehnt haben. Bereits in den vergangenen Wochen war Goretzka mehrfach als mögliche Verstärkung für Barça ins Gespräch gebracht worden, ohne dass sich die Gerüchte bislang konkretisiert hätten. Die wiederholte Zurückhaltung der Vereinsführung deutet darauf hin, dass man in Barcelona trotz der sportlichen Reize des Transfers Bedenken hat, sei es aus finanzieller oder kaderplanerischer Sicht.
Eine besondere Facette der Personalie ist die persönliche Verbindung zwischen Goretzka und seinem ehemaligen Bayern-Trainer Hansi Flick, der inzwischen auf der Barcelona-Bank sitzt. Bereits im Dezember vergangenen Jahres soll sich Goretzka per SMS bei Flick gemeldet haben, um sein Interesse an einem gemeinsamen Kapitel in Katalonien zu bekunden. Die sportliche Vertrautheit aus gemeinsamen Bayern-Jahren könnte für Goretzka ein zusätzlicher Anreiz sein, ausgerechnet zu Barça wechseln zu wollen.
Hohe Forderungen als Stolperstein
Neben sportlichen Überlegungen spielen offenbar auch finanzielle Aspekte eine entscheidende Rolle. Berichten zufolge fordert die Spielerseite ein Jahresgehalt von rund sieben Millionen Euro netto sowie ein Handgeld in Höhe von etwa zehn Millionen Euro. Für einen Klub wie den FC Barcelona, der in den vergangenen Jahren wiederholt mit finanziellen Restriktionen und der Einhaltung der Financial-Fair-Play-Regularien der LaLiga zu kämpfen hatte, dürften solche Forderungen ein nicht unerhebliches Hindernis darstellen.
Gerade weil Goretzka als vereinsloser Spieler ablösefrei zu haben wäre, hatten viele Beobachter erwartet, dass sich Klubs um seine Dienste reißen würden. Die hohen Gehaltsvorstellungen relativieren diesen vermeintlichen Vorteil jedoch deutlich und könnten erklären, warum sich bislang kein Verein final positioniert hat – trotz der prominenten Interessentenliste.
Wie geht es weiter?
Für Leon Goretzka wird die Zeit langsam knapp. Ohne Verein und damit ohne Wettkampfpraxis droht dem 31-Jährigen ein Rückstand in der Vorbereitung auf die neue Saison, was sowohl seine sportliche Form als auch seine Verhandlungsposition schwächen könnte. Sollte sich in den kommenden Wochen keine Einigung mit Barcelona abzeichnen, dürften die Alternativen aus Turin, Mailand, Madrid, London oder Neapel wieder stärker in den Fokus rücken.
Insbesondere Juventus Turin gilt weiterhin als ernsthafter Kandidat, sollte der Wechsel zu Barça endgültig scheitern. Auch für den deutschen Fußball ist die Personalie nicht unbedeutend: Ein neuer Verein mit regelmäßiger Einsatzzeit wäre für Goretzka essenziell, um im Gefüge der Nationalmannschaft eine Rolle zu spielen. Die kommenden Wochen dürften daher entscheidend sein – sowohl für die berufliche Zukunft des Mittelfeldspielers als auch für seine sportliche Perspektive auf internationaler Bühne.

