Bestätigt: Bayern-Vorstoß bei Givairo Read

Nate Abloe
6 Minuten Lesezeit
Givairo Read

Der FC Bayern München stand offenbar deutlich näher an einer Verpflichtung von Givairo Read, als bislang bekannt war. Der ehemalige Feyenoord-Sportdirektor Dennis te Kloese bestätigte gegenüber der niederländischen Zeitung ‚Telegraaf‘, dass der deutsche Rekordmeister bereits vor über einem Jahr konkrete Gespräche über einen Transfer des Rechtsverteidigers geführt hatte. Am Ende scheiterte der Wechsel jedoch nicht an Verhandlungsdetails, sondern an einer bitteren Verletzungsserie des damals 19-Jährigen.

Nun hat sich das Blatt gewendet: Statt der Bayern buhlt aktuell Nottingham Forest intensiv um den niederländischen Nationalspieler, der bei Feyenoord Rotterdam zu einem der gefragtesten Abwehrtalente Europas gereift ist.

Der geplatzte Bayern-Deal um Givairo Read

Wie te Kloese in seinem Interview offenlegte, gehörte der FC Bayern zu den treibenden Kräften im Werben um Read, bevor die Winterpause der vergangenen Saison begann. „Vor der Winterpause im letzten Jahr habe ich aktiv an einem Wechsel von Read zum FC Bayern München gearbeitet“, erklärte der frühere Feyenoord-Funktionär. Die Verhandlungen hätten sich zu diesem Zeitpunkt bereits in einer fortgeschrittenen Phase befunden, mehrere Klubs seien mit Angeboten um die 25-Millionen-Euro-Marke in den Poker eingestiegen.

Dass ausgerechnet der FC Bayern in dieser Preisklasse mitbot, unterstreicht, wie hoch die Münchner Verantwortlichen das Potenzial des Rechtsverteidigers zu jener Zeit einschätzten. Read galt intern offenbar als langfristige Lösung für die rechte Abwehrseite, eine Position, die der Klub seit Jahren immer wieder neu zu besetzen versucht.

Doch der Transfer scheiterte letztlich nicht am Geld, sondern an der Gesundheit des Spielers. „Doch dann zog sich Givairo zwei Verletzungen zu. Das hat dem Deal letztendlich ein Ende gesetzt“, so te Kloese weiter. Die gesundheitlichen Rückschläge kosteten Read nicht nur wertvolle Einsatzzeit, sondern offenbar auch das Vertrauen der Bayern-Verantwortlichen in einen zeitnahen Wechsel.

Vom Bayern-Kandidaten zum Objekt der Begierde in England

Seit dem geplatzten Deal hat sich viel getan. Givairo Read hat sich bei Feyenoord Rotterdam zurückgekämpft und seine Form konstant gehalten, wodurch das Interesse europäischer Topklubs erneut aufgeflammt ist. Anders als noch vor einem Jahr scheint der FC Bayern inzwischen jedoch nicht mehr zu den treibenden Kräften zu gehören. Die Prioritäten auf der Rechtsverteidiger-Position dürften sich in München mittlerweile verschoben haben, zumal der Kader in dieser Mannschaftsposition zuletzt anders aufgestellt wurde.

Stattdessen ist es nun Nottingham Forest, das die Verhandlungen mit Feyenoord vorantreibt. Die Tricky Trees gelten in der laufenden Transferperiode als besonders aktiv auf dem Kontinent und haben in der Vergangenheit bereits mehrfach gezeigt, dass sie bereit sind, für vielversprechende Talente tief in die Tasche zu greifen. Berichten zufolge soll die aktuelle Offerte des englischen Premier-League-Klubs bei rund 20 Millionen Euro liegen – ein Betrag, der zwar unter der einstigen Bayern-Verhandlungsbasis liegt, für Feyenoord aber dennoch eine attraktive Ablösesumme darstellen würde.

Besonders bemerkenswert: Read selbst soll dem Vernehmen nach bereits signalisiert haben, offen für einen Wechsel auf die Insel zu sein. Sollte sich diese Personalie in den kommenden Wochen konkretisieren, würde dies bedeuten, dass der Rechtsverteidiger seinen nächsten Karriereschritt fernab der Bundesliga machen würde.

Was der geplatzte Transfer für den FC Bayern bedeutet

Für den FC Bayern wirft die Enthüllung von te Kloese ein interessantes Licht auf die Transferstrategie der vergangenen Monate. Dass die Münchner offenbar bereit waren, rund 25 Millionen Euro für einen damals 19-jährigen Rechtsverteidiger zu investieren, zeigt, wie ernst man das Talent aus Rotterdam nahm. Verletzungen können jedoch schnell über Wohl und Wehe eines Transfers entscheiden – ein Umstand, der im Profifußball keineswegs ungewöhnlich ist, aber selten so detailliert öffentlich gemacht wird wie in diesem Fall.

Sportlich betrachtet dürfte der FC Bayern die Personalie inzwischen abgehakt haben. Die Konkurrenzsituation auf der rechten Abwehrseite hat sich seither verändert, und ein erneuter Vorstoß erscheint aus heutiger Sicht unwahrscheinlich. Dennoch bleibt die Episode ein Beispiel dafür, wie eng gescheiterte Transfers und spätere Karrierewege miteinander verknüpft sein können – hätte sich Read damals nicht verletzt, würde er heute womöglich bereits das Bayern-Trikot tragen.

Für Feyenoord Rotterdam wiederum ist die Situation finanziell durchaus komfortabel: Sollte der Wechsel zu Nottingham Forest zustande kommen, könnte der Eredivisie-Klub erneut eine ansehnliche Ablösesumme für einen selbst ausgebildeten Spieler generieren – ein Modell, das für den niederländischen Traditionsverein längst zur festen Einnahmequelle geworden ist.

Ausblick: Wechselt Read tatsächlich nach England?

Ob der Transfer von Givairo Read zu Nottingham Forest tatsächlich vollzogen wird, bleibt vorerst offen. Zwar deuten die aktuellen Berichte auf fortgeschrittene Verhandlungen hin, doch wie das Beispiel FC Bayern gezeigt hat, können sich Transfers im Profifußball innerhalb kurzer Zeit zerschlagen. Sollte Read seine Zustimmung tatsächlich bereits gegeben haben, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen, ob sich Feyenoord und Nottingham Forest auch auf die finanziellen Details einigen können.

Für Beobachter der Bundesliga bleibt die Personalie vor allem als aufschlussreiches Beispiel für die Arbeitsweise des FC Bayern im internationalen Scouting interessant. Die Münchner Transferabteilung beobachtet europäische Talente offenbar schon frühzeitig und intensiv – auch wenn nicht jeder Vorstoß am Ende zum Erfolg führt. Sollte sich Givairo Read künftig in der Premier League etablieren, dürfte die Episode um den geplatzten Bayern-Wechsel in München noch länger als sportliches Beispiel dafür dienen, wie schmal der Grat zwischen Transfererfolg und -misserfolg im modernen Fußball tatsächlich ist.

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