Passen Florian Wirtz und Jamal Musiala gemeinsam in Jürgen Klopps System? Lothar Matthäus hat daran Zweifel. Seiner Einschätzung nach kann in der Startelf nur einer der beiden stehen, weil Joshua Kimmich als einziger Absicherer im Zentrum gilt. Gegen Topteams sei das Duo zu offensiv. Der andere Star würde demnach auf der Bank landen.
Was Matthäus anführt
Im Kern geht es um Balance. Matthäus argumentiert, dass in Klopps System die Absicherung im Zentrum an Kimmich hängt. Stehen vor ihm mit Wirtz und Musiala zwei Spieler, die vor allem offensiv denken, könnte die Mannschaft gegen starke Gegner zu offen auftreten. Daraus leitet er ab, dass einer der beiden weichen müsste.
Matthäus bezweifelt außerdem, dass beide bei der EM 2028 zusammen auf dem Platz stehen. Er würde sich nach eigener Aussage über eine Lösung mit „Musiala UND Wirtz“ freuen. Nach vier Spielen glaubt er aber nicht daran.
Der Start unter Klopp
Hintergrund ist der Beginn der Amtszeit des Bundestrainers. Klopp ist mit nur einem Sieg aus vier Nations-League-Spielen gestartet und kam dabei auf fünf Punkte. Zu den Ergebnissen zählen ein 1:1 gegen die Niederlande und ein 2:0 gegen Serbien. Für einen neuen Bundestrainer ist das kein Traumstart. In solchen Phasen werden schnell Grundsatzfragen gestellt, und die nach der besten Offensivbesetzung gehört dazu.
Die Diskussion beruht dabei eher auf einer Systemüberlegung als auf Erfahrungen aus gemeinsamen Spielen. Ob Wirtz und Musiala unter Klopp tatsächlich zusammen auf dem Platz funktionieren, lässt sich aus den bisherigen Partien kaum ablesen.
Wirtz im Fokus
Laut sport.de wird Wirtz inzwischen kritischer gesehen. Mehr als diese Einschätzung geht aus der Berichterstattung dazu nicht hervor. Sie zeigt aber, dass die Frage nach der Besetzung der Offensive im Umfeld der Nationalmannschaft genau beobachtet wird.
Wichtig ist die Unterscheidung: Matthäus äußert eine Meinung. Klopp hat nach bisherigem Stand keine Entscheidung verkündet und keine Rangfolge festgelegt. Wer daraus eine feste Hierarchie zwischen Wirtz und Musiala ableitet, überzieht die Faktenlage.
Das Kimmich-Problem
Hängt die Absicherung eines Systems an einem einzigen Spieler, wird jede Entscheidung im Offensivbereich auch zu einer Entscheidung über die Stabilität dahinter. Genau darauf zielt Matthäus. Gegen Topteams mit Tempo und viel Ballbesitz würden Lücken im Zentrum eher auffallen als gegen schwächere Gegner. Das ist eine Überlegung, kein Befund aus konkreten Spielen.
- Für beide zusammen: Zwei der kreativsten Offensivspieler des deutschen Fußballs gegeneinander auszuspielen, wirkt wie eine Verschwendung von Qualität.
- Dagegen: Mit Kimmich als einzigem Absicherer droht gegen Topteams ein zu offenes Zentrum.
- Offen: Ob Klopp die Absicherung durch einen weiteren Spieler verstärkt, ist bisher nicht bekannt.
Was als Nächstes kommt
Antworten dürfte der November-Kader liefern. Dann zeigt sich, ob Klopp beide gemeinsam nominiert und aufstellt. Das wäre der erste echte Hinweis darauf, ob Matthäus‘ These trägt oder ob der Bundestrainer eine Lösung findet, die beide Stars unterbringt. Bis zur EM 2028 bleibt zudem noch Zeit, in der sich Form, Verletzungslage und Kaderstruktur mehrfach verändern können.
Einordnung
Die Entweder-oder-Logik wirkt womöglich zu einfach. Die Frage lautet vielleicht weniger, ob Wirtz oder Musiala spielt, sondern wer neben Kimmich für Absicherung sorgt. Denkbar ist, dass Klopp die beiden gegen schwächere Gegner gemeinsam bringt und gegen Topteams flexibel bleibt. Das ist eine Einschätzung der Redaktion, keine Information aus dem Umfeld des Teams. Nach nur vier Spielen ist es zu früh für ein Urteil.
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Quelle: fussballnationalmannschaft.net





