Bayerns Streichliste: Diese sechs Profis müssen gehen

Nate Abloe
5 Minuten Lesezeit
Sacha Boey

Der FC Bayern München hat in diesem Sommer bereits über 100 Millionen Euro in neue Spieler investiert – nun soll der Kader auf der anderen Seite verschlankt werden. Gleich sechs Profis stehen auf der internen Verkaufsliste, darunter bekannte Namen wie Sacha Boey und João Palhinha. Die Münchner Verantwortlichen wollen mit den Einnahmen weitere Transfers finanzieren und Platz im Kader schaffen.

Die prominentesten Verkaufskandidaten

Ganz oben auf der Liste steht weiterhin Sacha Boey. Der Rechtsverteidiger war im vergangenen Winter auf Leihbasis zu seinem früheren Verein Galatasaray zurückgekehrt, kam dort aber ebenfalls nur sporadisch zum Einsatz. In 17 Pflichtspielen konnte er sich nicht nachhaltig empfehlen, weshalb der türkische Klub auf die Kaufoption über 15 Millionen Euro verzichtete. Konkrete neue Interessenten sind derzeit nicht bekannt, dennoch gilt ein Abschied als wahrscheinlich.

Bei João Palhinha sieht die Ausgangslage etwas anders aus. Zwar zog auch Tottenham Hotspur die vereinbarte Kaufoption über 30 Millionen Euro nicht, doch der Portugiese konnte sich in London wieder in Szene setzen und einen Markt für sich erschließen. Zuletzt verdichteten sich die Gerüchte um einen Wechsel zu Aston Villa, auch Benfica Lissabon soll Interesse zeigen. Da Palhinha an der Säbener Straße kaum Perspektive besitzt, stehen die Bayern einem Transfer offenbar nicht im Weg.

Auch Bryan Zaragoza dürfte den Verein verlassen. Der Spanier wurde in den vergangenen zweieinhalb Jahren bereits dreimal verliehen, ohne sich langfristig durchzusetzen. Zuletzt wurden der FC Sevilla und Deportivo Alavés als mögliche Abnehmer gehandelt. Ob es erneut nur zu einer Leihe oder endlich zu einem festen Verkauf kommt, ist offen – aus Münchner Sicht wäre eine dauerhafte Lösung nach der bisherigen Leih-Odyssee wohl die bevorzugte Variante.

Weitere Kandidaten für einen Abschied

Hiroki Ito könnte den Bayern ebenfalls noch Geld einbringen. Der Japaner wurde seit seinem Wechsel immer wieder von Verletzungen ausgebremst und konnte sich bislang nicht als feste Größe etablieren. Mit der Verpflichtung des jungen Nathaniel Brown dürfte sich seine Situation als linker Verteidiger beziehungsweise Innenverteidiger zusätzlich verschärft haben. Bei einem passenden Angebot dürften die Münchner einem Abgang zustimmen.

Etwas komplizierter gestaltet sich der Fall Min-jae Kim. Lange galt der Südkoreaner als aussichtsreicher Verkaufskandidat, ehe er im Saisonendspurt mit starken Leistungen überzeugte. Berichten von ‚Sky‘ zufolge sollen die Bayern-Bosse ihre Meinung geändert haben und nun auch über die kommende Saison hinaus mit dem Innenverteidiger planen. Ob ein wirklich attraktives Angebot dennoch zu einem Umdenken führen könnte, bleibt abzuwarten.

Am wenigsten Bewegung gibt es aktuell bei Armindo Sieb. Der Vertrag des Angreifers läuft zwar noch bis 2027, eine Verlängerung gilt jedoch praktisch als ausgeschlossen. Während seiner Leihe zum FSV Mainz 05 kam Sieb überwiegend als Joker zum Einsatz und konnte keine nachhaltigen Argumente für einen Verbleib liefern. Konkrete Interessenten sind bislang nicht bekannt, dennoch dürfte auch bei ihm der Abschied nur eine Frage der Zeit sein.

Hintergrund: Warum die Bayern jetzt handeln müssen

Der Umbruch im Kader kommt nicht überraschend. Nach einem Sommer mit Millioneninvestitionen in neue Spieler steht der FC Bayern unter Druck, den Kader wirtschaftlich und sportlich in Balance zu halten. Mit jedem weiteren Neuzugang wächst der Bedarf, Planstellen und Gehälter im Profikader zu reduzieren. Spieler ohne klare Perspektive belasten dabei nicht nur den finanziellen Spielraum, sondern auch die Kaderplanung für die kommende Saison.

Besonders auffällig ist, dass mehrere der genannten Profis bereits in der Vergangenheit verliehen wurden, ohne sich langfristig durchzusetzen. Diese Entwicklung zeigt, wie schwer es selbst talentierten Spielern fällt, sich im hochkarätig besetzten Kader des deutschen Rekordmeisters zu behaupten. Die sportliche Leitung um Trainer und Sportvorstand muss daher frühzeitig Entscheidungen treffen, um unnötige Reibungsverluste zu vermeiden.

Ausblick: Wie geht es weiter?

In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, welche der genannten Transfers tatsächlich zustande kommen. Bei João Palhinha und Bryan Zaragoza scheinen die Weichen bereits in Richtung Abschied gestellt zu sein, während bei Min-jae Kim offenbar noch nicht das letzte Wort gesprochen ist. Sacha Boey und Hiroki Ito könnten aufgrund fehlender konkreter Angebote zunächst noch im Kader verbleiben, ehe sich im Laufe des Transfersommers neue Optionen ergeben.

Für den FC Bayern steht viel auf dem Spiel: Gelingt es, die genannten Profis gewinnbringend zu verkaufen, verschafft sich der Klub zusätzlichen finanziellen Spielraum für weitere Verstärkungen. Bleiben die erhofften Transfererlöse jedoch aus, könnte dies die Kaderplanung erschweren und den ohnehin schon breiten Kader zusätzlich belasten. Fest steht: Der Sommer an der Säbener Straße bleibt bis zum Ende der Transferperiode spannend.

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