BVB: Nmecha und Sabitzer im Visier von Newcastle & Bologna

Nate Abloe
6 Minuten Lesezeit
felix nmecha

Borussia Dortmund droht im laufenden Transfersommer gleich doppelter Ärger im zentralen Mittelfeld. Sowohl Felix Nmecha als auch Marcel Sabitzer wecken Begehrlichkeiten im Ausland – Newcastle United und der FC Bologna sollen konkretes Interesse an den beiden BVB-Profis hegen. Für den Verein aus dem Ruhrgebiet könnte sich damit eine kniffelige Personalsituation entwickeln.

Konkrete Gerüchte um zwei Schlüsselspieler

Am Montag machte die Meldung die Runde, dass der FC Bologna ein Auge auf Marcel Sabitzer geworfen hat. Die ‚Bild‘ bestätigte entsprechende Informationen, stellte aber gleichzeitig klar, dass ein Wechsel in die Serie A für den 32-jährigen Österreicher aktuell kein realistisches Szenario darstellt. Sabitzer soll einen Abschied vom BVB nur dann in Betracht ziehen, wenn ihm ein Angebot von einem Champions-League-Teilnehmer oder einem finanzstarken Klub aus Saudi-Arabien vorliegt. Ein Wechsel zu einem Klub ohne internationale Ambitionen kommt für den erfahrenen Mittelfeldspieler demnach nicht infrage.

Brisant ist die Personalie vor allem deshalb, weil Sabitzers Vertrag im kommenden Sommer ausläuft. Damit ist das aktuelle Transferfenster für die Dortmunder Vereinsführung die letzte realistische Möglichkeit, überhaupt noch eine nennenswerte Ablösesumme für den Routinier zu erzielen. Sollte sich in den kommenden Wochen kein passendes Angebot ergeben, müsste der BVB im nächsten Jahr einen ablösefreien Abgang hinnehmen – ein Szenario, das die Bosse aus finanzieller Sicht unbedingt vermeiden wollen.

Newcastle plant offenbar mit Nmecha als Guimarães-Nachfolger

Noch konkreter scheint die Situation bei Felix Nmecha zu sein. Laut Informationen der französischen ‚L’Équipe‘ gilt der 25 Jahre alte Nationalspieler seit mehreren Wochen als klarer Wunschkandidat von Newcastle United, um den drohenden Abgang von Bruno Guimarães zu kompensieren. Der brasilianische Mittelfeldmotor steht offenbar kurz vor einem Wechsel zum FC Arsenal, was die Magpies zum schnellen Handeln zwingt.

Der englische Klub soll bereits genaue Kenntnis über die Ablöseforderungen der Dortmunder haben. Berichten zufolge liegt die Schmerzgrenze des BVB in diesem Sommer bei rund 120 Millionen Euro – eine Summe, die verdeutlicht, welchen Stellenwert Nmecha inzwischen im Kader von Trainer Niko Kovač einnimmt. Der ehemalige Wolfsburger hat sich seit seinem Wechsel zum BVB zu einem der wichtigsten Antreiber im Mittelfeld entwickelt und gehört mittlerweile auch fest zum Kreis der deutschen Nationalmannschaft.

Warum ein Doppel-Abgang für den BVB kaum vorstellbar ist

Sportlich betrachtet wäre ein gleichzeitiger Verlust beider Spieler für Borussia Dortmund kaum zu kompensieren. Die zentrale Mittelfeldzone gilt ohnehin nicht als besonders breit besetzt, und sowohl Nmecha als auch Sabitzer erfüllen unterschiedliche, aber essenzielle Funktionen im System der Schwarz-Gelben. Während Sabitzer vor allem durch seine Erfahrung, Zweikampfstärke und Führungsqualität überzeugt, bringt Nmecha Dynamik, Torgefahr und die Fähigkeit mit, das Spiel aus der Tiefe zu beschleunigen.

Ein Abschied beider Akteure würde die sportliche Planung für die kommende Saison massiv erschweren – insbesondere angesichts der Mehrfachbelastung durch Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal. Die Vereinsführung müsste in diesem Fall kurzfristig auf dem Transfermarkt reagieren, um adäquaten Ersatz zu finden. Angesichts der aktuellen Marktlage dürfte dies weder leicht noch günstig werden, zumal hochkarätige Mittelfeldspieler in diesem Sommer stark gefragt sind.

Finanziell betrachtet ergibt sich für den BVB dennoch ein zwiespältiges Bild. Während ein Verkauf von Nmecha für rund 120 Millionen Euro eine enorme Einnahme bedeuten würde, die Spielraum für Investitionen in anderen Mannschaftsteilen schaffen könnte, wäre ein Abgang von Sabitzer aus rein wirtschaftlicher Sicht ebenfalls sinnvoll, um wenigstens noch eine Ablöse zu generieren, bevor sein Vertrag ausläuft. Der Verein steht damit vor der klassischen Abwägung zwischen sportlicher Stabilität und finanzieller Vernunft.

Ausblick: Was in den kommenden Wochen zu erwarten ist

Wie sich die Personalie Sabitzer entwickelt, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob sich in den kommenden Tagen tatsächlich ein Champions-League-Klub oder ein Angebot aus Saudi-Arabien konkretisiert. Sollte dies nicht der Fall sein, ist ein Verbleib bis zum Vertragsende im Sommer 2026 durchaus denkbar – auch wenn der BVB damit finanziell auf eine Ablöse verzichten müsste.

Im Fall Nmecha scheint der Druck deutlich größer. Newcastle United drängt offenbar auf eine schnelle Lösung, um den Guimarães-Abgang zeitnah kompensieren zu können. Ob die geforderten 120 Millionen Euro von den Magpies tatsächlich aufgebracht werden, bleibt jedoch fraglich – zumal auch andere europäische Topklubs die Entwicklung um den deutschen Nationalspieler aufmerksam beobachten dürften.

Für Borussia Dortmund gilt es nun, die richtige Balance zwischen wirtschaftlichem Kalkül und sportlicher Notwendigkeit zu finden. Ein Verkauf beider Spieler in diesem Sommer erscheint zwar unwahrscheinlich, dennoch dürften die kommenden Wochen im BVB-Umfeld von intensiven Verhandlungen und einer wachsenden Anspannung geprägt sein. Die Fans der Schwarz-Gelben werden die Personalien Nmecha und Sabitzer bis zum Ende der Transferperiode aufmerksam verfolgen.

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