Beim 2:2 von Werder Bremen gegen den SC Paderborn erzielte Niclas Füllkrug beide Treffer seines Teams. Für den 33-Jährigen war es das fünfte Bundesliga-Spiel in Folge mit einem Tor. Damit wird der Ruf nach einer Rückkehr in die Nationalmannschaft lauter, denn Bundestrainer Jürgen Klopp benennt im November seinen nächsten Kader.
Doppelpack in Bremen
Füllkrug war an beiden Bremer Treffern gegen Paderborn als Torschütze beteiligt. Dass es am Ende nur zu einem Unentschieden reichte, schmälert seine persönliche Bilanz nicht. Fünf Bundesliga-Spiele nacheinander hat er nun mindestens einmal getroffen.
Eine solche Serie ist in der Liga alles andere als selbstverständlich. Sie zeigt, dass der Angreifer nicht von einem einzelnen Glücksmoment lebt, sondern über mehrere Wochen konstant liefert. Wer so zuverlässig trifft, zwingt Verantwortliche im Verband zumindest zum Hinsehen, auch wenn ein Länderspiel-Kader nach anderen Maßstäben zusammengestellt wird als eine Torjägerliste.
Hinzu kommt der Zeitpunkt. Die Serie läuft genau in der Phase, in der die Nationalmannschaft über ihre Offensive diskutiert. Das verleiht jedem weiteren Treffer des Bremers zusätzliches Gewicht.
Was 90min fordert
Das Portal 90min.de bezieht in einem Kommentar klar Stellung: Füllkrug müsse sofort zurück ins DFB-Team. Autor Fabian Küpper schreibt, der Bremer sei ein Stürmertyp, den der aktuelle Kader sonst nicht biete. Gemeint ist damit der klassische Mittelstürmer, der im Strafraum die Entscheidung sucht und Flanken verwertet.
Wichtig ist die Einordnung: Es handelt sich um einen Meinungsbeitrag eines Medienportals, nicht um eine Entscheidung des Verbands. Die Argumentation ist dennoch nachvollziehbar, wenn man auf die jüngsten Länderspiele blickt.
Der Angriff der Nationalmannschaft tat sich schwer
In der Nations League kam die deutsche Mannschaft im Angriff nicht richtig in Schwung. Kai Havertz, Jonathan Burkardt und Nick Woltemade blieben ohne eigenen Treffer. Das bedeutet nicht, dass die Mannschaft insgesamt ohne Torgefahr war, aber die Stürmerpositionen lieferten nicht das, was sich viele Beobachter erhofft hatten.
Genau an dieser Stelle setzt die Debatte um Füllkrug an. Er bringt Wucht im Strafraum, Kopfballstärke und einen zuverlässigen Abschluss mit. Das ist ein anderes Profil als das der Spieler, die zuletzt im Zentrum zum Zug kamen. Ob dieses Profil zum Spielstil von Klopp passt, muss der Bundestrainer selbst beantworten.
Völler öffnet die Tür, Klopp lässt es offen
Rudi Völler hatte zuletzt die Tür für formstarke Bundesliga-Torjäger geöffnet. Laut 90min sagte er mit Blick auf Füllkrug: „Wenn er solche Tore macht – warum nicht? Kopfballstark ist er ja.“ Eine Zusage ist das nicht, wohl aber ein Hinweis darauf, dass formstarke Torjäger beim DFB grundsätzlich Gehör finden.
Füllkrug hatte sich bereits vor dem Doppelpack für ein Comeback unter Klopp angeboten. Ob der Bundestrainer darauf eingeht, ist offen. Erst die Nominierung im November wird zeigen, ob die Debatte auch im Trainerteam ankommt. Bis dahin bleiben dem Bremer noch einige Bundesliga-Spiele, um seine Argumente zu schärfen.
Einordnung
Die Torserie ist ein starkes Argument, aber nicht das einzige Kriterium. Ein Nationalteam wird als Gefüge zusammengestellt, und der Trainer muss abwägen, wie ein klassischer Mittelstürmer neben den anderen Angreifern funktionieren würde. Auch das Alter von 33 Jahren dürfte in langfristigen Planungen eine Rolle spielen.
Offen ist ebenso, in welcher Rolle Füllkrug überhaupt eingeplant würde: als Option von der Bank für enge Spiele oder als feste Lösung im Zentrum. Dazu hat sich Klopp bislang nicht geäußert. Fest steht nur, dass die Tore gegen Paderborn die Diskussion neu angefacht haben.
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Quelle: 90min.de





