Niclas Füllkrug ist zurück in der Nationalmannschaft. Bundestrainer Jürgen Klopp hat den Stürmer nach mehr als einem Jahr Pause wieder nominiert. Der Bundesliga-Topstürmer steht im 24-köpfigen Kader für die beiden anstehenden Nations-League-Spiele: am 13. November in Serbien und am 16. November gegen die Niederlande. Die Nominierung hat der DFB bekannt gegeben.

So liest du die Grafik: Jedes Tortenstück ist ein Wert pro 90 Minuten. Die Zahl im Kästchen ist das Perzentil – 90 heißt: besser als 90 Prozent der Feldspieler der Liga. Rot zeigt den Abschluss (Tore, npxG, Schüsse), Grau die Vorbereitung (Assists, Expected Assists, Key Passes), Gelb die Beteiligung am Spiel (xGChain, xGBuildup).
Damit endet eine lange Wartezeit für einen Spieler, dessen Rückkehr in den vergangenen Wochen immer wieder gefordert wurde. Ob sie sportlich mehr ist als ein Signal, wird sich aber erst auf dem Platz zeigen.
Der Kader: Klopp schrumpft den Kreis von 44 auf 24
Bemerkenswert ist nicht nur der Name Füllkrug, sondern auch der Rahmen, in dem er auftaucht. Klopp hatte den Kreis der infrage kommenden Spieler von zuvor 44 auf nun 24 verkleinert. Das ist eine deutliche Verdichtung und zeigt, dass der Bundestrainer für die beiden Spiele klare Vorstellungen hat, wer ihm helfen soll.
In diesem engeren Kader hat Füllkrug einen Platz bekommen. Das ist eine Aussage für sich: Wer bei einer solchen Auswahl dabei ist, steht nicht als bloße Verlegenheitslösung auf der Liste, sondern wurde bewusst gewählt. Konkrete neue Aussagen von Klopp oder von Füllkrug selbst zur Nominierung liegen allerdings nicht vor. Wie der Bundestrainer die Rolle des Stürmers genau plant, bleibt deshalb vorerst offen.
Wer sich für Füllkrug starkgemacht hat
Die Berufung kam nicht aus dem Nichts. Vor der Nominierung hatten sich mit Lothar Matthäus, Daniel Thioune und Rudi Völler gleich mehrere Stimmen aus dem Fußball öffentlich für Füllkrug ausgesprochen. Auch bei den Fans war der Wunsch nach einer Rückkehr des Stürmers groß.
Ob dieser Druck die Entscheidung beeinflusst hat, lässt sich von außen nicht belegen. Klopp hat dazu nichts gesagt, was dem Material zu entnehmen wäre. Sicher ist nur: Der öffentliche Rückhalt für Füllkrug war vorhanden, und am Ende steht er im Kader.
Die Lage im Sturm: Verletzte Offensivstars
Sportlich gibt es einen naheliegenden Grund für die Berufung. Im Angriff fehlen derzeit verletzte Offensivstars. Dadurch fehlt dem Bundestrainer Auswahl genau auf jener Position, auf der Füllkrug zu Hause ist. Ein klassischer Strafraumstürmer ist in dieser Situation ein Profil, das dem Kader Variabilität geben kann.
Zugleich gibt es Alternativen: Lennart Karl hat zuletzt getroffen und bringt damit Argumente für sich mit. Es steht also nicht zwingend ein einzelner Stürmer im Mittelpunkt, sondern ein Wettbewerb um die Plätze in der Offensive. Genau das macht die Personalie interessant.
- Termine: 13. November in Serbien, 16. November gegen die Niederlande
- Kadergröße: 24 Spieler, vorher 44
- Füllkrugs Pause: mehr als ein Jahr ohne Nominierung
Was jetzt offen ist
Die zentrale Frage lautet, wie groß Füllkrugs Rolle wird. Steht er in Serbien oder gegen die Niederlande in der Startelf? Oder soll er vor allem eine Option von der Bank sein, wenn ein Spiel einen Stürmer im Strafraum verlangt? Dazu gibt es bislang keine Angaben.
Auch die Vorgeschichte spielt eine Rolle: Wer mehr als ein Jahr nicht im Kader stand, muss sich erst wieder in Abläufe und Mannschaftsgefüge einfinden. Die Trainingstage vor den Spielen dürften zeigen, wie nahtlos das gelingt. Der Bundestrainer hat zudem nur zwei Spiele Zeit, um zu sehen, ob die Rückholaktion funktioniert.
Die Spiele in Serbien und gegen die Niederlande sind daher mehr als zwei Pflichttermine in der Nations League. Sie sind für Füllkrug eine Bewährungsprobe und für Klopp ein Test, ob seine Kaderentscheidung trägt.
Einordnung
Klopps Entscheidung wirkt auf den ersten Blick wie eine Reaktion auf die Lage: verletzte Offensivstars, ein Stürmer in guter Bundesliga-Form, dazu ein öffentlicher Ruf nach dessen Rückkehr. Das Zusammentreffen dieser Faktoren macht die Nominierung nachvollziehbar. Ob sie ein Neuanfang für Füllkrug im Nationaltrikot ist oder eine Lösung auf Zeit, kann man heute noch nicht sagen.
Entscheidend wird sein, wie Klopp ihn einsetzt. Wird Füllkrug zum Stammspieler im Sturm, wäre das ein Zeichen, dass der Bundestrainer auf Erfahrung und Torgefahr im Strafraum setzt. Bleibt er Ergänzung, wäre die Nominierung vor allem eine pragmatische Antwort auf die Personalnot. Beide Lesarten sind derzeit möglich. Die Antwort liefern frühestens die Spiele am 13. und 16. November.
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Quelle: dfb.de





