BVB: Jobe Bellingham erstmals für England nominiert

Redaktion Fussballpuls
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Jobe Bellingham steht zum ersten Mal im Aufgebot der englischen A-Nationalmannschaft. Der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund wurde von Nationaltrainer Thomas Tuchel für die anstehenden Länderspiele nominiert. Der 21-Jährige gehört damit erstmals zum erweiterten Kreis der Three Lions. Mit ihm wurde auch Josh King vom FC Fulham erstmals berufen.

Perzentil-Profil von Jobe Bellingham (Borussia Dortmund), Bundesliga, pro 90 Minuten: Tore ohne Elfm. 0,00 (28. Perzentil), npxG 0,05 (35. Perzentil), Schüsse 1,13 (48. Perzentil), Assists 0,32 (90. Perzentil), xA 0,07 (38. Perzentil), Key Passes 0,97 (51. Perzentil), Pässe ins letzte Drittel 5,16 (60. Perzentil), Kontakte Strafraum 1,45 (34. Perzentil).
Grafik: Fussballpuls · Daten: FotMob

So liest du die Grafik: Jedes Tortenstück ist ein Wert pro 90 Minuten. Die Zahl im Kästchen ist das Perzentil – 90 heißt: besser als 90 Prozent der Feldspieler der Liga. Rot zeigt den Abschluss (Tore, npxG, Schüsse), Grau die Vorbereitung (Assists, Expected Assists, Key Passes), Gelb die Beteiligung am Spiel (xGChain, xGBuildup).

Die Nominierung im Überblick

Für Bellingham ist die Berufung der vorläufige Höhepunkt einer starken Phase. Laut fussballtransfers.com hat er in den vergangenen Wochen auf Vereinsebene überzeugt und ist beim BVB inzwischen kaum noch wegzudenken. Das gilt, obwohl er im schwarz-gelben Trikot noch auf sein erstes Tor wartet. Seine Bedeutung für die Mannschaft misst sich demnach weniger an Treffern als an Auftritten und Verlässlichkeit im Mittelfeld.

Für Dortmund und für Bellingham selbst ist es ein Signal. Der Wechsel zum BVB hat dem jungen Engländer offenbar die Bühne gegeben, die ihn auch für den Nationaltrainer interessant macht. Regelmäßige Einsätze in der Bundesliga und im Europapokal sind eine Visitenkarte, die in England nicht unbemerkt bleibt.

Wer im Aufgebot fehlt

Aufschlussreich ist auch der Blick auf die Namen, die nicht dabei sind. Cole Palmer und Phil Foden stehen erneut nicht im Aufgebot von Tuchel. Beide gelten als prominente Offensivkräfte, und ihr Fehlen zeigt, dass Tuchel bei der Kaderzusammenstellung eigene Schwerpunkte setzt. Bellinghams Nominierung fällt somit nicht in eine Zeit, in der es an Alternativen mangelt, sondern ist eine Entscheidung des Trainers für einen bestimmten Spielertyp.

Das sagt Tuchel

Tuchel begründete die Berufung laut fussballtransfers.com so:

„Er bekommt die Möglichkeit, dazuzustoßen und in der ersten Mannschaft einen Eindruck zu hinterlassen. Er hat inzwischen viele Spiele bestritten und ist bei Dortmund gut in Form. Deshalb hat er es verdient, bei uns dabei zu sein.“

Aus dem Zitat lassen sich zwei Dinge herauslesen. Zum einen nennt der Trainer die Spielpraxis als Argument: Bellingham hat viele Partien bestritten und ist in guter Form. Zum anderen spricht Tuchel von einer Möglichkeit, sich zu zeigen. Ob und wie viel Einsatzzeit der Debütant bekommt, hat der Trainer in dieser Aussage nicht festgelegt.

Zwei Brüder im Kader

Besonders reizvoll ist die Konstellation mit Bruder Jude. Jobe Bellingham trifft im Nationalteam auf seinen älteren Bruder, der zum englischen Kader gehört. Für die Familie dürfte dieses Länderspielfenster daher etwas Besonderes sein. Zwei Termine stehen an:

  • 12. November: England gegen Kroatien
  • 15. November: England gegen Spanien

Beide Gegner gehören zu den anspruchsvollen Aufgaben im internationalen Fußball. Für einen Neuling ist das Umfeld deshalb eine gute Gelegenheit, sich an das Tempo und die Intensität des Länderspielbetriebs zu gewöhnen. Ob Jobe in einem der beiden Spiele zum Einsatz kommt, ist offen. Das entscheidet der Nationaltrainer.

Was das für den BVB bedeutet

Für Dortmund ist die Nominierung zunächst eine gute Nachricht. Sie zeigt, dass die Leistungen des Mittelfeldmannes auch außerhalb der Bundesliga wahrgenommen werden, und sie dürfte das Ansehen des Vereins als Entwicklungsstation für junge Talente stärken. Gleichzeitig hat jede Abstellung eine andere Seite: Der Spieler reist in der Länderspielpause zur Nationalmannschaft und muss sich auf Termine, Reisen und zusätzliche Belastung einstellen. Wie bei jeder Abstellung wird der Verein deshalb beobachten, in welchem Zustand der Spieler zurückkehrt.

Sportlich ist die Pause für Dortmund also zweischneidig. Ein selbstbewusster Bellingham, der Erfahrungen im Nationalteam sammelt, kann dem BVB nach der Rückkehr helfen. Ein müder oder angeschlagener Bellingham wäre dagegen ein Risiko für die kommenden Aufgaben. Das lässt sich heute noch nicht beurteilen.

Einordnung

Die erste Einladung in die englische A-Nationalmannschaft ist für Jobe Bellingham eine Anerkennung seiner Entwicklung in Dortmund. Dass er noch kein Pflichtspieltor für den BVB erzielt hat, spielt nach Tuchels Aussagen offenbar keine entscheidende Rolle, ausschlaggebend sind Form und Spielpraxis. Eine Garantie für weitere Einladungen ist die Berufung damit nicht. Wie er sich im Umfeld der Nationalmannschaft präsentiert, wird zeigen, ob aus dem ersten Aufgebot ein dauerhafter Platz wird. Für den BVB bleibt in jedem Fall, dass ein Spieler aus dem eigenen Kader so früh auf dieser Bühne auftaucht.

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Quelle: fussballtransfers.com

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