FC Bayern: Hamann sieht Risiko bei Kane, Kahn widerspricht

Redaktion Fussballpuls
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Grafik: Fussballpuls

Harry Kane hat seinen Vertrag beim FC Bayern verlängert, und nun liefern zwei prominente Sky-Experten gegensätzliche Einschätzungen dazu. Nach wochenlangen Verhandlungen wurde die Verlängerung des 33-jährigen Stürmers am gestrigen Donnerstag perfekt. Neu ist an diesem Artikel die Bewertung durch Didi Hamann und Oliver Kahn in der Sky-Sendung „Triple – der Hagedorn-Fußballtalk“. Es geht also nicht um den Vertrag selbst, sondern um die Frage, wie sinnvoll er aus Expertensicht ist.

Perzentil-Profil von Harry Kane (FC Bayern München), Bundesliga, pro 90 Minuten: Tore ohne Elfm. 0,43 (89. Perzentil), npxG 0,66 (96. Perzentil), Schüsse 5,33 (99. Perzentil), Assists 0,86 (99. Perzentil), xA 0,36 (92. Perzentil), Key Passes 2,45 (90. Perzentil), Pässe ins letzte Drittel 4,18 (44. Perzentil), Kontakte Strafraum 6,62 (91. Perzentil).
Grafik: Fussballpuls · Daten: FotMob

So liest du die Grafik: Jedes Tortenstück ist ein Wert pro 90 Minuten. Die Zahl im Kästchen ist das Perzentil – 90 heißt: besser als 90 Prozent der Feldspieler der Liga. Rot zeigt den Abschluss (Tore, npxG, Schüsse), Grau die Vorbereitung (Assists, Expected Assists, Key Passes), Gelb die Beteiligung am Spiel (xGChain, xGBuildup).

Hamann: Verlängerung mit Risiko

Hamann ordnet die Entscheidung nüchtern ein. Aus seiner Sicht hatten die Bayern kaum eine Alternative. Kane habe bleiben wollen, und im Fall eines Gewinns des Ballon d’Or hätte ein Abschied zusätzlich Fragen aufgeworfen. Dazu sagte der frühere Nationalspieler:

„Die Bayern konnten fast nicht anders, als zu verlängern.“

Hamann argumentiert, es wäre ein deutliches Zeichen gewesen, hätten die Münchner Kane trotz einer solchen Auszeichnung ziehen lassen. Außerdem zweifelt er an der Nachfrage: Er glaube nicht, dass es aus England große Interessenten gegeben habe. Die Verlängerung sei deshalb vermutlich eine Entscheidung gewesen, die der Klub nicht anders habe treffen können.

Die Frage nach den kommenden drei Jahren

Trotzdem sieht Hamann ein „nicht unerhebliches Risiko“. Entscheidend sei für ihn, ob Kane in den nächsten drei Jahren weiterhin so viele Tore schießt. Das müsse sich erst zeigen. Er sagte dazu:

„Es ist ein gewisses Risiko.“

Sein Einwand bezieht sich damit auf die Torquote der kommenden Jahre. Hamann stellt also nicht die bisherigen Leistungen infrage, sondern die Frage, ob die starke Trefferausbeute über die gesamte Vertragslaufzeit gehalten werden kann.

Kahn: Der Klub musste handeln

Kahn hielt in derselben Sendung dagegen und widersprach dem Tenor der Kritik. Er verwies darauf, wie intensiv die Diskussion verlaufen wäre, hätte Kane als Ballon-d’Or-Gewinner nicht verlängert. Er sagte, man müsse bedenken,

„wie viel wir diskutiert hätten, wenn er als Ballon d’Or-Gewinner seinen Vertrag beim FC Bayern nicht verlängert hätte.“

Aus Sicht der Verantwortlichen sei sehr gut zu verstehen, warum die Unterschrift enorm wichtig gewesen sei. Der frühere Torwart betonte außerdem, dass Spieler heutzutage deutlich länger auf hohem Niveau spielen könnten als früher. Kane werde für die Bayern sehr wichtig sein. Ob das am Ende für den Champions-League-Sieg reiche, lasse sich allerdings nie sicher sagen.

Zwei Blickwinkel, ein gemeinsamer Ausgangspunkt

Beide Experten halten die Verlängerung für naheliegend. Der Unterschied liegt in der Gewichtung:

  • Hamann sieht eine Zwangslage der Bayern und warnt vor dem sportlichen Risiko über drei weitere Jahre.
  • Kahn sieht den Schritt als notwendig an, verweist darauf, dass Profis heute länger auf hohem Niveau spielen können, und erwartet, dass Kane für den Klub sehr wichtig sein wird.

Bemerkenswert ist, dass beide ähnlich beginnen: Sie erkennen an, dass ein Verzicht auf die Verlängerung für den FC Bayern kaum vermittelbar gewesen wäre. Hamann leitet daraus eine gewisse Alternativlosigkeit ab, die er mit einem Risiko verbindet. Kahn nimmt die Perspektive der Vereinsführung ein und stellt die Konsequenzen eines möglichen Abschieds in den Vordergrund.

Einordnung

Die Debatte zeigt, wie unterschiedlich man dieselbe Personalie bewerten kann. Für die Bayern ist die Verlängerung vor allem ein Signal der Kontinuität. Ein Stürmer, der bleiben will, lässt sich nach Hamanns und Kahns Darstellung schwer abgeben, und genau das beschreiben beide Experten auf ihre Weise.

Hamanns Einwand bleibt dennoch bedenkenswert, denn Verträge über mehrere Jahre sind immer auch eine Wette auf die Konstanz des Spielers. Ob Kane seine Torquote hält, lässt sich erst mit den Spielzeiten beantworten, die jetzt vor ihm liegen. Kahns Argument, dass Profis heute länger auf hohem Niveau spielen, spricht wiederum dafür, dass die Bayern auf eine bewährte Größe setzen, statt eine ungewisse Lösung zu suchen.

Belastbar entscheiden lässt sich die Frage ohnehin nicht an einem Fernsehabend. Sie wird sich an Toren, Fitness und Titelchancen messen lassen. Bis dahin bleibt es eine Abwägung zwischen Planungssicherheit auf der einen Seite und dem Risiko, dass die Torgefahr nachlässt, auf der anderen. Auch Kahn räumt ein, dass sich der ganz große Erfolg in der Champions League nie garantieren lässt, ganz gleich, wer vorne im Sturm spielt.

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Quelle: fussballtransfers.com

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