Nkunku-Poker: BVB und RB Leipzig im Rennen

Nate Abloe
6 Minuten Lesezeit
Christopher Nkunku

Der nächste Wechsel von Christopher Nkunku scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Nach nur einer Saison bei der AC Mailand steht der französische Nationalspieler offenbar schon wieder vor dem Absprung. Laut Informationen der französischen Sportzeitung ‚L’Équipe‘ mischen dabei nicht nur europäische Topklubs wie der FC Barcelona mit, sondern auch die Bundesligisten RB Leipzig und Borussia Dortmund haben den 28-Jährigen offenbar auf dem Zettel.

Für den BVB käme ein Transfer zur rechten Zeit: Erst am Freitag zogen die Schwarz-Gelben nach wochenlangen Verhandlungen einen Schlussstrich unter das Werben um Said El Mala vom 1. FC Köln und müssen sich in der Offensive nun neu orientieren.

Nkunku vor dem Abschied aus Mailand

Erst im vergangenen Sommer hatte die AC Mailand rund 37 Millionen Euro für Christopher Nkunku an den FC Chelsea überwiesen. Die Erwartungen an den technisch versierten Offensivspieler waren hoch, doch die erste Spielzeit bei den Rossoneri verlief enttäuschend. Sportlich konnte sich Nkunku bei den Italienern nie richtig durchsetzen und wurde inzwischen offiziell auf die Verkaufsliste gesetzt. Auch der Spieler selbst soll einen Wechsel anstreben, um seine Karriere wieder in die richtige Richtung zu lenken.

Ein regulärer Transfer gilt als eher unwahrscheinlich – vor allem wegen des hohen Gehalts, das Nkunku in Mailand bezieht. Stattdessen zeichnet sich eine Leihlösung als wahrscheinlichstes Szenario ab. Genau in diesem Punkt kommt der FC Barcelona ins Spiel: Die Katalanen sollen bereits seit längerer Zeit ein Auge auf den flexibel einsetzbaren Angreifer geworfen und sogar schon Kontakt zu dessen Berateragentur aufgenommen haben. Beim spanischen Meister könnte Nkunku den Platz von Ferran Torres einnehmen, der Barcelona für knapp 50 Millionen Euro in Richtung Paris Saint-Germain verlassen wird.

Rückkehr zu RB Leipzig als Option

Neben dem spanischen Rekordmeister bringt ‚L’Équipe‘ auch eine Rückkehr zu RB Leipzig ins Gespräch. Zwischen 2019 und 2023 gehörte Nkunku zu den prägendsten Figuren der Sachsen und avancierte in dieser Zeit zu einem der besten Offensivspieler der Bundesliga. In insgesamt 172 Pflichtspielen für RB Leipzig erzielte der Franzose beeindruckende 70 Tore und bereitete 56 weitere Treffer vor – eine Bilanz, die ihn seinerzeit auf die Beobachtungslisten der europäischen Topklubs katapultierte und letztlich den Wechsel zum FC Chelsea einleitete.

Eine Rückkehr an die Stätte seiner größten sportlichen Erfolge hätte für beide Seiten einen gewissen Charme. Für RB Leipzig würde ein erfahrener, international gestählter Offensivspieler die Kaderqualität in einer Phase des Umbruchs deutlich erhöhen. Für Nkunku wiederum böte sich die Gelegenheit, an alte Bestleistungen anzuknüpfen und sich in einem vertrauten Umfeld wieder in den Fokus der Bundesliga zu spielen.

BVB sucht nach El-Mala-Aus neue Offensivoptionen

Auch Borussia Dortmund wird von der französischen Zeitung als ernsthafter Interessent genannt. Der Zeitpunkt könnte kaum passender sein: Erst am heutigen Freitag zogen die Schwarz-Gelben nach wochenlangem Ringen den Schlussstrich unter das Werben um Said El Mala vom 1. FC Köln. Das 19 Jahre alte Kölner Toptalent galt monatelang als Wunschlösung für die BVB-Offensive, doch die Verhandlungen scheiterten offenbar an den Rahmenbedingungen. Nun müssen sich die Dortmunder Verantwortlichen anderweitig auf dem Transfermarkt umsehen – und ein Name wie Christopher Nkunku würde in das Anforderungsprofil eines torgefährlichen, vielseitigen Angreifers passen.

Der bei Paris Saint-Germain ausgebildete Rechtsfuß gilt als äußerst flexibel einsetzbar und könnte sowohl im Zentrum als auch auf den Flügeln agieren – eine Eigenschaft, die im modernen Offensivfußball zunehmend an Bedeutung gewinnt und auch bei einem Klub wie Borussia Dortmund hoch im Kurs steht.

Weitere Namen auf dem BVB-Zettel

Neben Nkunku beobachtet der BVB laut Berichten von ‚Sky‘ auch weitere Kandidaten für die Offensivabteilung. Besonders heiß soll die Spur zu Giannis Konstantelias vom KRC Genk sein. David Blacha, rechte Hand von Sportdirektor Ole Book, war demnach höchstpersönlich vor Ort, um den griechischen Offensivspieler in der Europa-League-Qualifikation gegen den RSC Anderlecht (2:3) zu begutachten. Der 23-Jährige hat sich in der belgischen Liga zuletzt als torgefährlicher Flügelspieler einen Namen gemacht und könnte eine kostengünstigere Alternative zu den teureren Kandidaten darstellen.

Deutlich unwahrscheinlicher erscheint hingegen ein Comeback von Jadon Sancho beim BVB. Der englische Offensivspieler ist derzeit vereinslos, nachdem sein Engagement bei Chelsea nicht in einen dauerhaften Transfer mündete. Vereinsinterne Quellen sollen die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr des Ex-Dortmunders auf weniger als ein Prozent beziffern – ein klares Signal, dass diese Personalie in Dortmund aktuell keine Rolle spielt.

Ausblick: Wohin führt Nkunkus Weg?

Für Christopher Nkunku dürfte der Sommer 2025 zu einer entscheidenden Wegmarke in seiner Karriere werden. Nach dem gescheiterten Kapitel in Mailand steht der Franzose vor der Aufgabe, sich sportlich neu zu positionieren und wieder an vergangene Erfolge anzuknüpfen. Ob der Weg dabei zum FC Barcelona, zurück zu RB Leipzig oder erstmals zu Borussia Dortmund führt, bleibt vorerst offen.

Klar ist jedoch: Sowohl RB Leipzig als auch der BVB würden mit einer Verpflichtung von Nkunku ihre Offensivabteilung erheblich aufwerten. Für die Bundesliga insgesamt wäre eine Rückkehr des 28-Jährigen ein echter Prestigegewinn, schließlich zählte er während seiner Leipziger Zeit zu den auffälligsten und torgefährlichsten Spielern der Liga. In den kommenden Wochen dürfte sich zeigen, welcher Klub im Poker um den Franzosen tatsächlich die besten Karten hat.

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