Olise-Poker: Real Madrid drängt, PSG zieht sich zurück

Nate Abloe
6 Minuten Lesezeit
Michael Olise

Der Transferpoker um Michael Olise nimmt an Fahrt auf: Neue Enthüllungen aus Frankreich deuten darauf hin, dass der Offensivspieler des FC Bayern München einen Wechsel zu Real Madrid regelrecht forciert. Während sich die Gerüchteküche um den Franzosen weiter erhitzt, soll sich mit Paris Saint-Germain zudem ein prominenter Konkurrent aus dem Rennen verabschiedet haben.

Olise macht keinen Hehl mehr aus seinem Real-Wunsch

Bereits am Mittwoch hatte das Portal FT exklusiv berichtet, dass Olise einen Wechsel zu Real Madrid noch in diesem Sommer anstrebt. Nun legt die renommierte französische Sportzeitung ‚L’Équipe‘ nach und liefert weitere Details zu den Hintergründen dieses Vorhabens. Demnach soll der 23-jährige Flügelspieler während der laufenden Weltmeisterschaft gezielt bei seinen Nationalmannschaftskollegen der Équipe Tricolore nach Informationen über einen möglichen Transfer zu den Königlichen gefragt haben.

Was Olise dabei erfahren habe, soll seinen Entschluss weiter gefestigt haben, den Verein wechseln zu wollen. Ein bemerkenswertes Detail, das zeigt, wie konkret die Gedankenspiele des Bayern-Stars mittlerweile geworden sind. Für einen Spieler, der erst vor zwei Jahren von Crystal Palace nach München wechselte und sich in der Bundesliga zu einem der auffälligsten Techniker seiner Generation entwickelt hat, wäre ein solcher Schritt ein weiterer, konsequenter Karriereaufstieg.

Drei Landsmänner als Lockmittel für Real Madrid

Nicht ganz unbeteiligt an den Überlegungen dürfte die geballte französische Präsenz im Kader der Königlichen sein. Mit Ibrahima Konaté, der erst vor wenigen Wochen bei Real unterschrieben hat, sowie Aurélien Tchouaméni und Superstar Kylian Mbappé stehen bereits drei Nationalspieler der Équipe Tricolore in Madrid unter Vertrag. Berichten zufolge sollen alle drei ein offenes Interesse daran haben, Olise ebenfalls in die spanische Hauptstadt zu locken – ein Trio, das im Verein wie auch bei der Nationalmannschaft eng verbunden ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Gegenreaktion aus dem Bayern-Lager: Laut ‚L’Équipe‘ habe Dayot Upamecano versucht, seinen Teamkollegen von einem Verbleib in München zu überzeugen. Der Innenverteidiger, der selbst schon seit Jahren zu den Führungsspielern der Bayern zählt, soll dabei offenbar wenig Erfolg gehabt haben. Ein Umstand, der die Ernsthaftigkeit von Olises Wechselgedanken zusätzlich unterstreicht.

PSG zieht sich offenbar zurück – Auswirkungen auf den Markt

Für zusätzliche Brisanz sorgt eine weitere Meldung der französischen Sportzeitung: Demnach soll sich Paris Saint-Germain aus dem Werben um Olise zurückgezogen haben. Eine Quelle innerhalb des Pariser Klubs wird mit den Worten zitiert, es sei „besser, nach einem neuen Olise zu suchen als nach Olise selbst“. Eine bemerkenswerte Aussage, die zeigt, dass man bei PSG offenbar nicht mehr davon ausgeht, den Flügelspieler im laufenden Transferfenster noch verpflichten zu können.

Damit würde sich das Kräfteverhältnis im Rennen um Olise weiter zugunsten von Real Madrid verschieben. Zwar war PSG in der Vergangenheit immer wieder als potenzieller Interessent gehandelt worden, doch die finanziellen Möglichkeiten und die sportliche Anziehungskraft der Königlichen scheinen aktuell schwerer zu wiegen. Für den FC Bayern bedeutet der Rückzug eines möglichen Bieters allerdings keineswegs Entwarnung – im Gegenteil: Ohne einen zweiten ernsthaften Interessenten könnte Real Madrid in Verhandlungen mit weniger Konkurrenzdruck agieren.

Bayern in der Zwickmühle: Vertrag bis 2029 ohne Ausstiegsklausel

Sportlich und wirtschaftlich befindet sich der FC Bayern in einer komfortablen Ausgangsposition. Olise besitzt in München noch einen langfristigen Vertrag bis 2029 – und das ohne Ausstiegsklausel. Sollten sich die Verantwortlichen um Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge, Max Eberl und Christoph Freund tatsächlich zu Verhandlungen mit Real Madrid bereitfinden, dürfte dies nur gegen eine gigantische Ablösesumme geschehen. Zuletzt war von einer möglichen Ablöse von bis zu 220 Millionen Euro die Rede – ein Betrag, der Olise in die absolute Spitzengruppe der teuersten Transfers der Fußballgeschichte katapultieren würde.

Für den deutschen Rekordmeister wäre ein Verkauf in dieser Größenordnung finanziell hochattraktiv, sportlich jedoch ein herber Verlust. Olise hat sich seit seinem Wechsel aus England zu einem zentralen Baustein im Offensivspiel der Bayern entwickelt und überzeugte sowohl in der Bundesliga als auch international mit Kreativität, Torgefahr und technischer Klasse. Ein Abgang würde die ohnehin schon intensive Debatte um die Kaderplanung der kommenden Jahre neu entfachen.

Ausblick: Wie geht es weiter im Transferpoker?

Auch wenn die Gerüchte um einen Wechsel zu Real Madrid immer konkreter werden, bleibt die endgültige Entscheidung vorerst offen. Der FC Bayern hat bislang keine Signale gesendet, dass man über einen Verkauf ernsthaft nachdenkt – zumal die laufende Saison sportlich noch von großer Bedeutung ist. Gleichzeitig dürfte der öffentlich gewordene Wechselwunsch des Spielers die Gespräche innerhalb des Vereins zusätzlich befeuern.

Für Real Madrid wiederum wäre die Verpflichtung von Olise ein weiterer Baustein im Aufbau einer französisch geprägten Startruppe rund um Mbappé, Tchouaméni und Konaté. Sollte sich PSG tatsächlich endgültig aus dem Rennen zurückziehen, dürfte der Druck auf München in den kommenden Monaten weiter steigen. Fest steht: Der Fall Olise wird die Schlagzeilen im europäischen Fußball auch nach der WM-Pause weiter prägen.

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