BVB: Kovac soll im Oktober neuen Vertrag unterschreiben

Redaktion Fussballpuls
6 Minuten Lesezeit

Borussia Dortmund plant offenbar den nächsten Baustein für Kontinuität auf der Trainerbank: Laut einem Bericht der Sport Bild soll Cheftrainer Niko Kovac bereits im Oktober 2026 einen neuen Vertrag beim BVB unterschreiben. Sein aktueller Kontrakt läuft noch bis zum 30. Juni 2027 – eine Verlängerung würde ihn also über diesen Termin hinaus an Schwarz-Gelb binden. Offiziell bestätigt ist die Personalie bislang nicht, es handelt sich um einen Medienbericht, den das Portal bvbwld.de am 23. September 2026 aufgriff.

Erst die Chefetage, dann der Trainer

Bevor es bei Kovac konkret wird, will der BVB laut dem Bericht zunächst andere wichtige Personalfragen klären. Geschäftsführer Carsten Cramer, Sportvorstand Lars Ricken und Finanzchef Thomas Treß sollen ihre Verträge langfristig verlängern. Hans-Joachim Watzke hatte bereits Mitte September angedeutet, gleich drei Schlüsselfiguren der Chefetage länger binden zu wollen. Erst danach, so die berichtete Reihenfolge, soll Kovacs Unterschrift folgen. Das lässt erkennen, dass der Verein derzeit auf allen entscheidenden Ebenen – Vorstand, Sportvorstand, Finanzen und Trainerbank – auf langfristige Stabilität setzt, statt einzelne Personalien isoliert zu klären.

Vom Krisenfall zum Tabellenführer

Wie ernst es dem BVB mit dieser Stabilität ist, zeigt ein Blick zurück: Als Kovac am 2. Februar 2025 sein Amt antrat, stand Dortmund nach dem 20. Spieltag lediglich auf Rang elf der Bundesliga-Tabelle – für die Vereinsgröße eine blamable Ausgangslage. Kovac übernahm von Nuri Sahin mitten in der Saison und drehte die sportliche Entwicklung mit einer starken Rückrunde. Am Ende reichte es zur Qualifikation für die Champions League, die Dortmund in der Folgesaison erneut erreichte. In die Saison 2026/27 ist der Klub nun mit vier Siegen aus vier Bundesliga-Spielen gestartet, darunter Erfolge gegen den SC Paderborn und beim VfB Stuttgart, und ging als Tabellenführer in die erste Länderspielpause. Diese Entwicklung vom Tabellenelften zum Spitzenreiter dürfte Kovacs Verhandlungsposition zusätzlich stärken.

Ruhe nach Jahren der Unruhe

Der Wunsch nach Kontinuität auf der Trainerposition hat beim BVB eine Vorgeschichte. Seit der Trennung von Lucien Favre im Dezember 2020, die nur einen Tag nach einer 1:5-Heimniederlage gegen den VfB Stuttgart erfolgte, wechselte der Klub mehrfach den Chefcoach: Es folgten zwei Anläufe mit Edin Terzic, unterbrochen von einem kurzen Intermezzo mit Marco Rose, ehe im Sommer 2024 Nuri Sahin übernahm. Sahin musste den Posten nach einer schwachen Hinrunde bereits im Februar 2025 wieder räumen. Vor diesem Hintergrund wiegt der Wunsch, mit Kovac nun über mehrere Jahre zu planen, besonders schwer – eine derart lange Zusammenarbeit auf der Trainerbank hatte es bei Borussia Dortmund seit Jürgen Klopps Abschied 2015 kaum noch gegeben.

Zwischenstationen: Pokalheld, Meistertrainer, Wanderer durch Europas Ligen

Für den heute 54 Jahre alten Kroaten ist Dortmund bereits die fünfte Station als Cheftrainer. Bekannt wurde er ab 2016 bei Eintracht Frankfurt, mit dem er 2018 überraschend den DFB-Pokal gewann. Direkt im Anschluss übernahm er den FC Bayern München und holte in seiner ersten Saison 2018/19 das Double aus Meisterschaft und Pokal, ehe die Zusammenarbeit im Herbst 2019 vorzeitig endete. Es folgten Stationen bei der AS Monaco und beim VfL Wolfsburg, bevor er im Februar 2025 in Dortmund anheuerte. Der BVB galt zu diesem Zeitpunkt als Klub auf der Suche nach Ruhe nach mehreren unruhigen Trainerwechseln – eine Rolle, die Kovac seither auszufüllen scheint.

Ricken: „Ein Vertrauensverhältnis ist gewachsen“

Dass die Fronten zwischen Klub und Trainer alles andere als verhärtet sind, machte Sportvorstand Lars Ricken bereits Mitte September deutlich. Auf die offene Vertragsfrage angesprochen, verwies er zunächst auf den engen Terminkalender der ersten Saisonwochen:

„Es war jetzt wichtig, erst mal auch die Transferperiode, die ersten englischen Wochen hinter uns zu bekommen.“

Zum Verhältnis zu Kovac sagte Ricken weiter:

„Er hat wirklich da eine Ruhe und Gelassenheit. Ihm ist es wichtig, aktuell erfolgreich zu sein und nicht unruhig wegen der vertraglichen Situationen zu werden. Ich glaube, das gilt für uns beide, und ich glaube, da ist schon wirklich ein Vertrauensverhältnis gewachsen.“

Solche Aussagen untermauern den grundsätzlichen Verlängerungswillen auf beiden Seiten, sagen aber naturgemäß nichts darüber aus, wann genau eine Unterschrift tatsächlich erfolgt – zumal Ricken selbst betonte, dass zunächst andere Themen Vorrang hatten.

Einordnung

Die Meldung zum Oktober-Termin fußt auf einem Bericht der Sport Bild und ist damit als Gerücht einzustufen, auch wenn die genannte Reihenfolge – erst Chefetage, dann Trainer – zur bisherigen Kommunikation des Klubs passt und sich mit Rickens öffentlichen Aussagen deckt. Inhaltlich spricht wenig gegen eine Verlängerung: Der Saisonstart ist nahezu perfekt, die Tabellenführung untermauert Kovacs Arbeit, und aus dem Umfeld gibt es keine Anzeichen für Differenzen. Offen bleibt die entscheidende Frage, ob der Zeitplan tatsächlich eingehalten wird oder ob sich die Verlängerung – wie in solchen Fällen nicht unüblich – noch verzögert, etwa weil die vorgelagerten Chefetage-Verträge mehr Zeit beanspruchen als geplant. Bis zur tatsächlichen Unterschrift bleibt der Bericht daher mit der gebotenen Vorsicht zu behandeln.

Quelle: Sport Bild (via bvbwld.de), 90min.de

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