Hoffenheims Conté feiert DFB-Debüt bei Klopps Heimpremiere

Redaktion Fussballpuls
5 Minuten Lesezeit

Bambasé Conté hat beim 0:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland am 27. September 2026 in Augsburg sein Debüt im DFB-Trikot gefeiert. Bundestrainer Jürgen Klopp berief den 23 Jahre alten Mittelfeldspieler von der TSG Hoffenheim für seine erste Heimpartie überraschend in die Startelf – nur eine Woche, nachdem Conté für das vorangegangene Spiel gegen die Niederlande noch aus dem Kader gestrichen worden war.

Knapper Start für den neuen Bundestrainer

Klopp hatte das Amt am 15. August 2026 von Julian Nagelsmann übernommen, der nach dem WM-Achtelfinal-Aus gegen Paraguay im Juli seinen Rücktritt erklärt hatte. Sein Einstand als Bundestrainer fiel knapp aus: Beim ersten Nations-League-Spiel am 24. September in Amsterdam kam Deutschland gegen die Niederlande nur zu einem 1:1. Drei Tage später, bei seiner ersten Partie vor heimischem Publikum, wartete mit Griechenland der nächste knifflige Gegner – erneut sprang für die DFB-Elf kein Sieg heraus. Gegenüber der Startelf von Amsterdam veränderte Klopp sein Team gleich auf fünf Positionen. Neben Conté erhielten auch Torhüter Alexander Nübel, Rechtsverteidiger Josha Vagnoman, Innenverteidiger Yann Aurel Bisseck und Angreifer Younes Ebnoutalib neue Chancen. Die deutsche Startelf gegen Griechenland lautete: Nübel – Vagnoman, Tah, Bisseck, Brown – Kimmich – Nmecha, Conté – Adeyemi, Ebnoutalib, Schade.

Zwei Minuten Lachen am Telefon

Wie kurzfristig die Nominierung kam, erzählte Conté nach der Partie selbst: Als Klopp ihn anrief, um ihm die Startelf-Nominierung mitzuteilen, habe er nach eigener Aussage rund zwei Minuten am Telefon gelacht – so groß war die Überraschung. Auf seinen ersten Einsatz im DFB-Trikot habe er sich riesig gefreut, sagte er im Anschluss – schlicht „Riesenbock“ sei sein Gefühl gewesen.

Vom Leihgeschäft zurück in die Nationalelf

Contés Weg zu diesem Debüt führte über zwei Stationen abseits von Hoffenheim. Seit 2018 steht er bei der TSG unter Vertrag, sammelte per Leihe zunächst beim Karlsruher SC und zuletzt beim SV Elversberg Erfahrung, wo er in der vergangenen Saison als Stammspieler zum Aufstieg in die Bundesliga beitrug. Nach seiner Rückkehr nach Hoffenheim empfahl er sich mit zwei Torvorlagen in den ersten vier Pflichtspielen der laufenden Saison für Klopps ersten Kader – reichte zunächst aber nur für einen Platz im erweiterten Aufgebot gegen die Niederlande, aus dem er noch gestrichen wurde. Mit seinem Einsatz gegen Griechenland ist er nach Angaben seines Vereins der 14. Spieler, der im Trikot von Hoffenheim sein Debüt für die deutsche A-Nationalmannschaft gegeben hat.

Lob vom Bundestrainer

Klopp äußerte sich nach der Partie beeindruckt von Contés Auftritt und nannte Eigenschaften, die aus seiner Sicht für die Nominierung sprachen: eine seltene Mischung aus technischer Stärke, Zweikampf- und Ballgewinn-Mentalität sowie die Fähigkeit, gegnerisches Pressing auszulösen und zwischen den Linien zu agieren. Genau diese Kombination sei im DFB-Mittelfeld bislang nicht so ausgeprägt vorhanden gewesen, ließ der Bundestrainer erkennen. Damit bestätigte er im Grundsatz das Bild, das er seit seinem Amtsantritt vermittelt: Er will sein Team über aggressives Gegenpressing und schnelle Balleroberungen prägen und sucht dafür gezielt Spieler mit genau diesem Profil.

Einordnung

Ein Debüt bei einer Niederlage ist noch kein Stammplatz, und auch die 0:1-Niederlage gegen Griechenland ändert nichts daran, dass Deutschland unter Klopp weiterhin nach seiner Form sucht. Trotzdem ist Contés Einsatz mehr als eine Randnotiz: Er zeigt, dass der neue Bundestrainer tatsächlich breit sichtet und auch Spielern ohne große Vorschusslorbeeren kurzfristig eine Bühne gibt, wenn die Trainingseindrücke stimmen. Wie ernst es Klopp mit dieser Breite meint, zeigt der Blick auf den Rest der Länderspielpause: Am 1. Oktober trifft Deutschland in München auf Serbien, am 4. Oktober folgt in Thessaloniki das Rückspiel gegen Griechenland – für diese beiden Partien hat der Bundestrainer aus seinem 44 Mann starken Kader weitere 20 Spieler nominiert. Ob Conté in diesem Kreis auftaucht und sich dauerhaft festspielen kann, entscheidet sich erst in den kommenden Lehrgängen, wenn die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld wieder komplett zur Verfügung steht. Für Hoffenheim, das die Bundesliga-Saison mit nur drei Punkten aus vier Spielen auf Platz 14 begonnen hat, ist der Auftritt schon jetzt ein Gewinn an Sichtbarkeit – und ein Beleg dafür, dass sich der Umweg über die Zweitliga-Leihe für Conté ausgezahlt hat.

Quelle: sport1.de

Ähnliche Artikel

Diesen Artikel teilen
Keine Kommentare