Wirtz oder Musiala? Matthäus sieht Klopps Luxusproblem

Redaktion Fussballpuls
5 Minuten Lesezeit

Florian Wirtz oder Jamal Musiala: Lothar Matthäus sieht im DFB-Team eine Grundsatzfrage heraufziehen. Der Rekordnationalspieler hält es laut einem Bericht von fussballnationalmannschaft.net für schwierig, dass beide Offensivstars unter Bundestrainer Jürgen Klopp gleichzeitig auf dem Platz stehen. Es ist eine persönliche Einschätzung von Matthäus und keine Entscheidung des Trainers.

Matthäus‘ Argument: Hinten fehlt der Halt

Im Kern geht es um die Balance im Mittelfeld. Matthäus argumentiert, dass Joshua Kimmich in Klopps System als einziger Absicherer gefordert wäre. Davor würden mit Wirtz und Musiala zwei Spielmacher stehen, die ihre Stärken vor allem im letzten Drittel ausspielen. Gegen Topteams sei diese Besetzung nach seiner Einschätzung zu offensiv ausgerichtet.

Die mögliche Folge: Einer der beiden könnte zunächst auf der Bank landen. Für Klopp wäre das die Abwägung zwischen maximaler Kreativität und Stabilität gegen den Ball, wie sie viele Trainer in großen Spielen kennen.

Skepsis nach dem Start unter Klopp

Hintergrund der Debatte ist ein schwieriger Beginn. Laut dem Bericht gelang der Mannschaft in den ersten vier Spielen unter Klopp nur ein Sieg. Aus diesen Ergebnissen lässt sich allerdings kaum ablesen, wie ein System mit beiden Offensivkräften gegen starke Gegner funktionieren würde. Es fehlt schlicht an Spielen, in denen das Duo gemeinsam auf dem Platz stand und die Frage der Absicherung praktisch getestet wurde.

Matthäus stützt seine Skepsis deshalb offenbar vor allem auf taktische Überlegungen. Eine Aussage über die Qualität der beiden Spieler trifft er damit nicht. Beide gehören zu den größten Talenten, die der deutsche Fußball in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat.

Zwei Spielmacher, eine Position?

Der Reiz der Diskussion liegt darin, dass Wirtz und Musiala sich ähneln und doch unterscheiden. Beide sind technisch stark, beide suchen den Raum zwischen den Linien, beide leben von Tempo im Dribbling und Ideen im Zusammenspiel. Genau deshalb stellt sich die Frage, ob sie sich in einem Team ergänzen oder gegenseitig den Platz nehmen.

Eine denkbare Antwort liegt in der Rollenverteilung. Wenn einer der beiden mehr über die Flügelräume kommt und der andere zentral bleibt, ließe sich die Last anders verteilen. Ob Klopp diesen Weg gehen will, ist nicht bekannt. Äußerungen des Bundestrainers zu dem Thema liegen in dem Bericht nicht vor.

Wunsch und Realismus

Matthäus selbst würde sich laut Bericht über eine Lösung mit „Musiala UND Wirtz“ freuen. Nach den bisherigen vier Spielen glaubt er allerdings nicht daran, dass beide bei der EM 2028 gemeinsam auflaufen. Sein Wunsch und seine Prognose gehen also auseinander.

Sport.de schreibt zudem, Wirtz werde inzwischen „kritischer“ gesehen. Das zeigt, wie schnell die Stimmung rund um die Nationalmannschaft kippen kann, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Ein Hinweis darauf, dass Klopp selbst an einer gemeinsamen Besetzung zweifelt, ist das nicht.

Einordnung

Die Frage „Wirtz oder Musiala“ ist ein klassisches Luxusproblem. Andere Nationen wären froh, zwei solche Spieler vor dem Mittelfeld zu haben. Zugleich ist die Frage nach der Balance keine rein theoretische, denn Klopp muss eine Elf finden, die offensiv Wirkung entfaltet und defensiv nicht auseinanderfällt.

Matthäus‘ These ist nachvollziehbar, bleibt aber eine Meinung. Sie beruht auf wenigen Spielen und auf Annahmen über das Zusammenspiel, das bisher kaum zu sehen war. Entscheidend wird sein, was Klopp daraus macht.

Was jetzt zählt

Aufschluss gibt der nächste Kader. Der November-Kader und die Aufstellung werden zeigen, ob Klopp beide gemeinsam einsetzt und mit welcher Staffelung dahinter. Gelingt das Experiment, wäre die Debatte schnell erledigt. Wirkt die Mannschaft dagegen anfällig, dürfte die Diskussion um die Besetzung der offensiven Mittelfeldplätze weiter an Schärfe gewinnen.

Bis dahin bleibt die Debatte vor allem ein Beleg für die Qualität im Kader. Sie zeigt zugleich, wie früh in der Ära Klopp schon über die Ausrichtung der Mannschaft gestritten wird.

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Quelle: fussballnationalmannschaft.net

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