Das DFB-Team muss in der Nations League plötzlich rechnen. Nach vier Spielen unter Bundestrainer Jürgen Klopp steht die Auswahl in Gruppe 2 bei fünf Punkten und liegt hinter den Niederlanden und Griechenland nur auf Rang drei. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Griechenland in Augsburg brachte auch das 0:0 in Thessaloniki keinen Sprung nach vorn. Das Viertelfinale ist damit keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern hängt von den beiden Spielen im November ab.
Die Bilanz nach vier Spielen
Vier Partien, fünf Punkte: So lautet die Zwischenbilanz der Mannschaft. Zu ihr gehören unter anderem ein 2:0-Sieg gegen Serbien, die 0:1-Niederlage gegen Griechenland in Augsburg und zuletzt das torlose Remis in Thessaloniki. Fünf Punkte aus vier Spielen entsprechen rechnerisch einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage. Das ist für ein Team mit dem Anspruch des DFB-Teams zu wenig.
Die Lage ist heikel, weil die Mannschaft die Ausgangsposition nicht mehr allein bestimmt. Zwei Spiele stehen noch aus, und nach den bisherigen Szenarien reichen selbst zwei Siege im November nicht automatisch für die nächste Runde. Genau das macht die Rechnung so unbequem: Der Spielraum für weitere Ausrutscher ist klein geworden, und jeder Punktverlust wiegt schwerer als zu Beginn der Gruppenphase.
Thessaloniki: Der nächste Dämpfer
Das 0:0 in Griechenland beendete die ungewöhnlich lange Länderspielphase mit vier Partien innerhalb weniger Wochen. Zuvor hatte Klopp sein Heimdebüt gegen Griechenland verloren. Nach dieser Niederlage sagte er:
„Verlieren darfst du das Spiel nicht“
Auch Alexander Nübel äußerte sich kritisch. Laut den vorliegenden Berichten monierte er, die Mannschaft habe viel Ballbesitz, aber wenig Ertrag. Zudem schieße sie zu selten aufs Tor. Die Medien sprachen von zähem Ringen und wenig unterhaltsamem Fußball. In diesem Text soll es deshalb vor allem um die Frage gehen, was aus der Lage für die Tabelle folgt.
Was im November ansteht
Die Termine stehen fest: Am 13. November geht es in Belgrad gegen Serbien, am 16. November kommt es in Berlin zum Duell mit den Niederlanden. Den Kader für diese beiden Spiele gibt der DFB am 5. oder 6. November bekannt.
Beide Partien haben ihre eigene Schwierigkeit. In Belgrad trifft die Mannschaft auf einen Gegner, der zuvor 0:2 gegen Deutschland verloren hat. Hier ist ein Sieg nötig, wenn die Hoffnung auf das Viertelfinale lebendig bleiben soll. Gegen die Niederlande wartet dagegen ein Team, das in der Tabelle vor dem DFB-Team liegt. Weil es sich um ein Duell mit einem direkten Konkurrenten handelt, hat dieses Spiel besonderes Gewicht für die Frage, wer am Ende vorne landet.
- 13. November: Serbien – Deutschland in Belgrad.
- 16. November: Deutschland – Niederlande in Berlin.
- 5. oder 6. November: Bekanntgabe des Kaders durch den DFB.
So wird bei Punktgleichheit entschieden
Weil mehrere Teams eng beieinanderliegen können, kommt es auf die Regeln bei Punktgleichheit an. Haben mehrere Mannschaften gleich viele Punkte, entscheiden zuerst der direkte Vergleich, dann die Tordifferenz und schließlich die erzielten Tore. Das macht jedes Ergebnis im November doppelt wichtig, denn nicht nur Siege, sondern auch Torverhältnisse können am Ende den Ausschlag geben.
Die Szenarien, die ran.joyn.de durchgerechnet hat, zeigen: Mit zwei Siegen ist das Viertelfinale nicht in jedem denkbaren Fall sicher. Es bleibt also ein Restrisiko, selbst wenn Klopps Team beide Spiele gewinnt. Wie viele solcher Konstellationen es gibt und welche Ergebnisse der Konkurrenz dafür nötig wären, hängt vom Ausgang der übrigen Gruppenspiele ab. Eine verlässliche Prognose lässt sich deshalb derzeit nur bedingt geben.
Einordnung
Die Bilanz erzählt von einem Team, das in vier Spielen nur einmal gewonnen hat und dem es nach Nübels Worten an Ertrag im Angriff fehlt. Viel Ballbesitz allein bringt keine Punkte, wenn der Abschluss fehlt. Genau hier muss Klopp ansetzen, und genau darauf wird es bei der Kaderwahl Anfang November ankommen: Welche Spieler bringen die nötige Durchschlagskraft, um Überlegenheit endlich in Tore zu verwandeln?
Sportlich ist die Aufgabe klar umrissen. In Belgrad ist ein Sieg gefragt, am besten ein deutlicher, weil die Tordifferenz im Zweifel mitentscheidet. Gegen die Niederlande bietet sich die Chance, im direkten Duell ein Signal an die Konkurrenz zu senden. Gelingt beides, rückt das Viertelfinale in Reichweite, auch wenn laut den Szenarien selbst dann keine Garantie besteht. Gelingt es nicht, dürfte die Debatte um die Mannschaft und ihren neuen Bundestrainer früh Fahrt aufnehmen.
Die Rechenaufgabe ist lösbar, aber sie lässt sich nicht mehr nebenbei erledigen. Zwei Spiele, ein klares Ziel und wenig Raum für Fehler: So geht das DFB-Team in den November.
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Quelle: ran.joyn.de





