Klopps XXL-Casting: 44 Nominierte, elf Debütanten laut 90min, gemischte Bilanz

Redaktion Fussballpuls
5 Minuten Lesezeit

Jürgen Klopp hat in der Länderspielphase 44 Spieler nominiert, darunter laut 90min elf Debütanten. Die Gesamtbilanz lautet ein Sieg, zwei Remis und eine Niederlage. Auch Klopps eigenes Fazit fiel gemischt aus.

Die Phase nach der Weltmeisterschaft war für den DFB damit keine behutsame Feinjustierung, sondern eine breit angelegte Bestandsaufnahme. Offen ist nun, wer langfristig zum Stamm der Mannschaft gehört.

44 Nominierte, elf Debütanten: Das Casting in Zahlen

44 nominierte Spieler sind für eine einzige Länderspielphase ein ungewöhnlich hoher Wert. Üblicherweise greifen Bundestrainer auf einen deutlich kleineren Pool zurück, um Abläufe einzuüben. Klopp ging den entgegengesetzten Weg und holte viele Profis in den Kreis der Nationalmannschaft.

Elf davon sind nach Angaben von 90min Debütanten. Das Portal berichtet nicht im Detail, wie viele dieser Spieler am Ende tatsächlich zu einem Länderspieleinsatz kamen. Deshalb spricht dieser Artikel bewusst allgemein von Neulingen im Kreis der Nationalmannschaft und nicht von gesicherten Länderspieldebüts.

Eine Mannschaft, die sich so stark verändert, kann nur schwer eingespielte Abläufe entwickeln. Genau das macht die Bewertung der Phase schwierig.

Gemischte Bilanz

Sportlich ergibt sich ein durchwachsenes Bild: ein Sieg, zwei Unentschieden und eine Niederlage. Das löst weder Euphorie noch Alarmstimmung aus.

Klopp selbst zog ein gemischtes Fazit. Das passt zur Anlage der Phase, denn es ging offenbar weniger um Ergebnisse als darum, Spieler unter Länderspielbedingungen zu beobachten. Wer so breit testet, nimmt schwankende Auftritte bewusst in Kauf.

Die Idee dahinter: Breit sichten nach der WM

Nach einem Turnier ist traditionell der Zeitpunkt, an dem ein Trainer Neues ausprobieren kann. Das Casting war laut dem vorliegenden Bericht Klopps Methode, den Kader nach der WM breit zu sichten. Danach folgt die Frage, wer dauerhaft zum Kern gehört.

Die Interessen sind dabei klar verteilt:

  • Der Bundestrainer will Eindrücke und Argumente für spätere Nominierungen.
  • Die Spieler wollen sich im Gedächtnis des Trainerteams festsetzen.
  • Die Öffentlichkeit wünscht sich eine erkennbare Elf.

Gerade der letzte Punkt ist heikel. Laut 90min sieht die Presse noch keine klare Mannschaft. Das ist der zentrale Einwand gegen das Casting: viel Bewegung, aber bislang kein erkennbares Spielermodell.

Die Rückholdebatte: Wer fehlt?

Wer so breit sichtet, löst automatisch die Diskussion aus, wer dabei fehlte. 90min fordert Rückholaktionen und fragt, welche fünf Stars Klopp ins DFB-Team zurückholen muss. Einer der genannten Namen ist Deniz Undav.

Wichtig ist die Einordnung: Das ist eine Forderung der Redaktion von 90min. Eine Aussage des Bundestrainers dazu liegt nicht vor. Der Vorschlag zeigt aber, dass neben der Neugier auf neue Gesichter auch der Wunsch nach bewährten Spielern besteht.

Ausblick: Der November

Im November trifft die Nationalmannschaft auf Serbien und die Niederlande. Bis dahin muss Klopp aus dem großen Pool einen konkurrenzfähigen Kern formen. Dann wird sich zeigen, welche Eindrücke aus den vergangenen Wochen er in konkrete Entscheidungen umsetzt und welche Neulinge sich im Kader halten.

Spätestens bei diesen Spielen dürfte sich entscheiden, ob die Breite der Sichtung als sinnvolle Investition gilt oder ob am Ende eher der Eindruck von Unruhe bleibt.

Einordnung der Redaktion

Die folgende Einschätzung stammt von uns und beruht auf keiner Information aus dem Umfeld des Bundestrainers.

Eine breite Sichtung nach einer WM ist nachvollziehbar, weil die Ergebnisse in dieser Phase weniger Gewicht haben als vor einem Turnier. Der Wert eines solchen Castings bemisst sich daran, was danach daraus folgt. Zeigt sich im November eine klarere Auswahl, hat sich der Aufwand gelohnt. Bleibt die Rotation auf diesem Niveau, wird die Kritik lauter werden, dass es an einer Linie fehlt. Ob Spieler wie Undav dabei eine Rolle spielen, lässt sich derzeit nicht seriös sagen.

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Quelle: 90min.de

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