Lennart Karl hat beim FC Bayern offenbar Gegenwind aus dem eigenen Haus. Laut der „Bild“ soll es die Klubführung stören, dass der 18-Jährige in den sozialen Netzwerken zu viel von seinem Glamour-Lifestyle und seinem Privatleben zeige. Dazu zähle die Beziehung zur Influencerin Zoe Käppele. Der Rekordmeister soll Karl deshalb nahegelegt haben, weniger Zeit auf Instagram und mehr Energie auf dem Platz zu investieren. Bestätigt hat der Klub das bislang nicht. Es handelt sich um einen Bericht des Boulevardblatts, den auch fussballtransfers.com aufgreift.
Formtief statt Leichtigkeit
Sportlich läuft es für Karl in dieser Saison nicht so, wie es die Leichtigkeit der vergangenen Spielzeit hätte erwarten lassen. Wettbewerbsübergreifend kommt er auf drei Einsätze in der Startelf und auf zwei direkte Torbeteiligungen. Seit Wochen sucht er erkennbar nach seiner Form, die Unbekümmertheit des Vorjahres ist nur selten zu sehen.
Einen nachvollziehbaren Grund dafür gibt es: Karl hatte im Sommer einen Muskelbündelriss. Solche Verletzungen können einen jungen Spieler zurückwerfen, bis Rhythmus und Selbstvertrauen wieder da sind. Auch Trainer Vincent Kompany verweist auf körperliche Probleme, dazu gleich mehr.
Der Bericht der „Bild“: Was dem Klub angeblich missfällt
Nach Darstellung der „Bild“ werde die Formschwäche intern allerdings nicht allein mit der Verletzung erklärt. Vielmehr soll die Außendarstellung des Youngsters für Unmut bei den Bayern-Bossen sorgen. Die Verantwortlichen sollen sich demnach mehr Zurückhaltung und einen stärkeren Fokus auf den Fußball wünschen. Konkret berichtet das Blatt:
- Karl soll weniger Einblicke in seinen Lifestyle und sein Privatleben geben.
- Als Orientierung soll Tom Bischof (21) genannt worden sein, der etwa im gleichen Alter ist.
- Bischofs Freundin ist laut Bericht in den sozialen Netzwerken ebenfalls sehr aktiv, er selbst stelle die Beziehung aber nicht so offen zur Schau.
Wichtig ist die Einordnung: Alle diese Punkte stammen aus einem einzelnen Medienbericht. Eine offizielle Stellungnahme des FC Bayern zu einem solchen Appell liegt nach unserem Stand nicht vor. Auch ist nicht überprüfbar, wie deutlich oder in welcher Form ein mögliches Gespräch stattgefunden haben soll.
Kompany stärkt Karl den Rücken
Öffentlich bekam Karl zuletzt Rückendeckung von seinem Trainer. Vincent Kompany äußerte sich gelassen über die Phase des Offensivspielers:
„Er hat noch nicht wirklich die Leistung von der vergangenen Saison gezeigt, aber das ist auch okay. Er weiß, dass ich auch erwarte, dass das manchmal passiert. Er ist noch jung und hat ein paar körperliche Probleme gehabt. Er wird wiederkommen. Ich mache mir keine Sorgen“, so Kompany zuletzt.
Der Belgier ordnet die Formkurve also eher sportlich und körperlich ein, nicht als Folge von Ablenkung. Von einer Kritik an Social-Media-Aktivitäten ist in seinen Worten nichts zu lesen. Das muss kein Widerspruch zum Bericht sein, denn ein Trainer äußert sich öffentlich naturgemäß anders, als es intern der Fall sein könnte. Belegen lässt sich aber nur das, was Kompany tatsächlich gesagt hat.
Chance am Sonntag
Eine Gelegenheit zur Wiedergutmachung könnte schon bald kommen. Am Sonntag (17:30 Uhr) könnte Karl durchaus wieder eine Chance von Beginn an erhalten. Viele Spieler haben das kräftezehrende 2:2 gegen Arsenal in den Beinen, zudem muss die Offensive mit Jamal Musiala (23) und Luis Díaz (29) zwei prominente Ausfälle verkraften. Das eröffnet Karl Spielraum, den er nutzen kann. Ob Kompany tatsächlich auf ihn setzt, ist allerdings offen und wird sich erst mit der Aufstellung zeigen.
Einordnung
Der Fall zeigt ein bekanntes Spannungsfeld: Ein junger Spieler, der in der vergangenen Saison für Aufsehen sorgte, wird schnell zur Marke, und jeder Schritt abseits des Platzes wird beobachtet. Fällt dann die Form ab, suchen Medien und Umfeld nach Erklärungen. Der angebliche Appell des Klubs ist bislang nur durch die „Bild“ berichtet und nicht offiziell bestätigt.
Belegt ist dagegen, was die nackten Zahlen und die Aussagen des Trainers hergeben: Karl hatte im Sommer einen Muskelbündelriss, hat bislang drei Startelf-Einsätze gesammelt und knüpft noch nicht an die Leistungen des Vorjahres an. Ob und wie stark Social Media dabei eine Rolle spielt, bleibt nach aktuellem Stand eine Behauptung des Berichts. Entscheidend wird sein, ob Karl auf dem Platz wieder überzeugt. Kompanys öffentlicher Rückhalt ist dafür eine gute Grundlage.
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Quelle: fussballtransfers.com





