Jürgen Klopp hat die Münchner Mittelfeldspieler Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof nach dem 2:2 des FC Bayern gegen den FC Arsenal gelobt. Laut 90min.de sagte er sinngemäß, die beiden könnten überragend zusammenspielen. Zugleich äußerte er sich grundsätzlich dazu, wie ein gutes Mittelfeld aufgebaut sein sollte. Im Mittelpunkt steht dabei weniger eine einzelne Personalie als die Frage, ob die klassische Doppel-Sechs im DFB-Team noch das Maß aller Dinge ist.
Warum Pavlovic und Bischof gemeinsam spielten
Beim 2:2 gegen Arsenal fehlte Joshua Kimmich. Dadurch bildeten Pavlovic und Bischof gemeinsam die Mittelfeldzentrale der Münchner. Ein solcher Abend ist für zwei junge Spieler eine Bewährungsprobe, und genau deshalb fällt das Urteil des Bundestrainers ins Gewicht.
Beide Spieler gelten schon in der 44er-Kaderanalyse als Kandidaten für die Nationalmannschaft. Für die Bewertung ist weniger das Ergebnis entscheidend als die Frage, wie sicher die beiden im Zentrum auftraten. Klopps Lob fiel nach Darstellung von 90min jedenfalls deutlich aus.
Klopps Pool-Gedanke im Detail
Inhaltlich ging der Bundestrainer über das Lob für das Duo hinaus. Laut 90min braucht ein gutes Team nach seiner Auffassung nicht zwei fest gesetzte Spieler für die Doppel-Sechs, sondern vier bis sechs starke Mittelfeldspieler.
Das ist eine taktische Grundsatzaussage. Statt eines starren Paares denkt Klopp demnach in einer Gruppe mehrerer Spieler, die auf hohem Niveau austauschbar sind. Wer von ihnen spielt, könnte dann von Gegner, Form und Spielverlauf abhängen. Für die Kaderplanung hieße das: Breite wäre wichtiger als die frühe Festlegung auf eine Stammbesetzung.
Ein solches Modell hat erkennbare Vorteile. Mehr gleichwertige Optionen erhöhen die Konkurrenz im Kader und machen das Team weniger abhängig von einzelnen Ausfällen. Gerade der Abend gegen Arsenal zeigt, wie schnell ein Stammspieler fehlen kann und dass dann andere Profis bereitstehen müssen.
Das Konzept hat aber auch einen Preis. Eingespielte Abläufe im Zentrum brauchen Zeit, und im Nationalteam gibt es davon vergleichsweise wenig. Ob sich ein Rotationsmodell in den kurzen Lehrgängen umsetzen lässt, wird sich erst in der Praxis zeigen. Aussagen allein beantworten diese Frage nicht.
Was das für Kimmich bedeutet
Die Frage nach der Mittelfeldzentrale begleitet Klopp seit seinem Amtsantritt, und sie hängt eng mit der Rolle von Joshua Kimmich zusammen. 90min sieht in den Auftritten von Pavlovic und Bischof Argumente für eine größere Rolle der Jungspieler. Das Portal betont aber auch, dass Klopp keine Ablösung Kimmichs andeutet.
Wer aus den Aussagen zur Doppel-Sechs einen Abschied von Kimmich ableitet, liest also mehr hinein, als die Quelle hergibt. Der Pool-Gedanke zielt auf Breite und Konkurrenz im gesamten Mittelfeld. Er bedeutet nicht automatisch, dass ein etablierter Spieler seinen Platz verliert.
Gerrard und die Reaktionen
Auch Liverpool-Legende Steven Gerrard äußerte sich laut 90min lobend über das Bayern-Duo und nannte es herausragend. Das ist ein Kompliment mit Gewicht in der öffentlichen Wahrnehmung. Es sagt allerdings nichts darüber, wie Klopp im Nationalteam plant.
Beide Lesarten lassen sich vereinbaren: Die Jungen drängen nach vorn, und der Bundestrainer will die Konkurrenz im Mittelfeld offen halten.
Was jetzt offen bleibt
- Kimmichs Rolle: Klopp deutet laut 90min keine Ablösung an.
- Pavlovic und Bischof: Beide haben sich mit dem Auftritt gegen Arsenal ins Gespräch gebracht.
- Das Modell: Klopp spricht sich laut 90min für einen breiten Mittelfeldpool statt einer festen Doppel-Sechs aus.
Im November-Kader dürfte sich zeigen, wie Klopp das Mittelfeld besetzt. Die offene Frage lautet: Setzt er tatsächlich auf Rotation im Zentrum oder am Ende doch auf ein eingespieltes Duo?
Einordnung
Die Aussagen sind keine Beförderung von Pavlovic und Bischof zu Stammspielern. Sie sind auch keine Absage an Kimmich. Sie sind ein Signal, dass der Bundestrainer das Mittelfeld eher als Gruppe sieht und nicht als feste Paarung. Die beiden Münchner haben in einem wichtigen Spiel ihre Chance bekommen und dürften im November schwer zu übergehen sein.
Entscheidend bleibt, ob aus dem Pool-Gedanken in den Aufstellungen tatsächlich ein Rotationsmodell wird. Bis dahin sind es Aussagen und noch keine Fakten. Nicht jede Konstellation, die bei einem Klub funktioniert, lässt sich eins zu eins auf die Nationalelf übertragen. Dort gelten andere Abläufe, andere Gegner und weniger gemeinsame Trainingszeit. Das macht Klopps Ansatz interessant, aber in der Umsetzung anspruchsvoll.
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Quelle: 90min.de





