Nicolò Tresoldi lässt weiter offen, für welches Land er spielen wird. Laut 90min.de hat sich nun der Vater des 22-jährigen Stürmers vom FC Brügge zu Wort gemeldet. Die Entscheidung zwischen dem DFB und Italien treffe der Sohn selbst, und zwar mit dem Herzen und nicht aus sportlichen Gründen. Eine schnelle Festlegung ist damit nicht in Sicht.
Was der Vater laut 90min.de sagt
Der Vater ist 52 Jahre alt und ehemaliger Serie-A-Profi. Nach Angaben von 90min.de betont er, dass die Wahl der Nationalmannschaft allein bei Nicolò liege. Es gehe um Gefühl und Zugehörigkeit, sportliche Gründe sollen demnach nicht den Ausschlag geben. Dabei fällt ein Satz, der in Deutschland aufmerksam gelesen werden dürfte:
„Es gibt eine Verbundenheit aus Dankbarkeit, die man unmöglich ignorieren kann.“
Wem diese Dankbarkeit gilt, geht aus der berichteten Aussage nicht hervor. Man kann sie als Hinweis auf Deutschland lesen, wo Tresoldi aufgewachsen ist. Belegt ist das aber nicht, es bleibt eine Deutung. Klar ist nur, dass der Vater die Wahl laut 90min.de als persönliche Frage beschreibt, die mit dem Gefühl zu tun hat und nicht mit rein sportlichen Erwägungen.
Der Traum vom AC Mailand
Vor allem in Italien dürfte eine andere Passage Aufmerksamkeit finden. Der Vater soll gesagt haben:
„Sein Traum ist es, das Trikot des AC Mailand zu tragen.“
Dabei geht es zunächst um die Klubebene und nicht um die Nationalmannschaft. Die Aussage zeigt dennoch, wie eng der Bezug der Familie zu Italien ist, auch durch die eigene Laufbahn des Vaters in der Serie A. Bemerkenswert ist zudem, was er laut 90min.de zu einem möglichen Angebot von Inter sagt: Er sei sich „überhaupt nicht sicher“, ob sein Sohn zusagen würde. Der Traum gilt demnach einem bestimmten Klub und nicht irgendeinem italienischen Angebot.
Ob daraus Rückschlüsse auf die Nationalmannschaft zu ziehen sind, bleibt Spekulation. Ein Wunsch für die Vereinskarriere sagt noch nichts darüber, welches Trikot Tresoldi im Länderspiel tragen will. Er zeigt allerdings, dass Italien für die Familie offenbar mehr ist als eine bloße Alternative auf dem Papier.
Klopp und Mancini sollen sich gemeldet haben
Laut 90min.de haben sich sowohl Jürgen Klopp als auch Roberto Mancini gemeldet. Welche Argumente oder Zusagen dabei eine Rolle gespielt haben sollen, geht aus dem vorliegenden Bericht nicht hervor. Weitere Einzelheiten zu diesen Kontakten sind nicht bekannt, deshalb sollte man sie nicht überbewerten.
Tresoldi kann sowohl für Deutschland als auch für Italien auflaufen und ist in Deutschland aufgewachsen. Beide Verbände haben also gute Gründe, um ihn zu werben. Wie genau sich die Frage der Nationalmannschaft formal entscheidet, hängt von den Regeln des Weltverbands ab und wird in dem Bericht nicht näher ausgeführt. Sicher ist nach Darstellung von 90min.de nur: Die Entscheidung ist derzeit offen.
Warum die Entscheidung bis 2027 warten soll
Der wichtigste Termin steht laut 90min.de fest: Nicolò soll dem U21-Trainer versprochen haben, den Weg bis zur U21-EM zu gehen. Die Entscheidung über seine Zukunft soll erst nach dem Turnier im Sommer 2027 fallen. Für den DFB und für Italien bedeutet das mehrere Monate Wartezeit.
Ein solches Versprechen spricht für Verlässlichkeit. Es legt aber nur den Zeitpunkt fest und nicht das Ergebnis. Aus dem Bericht lässt sich nicht ablesen, wie die Wahl später ausfällt. Der Vater betont vielmehr, dass der Sohn sie selbst und nach Gefühl treffe.
Was jetzt offen bleibt
Bis zur U21-EM 2027 bleibt also unklar, für welches Land Tresoldi spielt. Wie sich seine Situation beim Klub bis dahin entwickelt, lässt sich seriös nicht vorhersagen. Wer ihn für sich gewinnen will, hat nach dem berichteten Zeitplan Zeit, aber auch Konkurrenz. Ob und wie oft es weitere Gespräche geben wird, ist nicht bekannt.
Einordnung
Für den DFB ist die emotionale Begründung die unbequemste Variante, denn gegen Gefühle lässt sich schlecht mit Argumenten arbeiten. Positiv aus deutscher Sicht ist das berichtete Versprechen an den U21-Trainer: Es spricht dafür, dass Tresoldi den Weg im deutschen Nachwuchs zunächst weitergehen will. Der Mailand-Traum und die Verbundenheit zu Italien zeigen aber, dass der DFB in diesem Fall nicht als klarer Favorit gelten kann. Dass sich Klopp gemeldet haben soll, kann helfen, eine Garantie ist es nicht. Entscheidend wird sein, was Tresoldi selbst nach der U21-EM empfindet.
Der Fall erinnert daran, dass Nationalmannschaftswechsel und -entscheidungen oft lange offen bleiben, wenn Spieler zwei sportliche Heimaten haben. Für Tresoldi, der in Deutschland groß geworden ist und familiär nach Italien blickt, gilt das in besonderem Maß. Bis zum Sommer 2027 dürften Aussagen aus seinem Umfeld deshalb immer wieder genau gelesen werden, ohne dass sie bereits eine Entscheidung bedeuten. Verlässliche Hinweise gibt es erst, wenn Tresoldi sich selbst äußert.
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Quelle: 90min.de





