Effenberg warnt Klopp: „Muss einigen Spielern wehtun“

Redaktion Fussballpuls
5 Minuten Lesezeit

Stefan Effenberg sieht auf Bundestrainer Jürgen Klopp unangenehme Gespräche zukommen: Bei der nächsten Nominierung müsse er einigen Spielern wehtun, schreibt der frühere Nationalspieler in seiner Kolumne bei t-online. Komme keine Besserung, werde der Ton gegenüber Klopp laut Effenberg „schnell härter“.

Effenberg äußerte sich in seiner t-online-Kolumne und bei Sport1. Seine Kritik bezieht sich auf die ersten Wochen von Klopps Amtszeit als Bundestrainer. Sie betrifft vor allem zwei Punkte: die aus seiner Sicht fehlende erkennbare Spielidee und die Frage, wie Klopp seinen breit angelegten Kader nun eingrenzt.

Effenbergs Kritik: Keine neue Spielidee erkennbar

Effenberg bemängelt, dass nach dem 0:1 gegen Griechenland keine neue Spielidee erkennbar gewesen sei. Dieses Spiel fand am 27. September in Augsburg statt und war Klopps Heimdebüt. Für den Kolumnisten ist das ein zentrales Problem. Ergebnisse lassen sich nach seiner Sicht in einer frühen Phase noch erklären, eine fehlende Handschrift auf dem Platz dagegen schwerer.

Wichtig für die Bewertung: Die Kritik stammt von einem Kolumnisten und TV-Experten. Sie ist eine persönliche Einschätzung und keine Bewertung durch den DFB oder durch die Spieler selbst. Effenberg will sehen, wohin sich die Mannschaft entwickelt, und richtet seinen Blick deshalb auf die nächste Nominierung, die für November ansteht.

Die Kernbotschaft: Jetzt muss ausgewählt werden

Klopp hatte für die Länderspielphasen im September und Oktober insgesamt 44 Spieler nominiert. Nach Effenbergs Einschätzung muss die Phase des breiten Ausprobierens nun enden. Wer dabei war, sich aber nicht aufdrängen konnte, müsse damit rechnen, im November nicht mehr zum Aufgebot zu gehören.

Eine Nominierung, die Spielern Hoffnung macht, ist leicht. Eine Nominierung, die bewusst Namen streicht, muss dagegen begründet und erklärt werden. Diese Erklärung erwartet der Kolumnist vom Bundestrainer. Dass Klopp die Gespräche mit den betroffenen Spielern führen muss, ist der Kern seiner Warnung.

Klopps Verteidigung des breiten Kaders

Klopp verteidigt den Test eines breiten Kaders. Nach seinen Worten hat jeder berufene Spieler seine Nominierung gerechtfertigt. Der Bundestrainer versteht die Sichtung also nicht als Beliebigkeit, sondern als bewusste Entscheidung für die Anfangsphase seiner Amtszeit.

Beide Positionen haben ihre Logik. Wer viele Spieler beruft, erfährt mehr über die Breite des Kaders und über Alternativen auf einzelnen Positionen. Das Risiko liegt darin, dass sich bei ständig wechselndem Personal kaum eingespielte Abläufe entwickeln. Vor dem nächsten Zusammenkommen stellt sich damit die Frage, ob aus der Sichtung ein erkennbares Gerüst wird.

Wie es weitergeht

Die Nominierung für den November zeigt, wen Klopp aussortiert und wie er seine Auswahl begründet. Dann wird sich auch zeigen, ob er auf die Kritik reagiert und der Mannschaft eine klarere Struktur gibt. Eine kleinere Auswahl würde Signale senden und den Konkurrenzkampf verschärfen. Sie würde Klopp aber auch stärker an Ergebnisse und Spielweise binden, weil mit weniger Namen die Erklärungen knapper werden.

Was bislang feststeht und was offen ist

  • Effenberg erwartet, dass Klopp bei der nächsten Nominierung einigen Spielern wehtun muss.
  • Bleibt die Besserung aus, wird der Ton laut Effenberg „schnell härter“.
  • Klopp verteidigt den Test eines breiten Kaders und sagt, jeder berufene Spieler habe seine Nominierung gerechtfertigt.
  • Offen ist, wie groß das Aufgebot im November ausfällt und welche Spieler nicht mehr dabei sind.

Ob Klopp die Kritik als berechtigt ansieht, ist nicht überliefert. Seine Verteidigung des breiten Kaders spricht eher dafür, dass er den eingeschlagenen Weg zunächst für richtig hält. Über die Zusammensetzung des Aufgebots entscheidet allein der Bundestrainer, Effenbergs Warnung ist dafür lediglich ein Stimmungsbild aus der Expertenrunde.

Die Debatte zeigt, wie früh die Erwartungen an Klopps DFB-Team gestiegen sind. Effenberg verlangt dabei keine Perfektion, sondern eine erkennbare Richtung. Für Klopp bedeutet das: Im November muss er nicht nur Namen nennen, sondern auch erklären, welche Idee hinter seiner Auswahl steht.

Die Angaben stützen sich auf die Kolumne von Stefan Effenberg bei t-online.de sowie seine Aussagen bei Sport1.

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Quelle: t-online.de

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