Kann der VfB Stuttgart die Lücke zu Werder Bremen schließen, oder baut der Tabellenfünfte seinen Vorsprung aus? Die Liga-Bilanz spricht klar für die Gäste. Stuttgarts Torchancen-Zahlen der vergangenen Wochen lassen das Duell aber offener wirken, als die Tabelle vermuten lässt.

So liest du die Grafik: Rote Balken sind die Expected Goals (xG), die sich die Mannschaft im jeweiligen Spiel erarbeitet hat, graue Balken die zugelassenen. Darüber stehen Ergebnis und Endstand. Liegen die roten Balken dauerhaft deutlich höher, ist die Mannschaft klar besser als ihre Gegner – auch wenn ein Ergebnis mal nicht passt.
Ausgangslage in der Bundesliga
Nach acht Spielen steht Werder Bremen mit 15 Punkten auf Platz 5. Die Bilanz lautet 4 Siege, 3 Unentschieden und 1 Niederlage, die Tordifferenz beträgt +3. Der VfB Stuttgart liegt mit 9 Punkten auf Rang 11 und hat nur 3 der 8 Partien gewonnen, bei 5 Niederlagen und ohne Remis. Die Tordifferenz liegt bei -1.
- Bremen: Platz 5, 15 Punkte, Bilanz 4-3-1, Tordifferenz +3
- Stuttgart: Platz 11, 9 Punkte, Bilanz 3-0-5, Tordifferenz -1
Sechs Punkte Abstand sind nach acht Spieltagen viel. Ein Heimsieg würde Stuttgart aber näher an die obere Tabellenhälfte rücken.
Formcheck: Stuttgart pendelt, Bremen bleibt ungeschlagen
Stuttgarts Formkurve der letzten fünf Pflichtspiele lautet Remis, Niederlage, Sieg, Sieg, Niederlage. Dabei standen auch zwei Champions-League-Partien an: ein 1:1 gegen Atlético Madrid am 20. Oktober und eine Niederlage gegen Galatasaray am Dienstag, 3. November. In der Bundesliga verlor der VfB am 23. Oktober gegen Borussia Mönchengladbach, gewann am 31. Oktober aber mit 4:2 bei Bayer Leverkusen. Im DFB-Pokal setzte sich Stuttgart am 28. Oktober mit 1:0 gegen den SC Paderborn 07 durch.
Bremen zeigt ein stabileres Bild in der Liga. In den vier jüngsten Bundesliga-Spielen blieb die Mannschaft ungeschlagen: 2:2 gegen Borussia Dortmund, 2:2 gegen Paderborn, 3:2 gegen Mainz 05 und zuletzt ein 2:0 gegen die TSG Hoffenheim am 31. Oktober. Das einzige Minus der Serie ist das Pokal-Aus gegen Dortmund am 27. Oktober (2:3).
Das sagen die Daten
Expected Goals (xG), also die Qualität der Torchancen, zeichnen für beide Teams ein offensives, aber anfälliges Bild. Die folgenden Werte stammen aus den bisherigen acht Liga-Spielen, pro Spiel:
- Stuttgart: 2,14 xG erzielt, 2,42 xG zugelassen
- Bremen: 1,75 xG erzielt, 1,57 xG zugelassen
Bremen steht damit in der Chancenbilanz im Plus (+0,18 pro Spiel), Stuttgart im Minus (-0,28). Der VfB erspielt zwar mehr Chancen, lässt aber auch deutlich mehr zu. Das passt zur Tordifferenz von -1 und den fünf Niederlagen.
Auf die jeweils letzten fünf Liga-Spiele bezogen verschiebt sich das Bild. Stuttgart kommt hier auf zusammen 10,67 xG bei 8 Toren und ließ 9,74 xG zu, bei 7 Gegentoren. Bremen erreicht 11,36 xG bei 12 Toren und gestattete 7,06 xG bei 8 Gegentoren. Bremen hat in dieser Phase also beide Werte besser im Griff und seine Chancen auch effizient genutzt. Stuttgart hat die Qualität der Gegenchancen dagegen nicht deutlich gesenkt. Das 2:3 gegen Gladbach, bei dem der VfB 3,16 xG zuließ, ist dafür der klarste Beleg.
Worauf es ankommt
Unsere Einschätzung: Die Partie dürfte vor allem davon abhängen, wie Stuttgart seine Defensive stabilisiert. Mit 2,42 zugelassenen xG pro Spiel in der Liga hat der VfB die größte Baustelle auf dem Platz. Bremen erzielte in den letzten fünf Liga-Spielen im Schnitt etwa 2,3 xG. Das spricht dafür, dass die Gäste ihre Chancen bekommen werden.
Für Stuttgart spricht dagegen die Torgefahr, die beim 4:2 in Leverkusen (3,23 xG) sichtbar war. Gelingt es dem VfB, dieses Niveau zu wiederholen, kann er Bremens Defensive fordern, die im Schnitt 1,57 xG pro Spiel zulässt. Ein torreiches Spiel erscheint nach den Daten wahrscheinlicher als ein Abnutzungskampf. Beide Teams kassierten in ihren jüngsten Liga-Spielen häufig mindestens zwei Gegentore.
Auch der Rhythmus kann eine Rolle spielen. Stuttgart bestritt zwischen dem 20. Oktober und dem 3. November fünf Pflichtspiele, davon zwei in der Champions League. Ob das Folgen hat, lässt sich aus den Daten nicht ablesen. Es bleibt ein Faktor, den man im Blick behalten sollte.
Anstoß und Ort
Das Spiel findet am Samstag, 7. November 2026, um 18:30 Uhr in der MHPArena statt. Es ist ein Heimspiel für den VfB Stuttgart.
Live im Watchalong
Wir begleiten das Spiel live im Watchalong auf unserem YouTube-Kanal „Dein Fussballpuls“ – mit Live-Statistiken, Aufstellungen und Chat.





