BVB: Kovac räumt laut WAZ zu wenig Einsatzzeit für Talente ein

Redaktion Fussballpuls
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Niko Kovac steht bei Borussia Dortmund beim Thema Nachwuchs im Fokus. Sportlich gilt der 55-Jährige nach Punkteschnitt als einer der erfolgreichsten BVB-Trainer der Vereinsgeschichte. Eine Vorgabe aus dem Sommer erfüllt er laut Bericht von fussballtransfers.com aktuell aber nicht: Die eigenen Talente sollten deutlich mehr Spielpraxis bekommen. Gegenüber der „WAZ“ hat Kovac erklärt, warum die Youngsters zuletzt seltener zum Zug kommen.

Der Auftrag: mehr Einsatzzeit für den Nachwuchs

Im Zuge der Verpflichtung des neuen Sportdirektors Ole Book formulierte der BVB vor der Saison ein klares Ziel: Junge, teils selbst ausgebildete Spieler sollen häufiger auf dem Platz stehen. Weil ein Titel angesichts der starken Konkurrenz aus München schwer zu erreichen ist, hat dieser Auftrag für Kovac nach Darstellung von fussballtransfers.com besonderes Gewicht.

Zu Beginn der Saison wurde die Vorgabe nach diesem Bericht auch umgesetzt. Spätestens seit der Länderspielpause kommen die jungen Profis bei den Schwarz-Gelben demnach aber kaum noch zum Einsatz. Der Trainer hat sich dazu gegenüber der „WAZ“ geäußert und seine Haltung erläutert.

Kovac erklärt seine Linie

Kovac bestätigt den Eindruck grundsätzlich. Er verweist auf die Phase mit drei sieglosen Pflichtspielen am Stück. In engeren Situationen neige ein Trainer eher dazu, erfahrene Spieler zu bringen. Dazu sagte er laut „WAZ“:

„Es stimmt, die Jungen sind momentan ein wenig hintendran. Wenn es etwas enger ist, hat man als Trainer eher den Hang, erfahrene Spieler zu bringen.“

Als Beispiel nennt der Bericht Joane Gadou. Der 19-Jährige hatte sich zu Saisonbeginn einen Stammplatz in der Abwehrkette erkämpft, kommt laut „WAZ“ aber immer weniger zum Einsatz. Beim 1:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Wochenende wurde er erst in der Nachspielzeit eingewechselt.

Die Niederlage gegen Bodö/Glimt als Knackpunkt?

Laut „WAZ“ vertraut Kovac den jungen Spielern aktuell nicht genug. Als einen der Gründe nennt die Zeitung das 0:1 in der Champions League gegen Bodö/Glimt, das sie als peinlich bezeichnet. Dort liefen Samuele Inácio und Konstantinos Karetsas, beide 18 Jahre alt, nebeneinander im offensiven Mittelfeld auf. Kovac selbst übernahm dafür die Verantwortung:

„Das habe ich auf meine Kappe genommen, da waren wir etwas zu jung für die Champions League.“

Gegen Frankfurt standen Filippo Mane (21), Samuele Inácio und Enzo dos Santos (17) zunächst nicht auf dem Platz, sie blieben auf der Bank. Mathis Albert (17) und Kaua Prates (18) fehlten verletzt.

Geduld als Ansage

Wann die jungen Spieler wieder mehr Einsatzzeit bekommen, ist laut Bericht unklar. Kovac appelliert an sie, geduldig zu bleiben. Sie müssten sich im Training anbieten, aber auch über die U23 Spielpraxis sammeln. Spielminuten seien für die Entwicklung wichtig, Trainingseinheiten allein reichten nicht aus. Hinzu komme, dass es in den vergangenen und kommenden Wochen wegen der vielen Spiele nur wenige Trainingsminuten gebe. Deshalb würden die Youngsters das eine oder andere Spiel unten machen, so der Trainer sinngemäß.

Was sich aus den Aussagen ableiten lässt

  • Kovac nennt die U23 ausdrücklich als Möglichkeit für die Talente, Spielpraxis zu sammeln.
  • Die vielen Spiele lassen laut Kovac wenig Raum für Training, was die Lage der Youngsters erschwert.
  • Einen Zeitpunkt, wann die Jungen wieder mehr Einsatzzeit bekommen, nennt er nicht.

Einordnung

Kovacs Argumentation ist nachvollziehbar: In engen Phasen greifen Trainer häufig auf Routiniers zurück, und der Auftritt gegen Bodö/Glimt hat gezeigt, welche Risiken ein sehr junges Mittelfeld auf Champions-League-Niveau birgt. Der Trainer hat die Verantwortung dafür ausdrücklich auf sich genommen.

Zugleich hatte der Verein vor der Saison ein klares Ziel formuliert, nämlich mehr Spielpraxis für eigene Talente. Zwischen dieser Vorgabe und der aktuellen Praxis auf dem Platz liegt nach Darstellung von fussballtransfers.com derzeit eine Lücke. Ob die BVB-Verantwortlichen das so hinnehmen, ist nicht bekannt; eine Stellungnahme der Vereinsführung liegt in dem Bericht nicht vor.

Entscheidend dürfte sein, wie Kovac in den kommenden Wochen mit den vielen Spielen umgeht. Er selbst spricht von einer Phase mit wenig Training, in der Einsatzminuten für die Jungen besonders wichtig wären. Zugleich betont er, dass sie sich im Training anbieten müssen. Ob die Youngsters dadurch mehr Chancen bekommen, wird sich an den Aufstellungen der nächsten Partien zeigen.

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Quelle: fussballtransfers.com

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