FC Bayern: Kane-Poker hakt an Laufzeit und Klausel

Redaktion Fussballpuls
5 Minuten Lesezeit

Der FC Bayern und Harry Kane steuern laut BILD-Reporter Christian Falk auf eine Vertragsverlängerung zu – doch zwei Detailfragen bremsen die finale Einigung noch aus. Der Klub bevorzugt eine Bindung bis 2029, Kane selbst peilt eine Laufzeit bis 2030 an. Zusätzlich denkt Bayern darüber nach, erneut eine Ausstiegsklausel in den neuen Kontrakt einzubauen. Das berichtet das Portal fcbinside.de unter Berufung auf Falk.

Grundsätzlich gilt die Verlängerungsbereitschaft auf beiden Seiten seit Wochen als ausgemacht, mehrfach wurde über eine bevorstehende Einigung berichtet. Kanes laufender Vertrag bei den Bayern datiert noch bis zum 30. Juni 2027, doch weil der Stürmer im Sommer 2026 seinen 33. Geburtstag gefeiert hat, drängt der Klub auf frühzeitige Planungssicherheit für die kommenden Jahre. Offen sind nun aber die Laufzeit und eine mögliche neue Ausstiegsklausel – zwei Punkte, die laut Bericht über viele Millionen Euro entscheiden können.

Streitpunkt Laufzeit: 2029 oder 2030?

Bayern möchte den Vertrag am liebsten bis 2029 verlängern, Kane bevorzugt eine Bindung bis 2030. Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick klein, hat aber Folgen für Kanes Karriereplanung: Bei einem Vertragsende 2029 wäre der Engländer 35 Jahre alt, bei einer Laufzeit bis 2030 würde er im letzten Vertragsjahr bereits 36 werden und im Sommer 2030 seinen 37. Geburtstag feiern. Kane war 2023 für rund 100 Millionen Euro von Tottenham Hotspur nach München gewechselt und gehört seither zu den torgefährlichsten Angreifern der Liga. Dass er auch mit Mitte 30 auf hohem Niveau spielt, dürfte ihm die nötige Verhandlungsmacht geben, um auf einer längeren Laufzeit zu bestehen. Für Bayern wiederum spricht die Erfahrung mit älteren Offensivspielern eher für eine vorsichtigere, kürzere Bindung, um sich nicht langfristig an einen Vertrag jenseits der 35 zu binden.

Die alte Ausstiegsklausel als Vorbild

Zusätzlich zur Laufzeit steht offenbar erneut eine Ausstiegsklausel zur Debatte. In Kanes bisherigem Vertrag war eine solche Klausel bereits enthalten: Im ersten Jahr lag sie bei 80 Millionen Euro, im zweiten Jahr sank sie auf 65 Millionen Euro. Gezogen wurde sie nie – Kane blieb in München, auch weil er sich beim Rekordmeister sportlich und privat wohlfühlt. Laut Falk hat der Klub keine Angst vor einer neuen Klausel, da Kane die alte Ausstiegsoption zu keinem Zeitpunkt genutzt hat. Eine Ausstiegsklausel gibt einem Spieler zwar theoretisch die Möglichkeit, den Klub zu einem festen Preis zu verlassen, in der Praxis dient sie bei Bayern aber eher als Zeichen des Vertrauens gegenüber einem Spieler, der ohnehin nicht an einen Wechsel denkt. Ob und in welcher Höhe eine neue Klausel im verlängerten Vertrag verankert wird, ist aktuell noch nicht entschieden.

Kane und Dreesen äußern sich

Kane selbst hat die Gespräche zuletzt öffentlich kommentiert:

Wir sind nah dran. Manche Dinge müssen wir noch ausarbeiten.

Auch Vorstandschef Jan-Christian Dreesen äußerte sich zuversichtlich und sprach von guten Gesprächen auf beiden Seiten. Er hoffe, den Poker nach der Länderspielpause langsam zu einem Ende zu bringen. Neben Dreesen zählt auch Sportvorstand Christoph Freund zu den zentralen Ansprechpartnern auf Klubseite. Der Klub rechnet nach eigenen Angaben damit, dass eine offizielle Einigung im Laufe des Oktobers 2026 verkündet werden kann.

Kane bleibt der zentrale Bezugspunkt im Sturm

Sportlich untermauert Kane seine Verhandlungsposition schlicht dadurch, dass er seit seinem Wechsel 2023 fester Bestandteil der Bayern-Offensive ist und für die sportliche Führung um Freund kaum zu ersetzen scheint – ein Umstand, der seine Position im Poker zusätzlich stärkt. Genau diese Unersetzbarkeit dürfte mit ein Grund dafür sein, warum der Klub trotz offener Streitpunkte an einer Verlängerung festhält, statt das Risiko einzugehen, einen etatmäßigen Torschützen ablösefrei ziehen zu lassen.

Einordnung

Am Ende dürfte weniger die Klausel als die Laufzeit den Ausschlag geben. Eine Ausstiegsklausel ist, wie die bisherige Erfahrung zeigt, vor allem ein Preisschild, das selten gezogen wird – für Bayern offenbar kein Grund, eine Verlängerung platzen zu lassen. Die Frage 2029 oder 2030 sagt dagegen mehr darüber aus, wie beide Seiten Kanes sportliche Zukunft jenseits der 35 einschätzen. Ein Kompromiss, etwa eine Grundlaufzeit bis 2029 mit einer Verlängerungsoption, erscheint naheliegend, zumal Freund als Sportvorstand traditionell zurückhaltend bei sehr langfristigen Verträgen für Spieler jenseits der 30 agiert. Sollte der Klub die angekündigte Einigung im Oktober 2026 tatsächlich verkünden, wäre das ein weiteres Signal dafür, dass Kane seine sportliche Zukunft langfristig in München sieht.

Quelle: fcbinside.de

Ähnliche Artikel

Diesen Artikel teilen
Keine Kommentare