Karetsas: BVB soll Schonung gewollt haben, Griechen-Coach lehnt ab

Redaktion Fussballpuls
6 Minuten Lesezeit

Der BVB soll laut bvbwld und fussballtransfers.com den griechischen Verband gebeten haben, Konstantinos Karetsas im Nations-League-Spiel gegen Deutschland zu dosieren. Nationaltrainer Ivan Jovanovic reagierte am 3. Oktober abweisend. Das Spiel fand inzwischen am 4. Oktober statt, und der 18-Jährige stand laut Berichten die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Geschont wurde er demnach nicht.

Von Dortmunder Seite gibt es nach unserem Kenntnisstand keine offizielle Bestätigung der Bitte. Alles, was dazu bekannt ist, stützt sich auf die genannten Medienberichte. Die Details sollte man entsprechend vorsichtig einordnen.

Jovanovic wies den angeblichen BVB-Wunsch zurück

Der Nationaltrainer reagierte laut fussballtransfers.com klar ablehnend. Er sagte dem Bericht zufolge: „Seit ich hier Nationaltrainer bin, hat es noch keinen Verein in Europa gegeben, der einen besonderen Umgang von uns gefordert hat.“ Damit stellt er die Anfrage aus Dortmund als ungewöhnlich dar.

Zugleich betonte Jovanovic, der Verband stehe grundsätzlich im Austausch mit den Klubs. Eine ausdrückliche Zusage für Karetsas lässt sich aus dieser Aussage nicht ableiten. Auf dem Platz blieb es dann ebenfalls bei den vollen 90 Minuten für Karetsas.

Was der Einsatz gegen Deutschland bedeutet

Mit dem Auftritt über 90 Minuten ist die Frage, ob Griechenland dem Wunsch entgegenkommt, praktisch beantwortet. Wenn der BVB tatsächlich um eine Dosierung gebeten hat, wurde sie im Spiel gegen Deutschland nicht umgesetzt. Für Dortmund dürfte das unerfreulich sein, denn Karetsas kommt nun mit hoher Belastung zurück in den Kluballtag.

Der Streit ist damit nicht nur eine Frage von Worten. Er dreht sich um die Spielzeit eines jungen Profis, der für Dortmund eine große Rolle spielen soll. Ob der Wunsch auch für die weiteren Länderspiele der Griechen gilt, ist aus den Berichten nicht ersichtlich.

Warum der BVB auf Schonung gedrungen haben soll

Karetsas kam im Sommer laut Berichten für 30 Millionen Euro vom belgischen Klub Genk nach Dortmund. Bei einer solchen Ablöse hat ein Verein ein naheliegendes Interesse, den Spieler gesund und frisch zu halten. Dazu kommt ein dichtes Programm aus Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal, auf das die Länderspielreisen noch obendrauf kommen.

Ob es neben der allgemeinen Belastung einen konkreten Anlass für die Bitte gab, geht aus den Berichten nicht hervor. Belegt ist nur der Rahmen: ein junger, teurer Neuzugang und ein enger Terminplan.

Warum der Verband auf ihn setzt

Offenbar ist Karetsas für Jovanovic ein Spieler, auf den er nicht verzichten will. Gegen einen Gegner wie Deutschland setzt ein Nationaltrainer verständlicherweise auf seine besten Kräfte. Eine offizielle Begründung des Verbands dafür gibt es nicht.

Beide Seiten haben aus ihrer Sicht gute Gründe:

  • Der BVB soll die Belastung seines teuren Neuzugangs steuern wollen.
  • Der Verband will in der Nations League möglichst erfolgreich sein und setzt dafür auf einen seiner wichtigsten jungen Spieler.

bvbwld beschreibt die Lage als Dilemma zwischen Schonung und Verbandsinteresse.

Wer im Länderspielbetrieb das letzte Wort hat

Grundsätzlich gilt: Die Nationalverbände entscheiden über die Aufstellung ihrer Teams. Klubs müssen Spieler für Länderspiele in den vorgesehenen Zeiträumen abstellen, sie können Wünsche äußern, aber keine Einsatzzeiten vorschreiben. Ein Anspruch auf Schonung besteht im Normalfall nicht. Gerade deshalb sind solche Anfragen heikel und werden meist hinter den Kulissen besprochen.

Dass die angebliche Bitte öffentlich wurde, macht die Sache für beide Seiten unbequemer. Unklar bleibt, ob der BVB sie tatsächlich so formuliert hat, wie berichtet wird, und wie sich das Verhältnis zwischen Klub und Verband dadurch entwickelt.

Was jetzt auf Dortmund zukommt

Der nächste Termin für den BVB steht laut Berichten fest: Am 9. Oktober trifft Dortmund in der Bundesliga auf Werder Bremen. Dann wird sich zeigen, wie fit Karetsas nach seinem Einsatz über 90 Minuten ist und ob der Trainerstab ihn in die Startelf stellt oder ihm eine Pause gönnt.

Der Klub muss die Belastung des 18-Jährigen im Vereinsalltag steuern, solange die Nationalmannschaft nicht auf ihn verzichtet. Welche Maßnahmen Dortmund dafür plant, ist nicht bekannt. Bestätigte Aussagen des Klubs liegen dazu nicht vor.

Einordnung

Jovanovics Haltung ist aus Sicht eines Nationaltrainers nachvollziehbar. Wer in einem wichtigen Spiel antritt, verzichtet ungern freiwillig auf einen seiner stärksten jungen Spieler. Aus Dortmunder Sicht ist der Wunsch nach Schonung, falls er so geäußert wurde, ebenfalls verständlich, denn ein Spieler mit 30 Millionen Euro Ablöse ist eine große Investition.

Für einen 18-Jährigen kann jede Einsatzminute ein Entwicklungsschritt sein, bei dichtem Programm aber auch ein Risiko. Diese Abwägung liegt am Ende beim Dortmunder Trainerstab und beim Spieler selbst. Sicher ist nach den Berichten nur: Der Trainer der Griechen hat sich öffentlich festgelegt, und Karetsas hat gegen Deutschland durchgespielt.

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Quelle: fussballtransfers.com

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