Sepp Maier verteidigt Neuer und bremst den Urbig-Hype

Redaktion Fussballpuls
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Sepp Maier hat sich in die Torwartdebatte beim FC Bayern eingeschaltet. Die Torwart-Legende stellt sich klar hinter Manuel Neuer (40) und warnt zugleich davor, Herausforderer Jonas Urbig (23) zu früh in den Himmel zu loben. Der 82-Jährige äußerte sich gegenüber „Absolut Fussball“. Die Aussagen wurden unter anderem von fussballtransfers.com aufgegriffen.

Maier: Neuer wird bis zum Sommer spielen

Für Maier ist die Sache eindeutig. „Manuel wird bis zum Sommer spielen. Und ich verstehe auch, dass er spielen will“, sagte der frühere Bayern-Keeper. Das ist seine persönliche Einschätzung und keine Mitteilung des Vereins. Eine offizielle Festlegung des Klubs zur Torwartfrage lässt sich daraus nicht ableiten.

Die Aufregung um das Alter des Nationaltorhüters hält Maier für übertrieben: „So ein Theater, nur weil er ein gewisses Alter erreicht hat? Das ist doch ein Schmarrn. Es gibt gute oder schlechte Torhüter, aber keine alten.“ Dieser Gedanke ist der Kern seiner Argumentation. Für ihn zählt allein die Leistung, nicht der Geburtsjahrgang.

Maier weiß aus eigener Karriere, wie es sich anfühlt, über Jahre im Tor eines Spitzenklubs zu stehen. Der Weltmeister von 1974 gehört zu den prägenden Figuren der Bayern-Geschichte. Seine Stimme hat deshalb Gewicht, auch wenn er heute als Außenstehender spricht und keine sportlichen Entscheidungen trifft.

Der Fehler gegen Augsburg

Anlass der aktuellen Diskussion ist ein Fehler Neuers im Spiel des FC Bayern gegen den FC Augsburg, das 2:2 endete. Maier ordnet den Vorfall nüchtern ein. „Mein Gott, der Manuel hat sich nicht konzentriert. Das war leichtsinnig und das weiß er“, so der 82-Jährige. Welche Szene er genau meint, nennt er in den vorliegenden Aussagen nicht. Eine Verbindung zu einem bestimmten Gegentor lässt sich daraus deshalb nicht herstellen.

Aus Maiers Sicht ist der Patzer ein Konzentrationsfehler, wie er jedem Torhüter einmal unterläuft. Eine Grundsatzfrage über Neuers Zukunft macht er daraus nicht. Er geht offenbar davon aus, dass der Routinier selbst am besten weiß, was schiefgelaufen ist. Mit dem Satz „das weiß er“ unterstellt Maier ihm Selbstkritik statt Uneinsichtigkeit.

Maier warnt vor zu viel Lob für Urbig

Bei Urbig wird Maier deutlicher. Der Torwart sei Anfang 20, und es tue ihm nichts Gutes, wenn man ihn jetzt in den Himmel lobe. Dass Urbig bei der Nationalmannschaft gut gehalten haben soll, relativiert der Ex-Torwart mit einer rhetorischen Frage: „Ja, was hat der denn gehalten?“ Seiner Einschätzung nach waren es einige Bälle, die ganz normal aufs Tor kamen. Sein Rat: Urbig solle erst eine ganze Saison spielen, bevor Lorbeeren verteilt werden.

Das ist keine Kritik an Urbigs Fähigkeiten, sondern eine Warnung vor überzogenen Erwartungen. Ein junger Torwart, der früh zum Hoffnungsträger erklärt wird, steht nach dem ersten Fehler schnell selbst in der Kritik. Dieses Risiko sieht Maier offenbar bei einem Verein wie dem FC Bayern besonders groß, wo jede Szene sofort bewertet wird.

  • Maier: Neuer wird bis zum Sommer spielen.
  • Das Alter sei kein Argument, entscheidend sei nur die Qualität.
  • Der Fehler gegen Augsburg sei ein Konzentrationsmangel gewesen.
  • Urbig solle sich erst über eine volle Saison beweisen.

Eine Meinung, keine Entscheidung

Wichtig ist die Trennung zwischen Maiers Wortmeldung und der Haltung des Vereins. Maier äußert sich als ehemaliger Torhüter, der den Klub gut kennt. Seine Aussage, Neuer werde bis zum Sommer spielen, bezieht sich auf die Saison insgesamt und nicht auf einzelne Spiele. Sie sagt nichts darüber aus, wie die Verantwortlichen des FC Bayern die Torwartfrage handhaben. Auch zu möglichen Aufstellungen in den kommenden Partien gibt sie keine Auskunft.

Die Debatte um Neuer und Urbig wird auch jenseits von Maiers Aussagen geführt. Hier geht es aber ausschließlich um das, was der frühere Nationaltorhüter selbst gesagt hat.

Einordnung

Maiers Wortmeldung trifft einen wunden Punkt der Debatte: Ein Fehler, so auffällig er gewesen sein mag, ist für ihn noch kein Grund, einen langjährigen Stammtorhüter in Frage zu stellen. Zugleich sagt er, dass ein paar gute Länderspielminuten aus einem Talent noch keinen gestandenen Stammkeeper machen. Beides lässt sich nachvollziehen, auch wenn man es anders gewichten kann. Wer auf die Statistik schaut, wird Neuers Fehler als Warnsignal werten. Wer auf Erfahrung setzt, sieht darin eine Ausnahme.

Offen bleibt, wie es über den Sommer hinaus weitergeht. Maier legt sich nur bis dahin fest. Wie sich die Rollenverteilung im Bayern-Tor danach entwickelt, hängt nach der Logik seiner Aussagen an der Konstanz beider Torhüter über längere Zeit, nicht an einzelnen Szenen und nicht am Geburtsdatum. Ob der Verein diese Sicht teilt, hat er bislang nicht erklärt.

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Quelle: fussballtransfers.com

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