Feyenoord Rotterdam unterliegt Inter Mailand 0:3 trotz Ballbesitzplus

Redaktion Fussballpuls
4 Minuten Lesezeit
Grafik: Fussballpuls

Inter Mailand gewinnt in der Champions League mit 3:0 bei Feyenoord Rotterdam und hat die Partie nach 54 Minuten entschieden. Die Gastgeber hatten mehr Ballbesitz und genauso viele Schüsse, doch Inter war im Abschluss deutlich klarer. Die Frage des Spiels war damit nicht, wer mehr Ball hatte, sondern wer aus seinen Szenen mehr machte.

Das Spiel in Kürze

Feyenoord begann im 4-3-3 und kam auf 53,1 Prozent Ballbesitz. Inter spielte im 3-5-2 und lag früh vorn, weil der Tabellenstand von Spielbeginn an auf der Seite der Gäste lag: Nach acht Minuten stand es 1:0, nach 34 Minuten 2:0. Von da an musste Feyenoord das Spiel machen, ohne Zugriff auf die Torgefahr zu finden.

Dass Inter den Ball häufiger abgeben musste, tat dem Ergebnis keinen Abbruch. Die Mailänder kamen mit weniger Ballbesitz auf deutlich mehr Torschüsse, die tatsächlich gefährlich waren.

Die entscheidenden Szenen

  • 8. Minute, 0:1: Yann Bisseck trifft mit links aus dem rechten Bereich des Strafraums ins linke untere Eck. Djed Spence legt vor.
  • 34. Minute, 0:2: Nach einem schnellen Konter köpft Pio Esposito aus kurzer Distanz in den linken oberen Winkel.
  • 54. Minute, 0:3: Piotr Zielinski schließt mit links von außerhalb des Strafraums ins linke untere Eck ab. Nicolò Barella bereitet vor.

Die drei Treffer fielen auf unterschiedliche Weise: ein Abschluss nach Vorlage von außen, ein Konter mit Kopfballtor und ein Distanzschuss. Platzverweise gab es nicht. Nach dem 0:3 war die Partie aus Sicht der Gastgeber sportlich kaum mehr zu drehen.

Das Spiel in Zahlen

  • Ballbesitz: Feyenoord 53,1 Prozent, Inter 46,9 Prozent
  • Schüsse: 11 zu 11
  • Schüsse aufs Tor: Feyenoord 2, Inter 6
  • Paraden: Feyenoords Torhüter 3, Inters Torhüter 2
  • Pässe (angekommen/gesamt): Feyenoord 531 von 599, Inter 457 von 529
  • Ecken: 5 zu 4 für Feyenoord
  • Fouls: Feyenoord 7, Inter 13
  • Gelbe Karten: Feyenoord 1, Inter 2
  • Abseits: Feyenoord 0, Inter 2

Der Kern steckt im Verhältnis von Schüssen zu Schüssen aufs Tor. Bei jeweils elf Abschlüssen brachte Inter sechs auf das Gehäuse, Feyenoord nur zwei. Das entspricht einer Quote von gut 54 Prozent gegenüber rund 18 Prozent. Von Inters sechs Schüssen aufs Tor landeten drei im Netz, die übrigen drei hielt der Feyenoord-Torhüter. Die beiden Rotterdamer Schüsse aufs Tor parierte Inters Torhüter.

Auch im Passspiel liegt Feyenoord vorn: Die Gastgeber brachten rund 88,6 Prozent ihrer Pässe an, Inter etwa 86,4 Prozent. Der Unterschied ist klein, zeigt aber, dass Feyenoord im Spielaufbau sauber blieb. Es fehlte der letzte Schritt in den Strafraum. Inter ließ mehr Ballbesitz zu und verteidigte offenbar kompakt genug, um wenig Gefährliches zuzulassen. Das ist eine Einschätzung auf Basis der Schussverteilung, nicht eine belegte Spielanalyse.

Auffällig ist zudem die Foulbilanz: Inter beging fast doppelt so viele Fouls wie Feyenoord, kassierte aber nur eine Gelbe Karte mehr. Die Partie blieb damit insgesamt fair und ohne Platzverweis.

Einordnung

Unsere Einschätzung: Das Ergebnis fällt etwas klarer aus, als die Ballbesitz- und Schusszahlen allein vermuten lassen, die Torschussbilanz stützt es aber. Inter erzielte drei Tore aus sechs Schüssen aufs Tor und brauchte dafür keine Phase der Überlegenheit im Ballbesitz. Besonders das frühe 1:0 und das Konter-Tor zum 2:0 prägten den Verlauf, weil Feyenoord danach einem Rückstand hinterherlief.

Für Feyenoord bleibt die Erkenntnis, dass Ballbesitz und sauberes Passspiel in dieser Partie ohne Wirkung vor dem gegnerischen Tor blieben. Zwei Schüsse aufs Tor reichen gegen ein Team mit dieser Chancenverwertung nicht aus. Inter nimmt dagegen ein 3:0 mit, das auf drei sauber herausgespielten beziehungsweise sauber abgeschlossenen Aktionen beruht.

Ähnliche Artikel

Diesen Artikel teilen
Keine Kommentare