Nico Schlotterbeck wird am heutigen Sonntagabend nicht für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen. Wie aus dem offiziell bei der UEFA gemeldeten Aufgebot für die Nations-League-Partie gegen Griechenland (20:45 Uhr, WWK Arena Augsburg) hervorgeht, hat es der Dortmunder Abwehrspieler nicht in den Kader von Bundestrainer Jürgen Klopp geschafft. Für ihn rückt Bambasé Conté (23) nach, der zuletzt beim 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande noch außen vor geblieben war.
Keine Formfrage, sondern Belastungssteuerung
Leistungsgründe dürften bei der Entscheidung gegen den 26-Jährigen keine Rolle spielen. Schlotterbeck hatte sich im zweiten WM-Gruppenspiel gegen die Elfenbeinküste eine Innenbandverletzung im linken Sprunggelenk zugezogen und das restliche Turnier verpasst. Erst nach 84 Tagen ohne Wettkampfeinsatz kehrte er bei Borussia Dortmund auf den Platz zurück, seinen ersten Startelfeinsatz der Saison absolvierte er beim 3:0 gegen den SC Paderborn. Die lange Pause hatte er selbst als eine der schwierigsten Phasen seiner Karriere beschrieben. Für den Linksfuß steht nun offenbar eine bewusste Schonung an, um den Wiederaufbau nach der langen Ausfallzeit nicht zu gefährden.
Klopp und Kovac offenbar abgestimmt
Die Personalie dürfte Jürgen Klopp eng mit Borussia Dortmunds Cheftrainer Niko Kovac abgesprochen haben. Beide Klubs – Nationalmannschaft wie Bundesligaverein – haben ein gemeinsames Interesse daran, Schlotterbeck behutsam wieder an Belastung heranzuführen, statt ihn nach überstandener Verletzung erneut zu riskieren.
Trainingsrhythmus beim DFB-Team
Bemerkenswert ist der Plan für die Zeit nach dem Spiel gegen Griechenland: Schlotterbeck soll offenbar auch danach beim DFB-Team bleiben, obwohl er nicht im Kader für die Partie steht. Hintergrund ist offenbar, dass in Dortmund aktuell wegen zahlreicher Länderspielabstellungen kaum Profis für gemeinsames Training zur Verfügung stehen. Beim DFB-Team kann er dagegen unter Wettkampfbedingungen Rhythmus aufnehmen, ohne selbst spielen zu müssen.
Klopps Heimpremiere, Conté als Ersatz
Für Klopp selbst ist die Partie gegen Griechenland ein besonderer Termin: Es ist sein erstes Heimspiel als Bundestrainer, ausgetragen in der WWK Arena in Augsburg. Nach dem 1:1-Remis zum Auftakt in Amsterdam kündigte Klopp zudem einen Wechsel im Tor an: Alexander Nübel soll gegen Griechenland zwischen den Pfosten stehen. Die Griechen reisen selbstbewusst an, nachdem sie ihr Auftaktspiel der Nations-League-Gruppe mit 2:1 auswärts gegen Serbien gewonnen haben. In der deutschen Abwehr rückt mit Bambasé Conté ein Spieler nach, der beim jüngsten Remis in den Niederlanden noch nicht berücksichtigt worden war. Personalentscheidungen wie die um Schlotterbeck fallen damit in eine Phase, in der Klopp seinen Kader und dessen Belastungssteuerung erst noch austariert.
Einordnung
Der Fall Schlotterbeck zeigt exemplarisch das Dilemma moderner Nationalmannschaften: Topspieler kehren aus langwierigen Verletzungen zurück, sollen aber weder im Verein noch im Nationalteam überlastet werden. Dass der DFB ihn trotz fehlendem Kadereinsatz beim Team behält, deutet auf eine enge Abstimmung zwischen Klopp und Kovac hin und darauf, dass beide Seiten Schlotterbeck langfristig wieder als gesetzten Innenverteidiger einplanen. Kurzfristig bedeutet die Pause aber auch, dass Klopp bei seiner Heimpremiere in der Abwehr auf Alternativen wie Conté setzen muss, während er im Tor ohnehin schon mit dem Wechsel zu Nübel experimentiert.
Quelle: fussballtransfers.com





