Derry Scherhant hat bei seinem Debüt in der Nationalmannschaft Eindruck hinterlassen. Der Freiburger war gegen Serbien einer von zwei Debütanten. Das Portal 90min beschreibt ihn als einen Spieler, der alles gezeigt habe, was man sich auf seiner Position wünscht: Dynamik, Zielstrebigkeit und Torgefahr. Ob daraus eine dauerhafte Rolle unter Bundestrainer Jürgen Klopp wird, ist offen. Der nächste Test steht am Sonntag gegen Griechenland an.
Ein Debüt, das auffiel
Das Spiel gegen Serbien war keine makellose Vorstellung der deutschen Mannschaft. Die Offensive verwertete ihre Chancen mangelhaft, das ist der Rahmen, in dem Scherhants Auftritt zu sehen ist. Gerade in einem Spiel, in dem vorne vieles liegen blieb, stach ein Debütant heraus, der nach Einschätzung von 90min genau die Eigenschaften mitbrachte, die im Angriffsspiel gefragt sind: Tempo, Mut und den direkten Weg zum Tor.
Wichtig ist die Einordnung: Das Lob ist ein Medienurteil. Eine Aussage des Bundestrainers zu Scherhants Zukunft im Team gibt es bislang nicht. Wie Klopp den Auftritt selbst bewertet, ist nicht bekannt.
Klopp nutzt das Länderspielfenster für neue Gesichter
Scherhant war nicht der einzige Neuling. Neben ihm debütierte Torwart Jonas Urbig im Nationaltrikot. Klopp holt in dieser Phase erkennbar neue Spieler ins Team. Schon in den ersten Spielen hatte Bambasé Conté eine Chance bekommen, nun folgen weitere Debütanten.
Das Vorgehen ist nachvollziehbar. Länderspielfenster bieten einem neuen Bundestrainer die Möglichkeit, Spieler unter Wettbewerbsbedingungen zu sehen, statt sich allein auf Vereinsleistungen und Statistiken zu verlassen. Für die Spieler selbst sind diese Einsätze die Gelegenheit, sich ohne lange Anlaufzeit zu empfehlen. Wer in wenigen Minuten oder in einem Spiel auffällt, bleibt im Gedächtnis des Trainerteams.
Griechenland: der zweite Test
Gegen Griechenland soll Klopp Scherhant laut 90min weiter testen. Sollte das so kommen, spräche das dafür, dass der Bundestrainer den Freiburger nicht als einmalige Probe sieht, sondern genauer hinsehen will. Bestätigt ist das nicht, ebenso wenig eine Aufstellung für das Spiel am Sonntag.
Ein zweiter Einsatz hätte ein anderes Gewicht als das Debüt. Beim ersten Mal sind Aufregung und Neugier groß, beim zweiten Mal wird erwartet, dass ein Spieler seine Stärken bestätigt. Für einen Offensivspieler heißt das konkret: Tempo und Zielstrebigkeit müssen auch dann Wirkung zeigen, wenn der Gegner sich besser auf ihn einstellt und die Mitspieler ihn schon besser kennen.
Was für und was gegen eine Stammrolle spricht
Für Scherhant spricht zunächst der Zeitpunkt. Klopp sucht in den Länderspielen offenbar nach Optionen, und ein Spieler, dem Dynamik und Torgefahr bescheinigt werden, passt zu dem Bedarf, den ein Spiel mit schwacher Chancenverwertung aufzeigt.
Dagegen spricht, dass ein einzelnes Spiel wenig Aussagekraft hat. Ein gelungenes Debüt macht noch keinen Stammspieler, und das Urteil stammt nicht vom Trainer. Hinzu kommt, dass die Nationalmannschaft im Angriff auf Konstanz angewiesen ist: Eine Rolle bekommt, wer nicht nur einmal auffällt, sondern über mehrere Spiele Wirkung zeigt und sich in das Zusammenspiel mit den etablierten Offensivkräften einfügt.
Worauf es am Sonntag ankommt
Gegen Griechenland wird sich zeigen, ob Scherhant überhaupt wieder im Kader steht und eingesetzt wird. Danach geht es um die Fragen, wie lange er spielt und wie er sich neben den Stammkräften zurechtfindet. Auch für die Mannschaft insgesamt ist das Spiel eine Gelegenheit: Gegen Serbien liefen vorne viele Aktionen ins Leere, nun lässt sich prüfen, ob das ein Ausrutscher war oder ein Muster.
Bis dahin bleibt es bei einem guten ersten Eindruck. Ob daraus mehr wird, entscheidet Klopp, und er hat sich dazu noch nicht geäußert.
- Klopp über Kimmich: „Er hat tatsächlich ein paar Mal nachgefragt“
- DFB-Team gegen Serbien: Klopps Kapitänsregel und die veränderte Elf
- DFB gegen Serbien: Prognosen sehen Wirtz und Urbig in der Startelf
Quelle: 90min.de





