Joshua Kimmich wäre bei den kommenden Länderspielen gerne dabei gewesen, doch Bundestrainer Jürgen Klopp geht den Weg ohne ihn. Wie Klopp gegenüber „BR24“ sagte, hat der 31-Jährige „tatsächlich ein paar Mal nachgefragt“. Klopp reagierte darauf mit Humor, und auch seine Begründung klang eher nach Plan als nach Streit. Heute Abend (20:45 Uhr) gegen Serbien setzt er auf Serge Gnabry als Kapitän.
Was Klopp über Kimmichs Nachfragen sagt
Klopp machte aus der Sache kein Geheimnis. Er bestätigte im Gespräch mit „BR24“, dass sich Kimmich mehrfach gemeldet hat. Der Mittelfeldspieler hätte die beiden anstehenden Länderspiele also gerne bestritten. Dass ein Spieler selbst signalisiert, zur Verfügung zu stehen, spricht für seine Einstellung zur Nationalmannschaft. Dass ein Bundestrainer das öffentlich macht, kommt dagegen nicht jeden Tag vor.
Klopp tat es mit einem Augenzwinkern. „Da kann ich Jo sagen, je öfter man fragt, desto weniger wahrscheinlich bekommt man das, was man will“, so der Bundestrainer. Der Ton macht deutlich, dass es hier nicht um einen Konflikt geht. An der Entscheidung ändert der Spruch allerdings nichts: Kimmich fehlt.
Warum Klopp auf die „Platzhirsche“ verzichten will
Laut dem Bericht von fussballtransfers.com will Klopp diesen Schritt ohne Kimmich und andere „Platzhirsche“ gehen. Sein Ziel sei, dass sich andere Spieler zeigen können und Verantwortung übernehmen. Das Wort „Platzhirsche“ steht dabei für die Spieler, die in der Mannschaft gesetzt sind und die Abläufe seit Jahren prägen.
Der Gedanke dahinter lässt sich leicht nachvollziehen. Wer immer spielt, gibt Tempo, Ton und Entscheidungen auf dem Platz vor. Fehlen diese Profis, müssen andere in diese Rolle schlüpfen. Für Klopp ist das eine Gelegenheit, Spieler in einem echten Länderspiel unter Wettbewerbsdruck zu erleben. Für die Nachrückenden bedeutet es Einsatzzeit und Aufmerksamkeit, die sie in einer eingespielten Hierarchie nicht so schnell bekommen würden.
Kimmich wird in der Aussage als Beispiel genannt, daneben ist von weiteren Platzhirschen die Rede. Namen nennt der Bericht nicht, und auch die Zahl bleibt offen. Wie lange Klopp diese Linie verfolgen will, geht aus dem Material ebenfalls nicht hervor. Es wäre deshalb zu viel, daraus eine Dauerlösung für die Zeit nach diesem Länderspielfenster abzuleiten.
Familienurlaub für Kimmich
Auch zur freien Zeit des Bayern-Profis äußerte sich Klopp. „Deshalb hat die Familie Kimmich jetzt Familienurlaub. Ich hoffe, er macht den auch, um ehrlich zu sein“, sagte der Bundestrainer. Klopp verbindet seine Entscheidung damit mit einem persönlichen Wunsch: Kimmich soll die Tage tatsächlich mit seiner Familie verbringen.
Ob die Pause von Klopp lange vorher so eingeplant war oder sich erst aus der Entscheidung ergeben hat, sagt das Zitat nicht. Es ist auch keine Reaktion von Kimmich überliefert. Wie der Spieler die Absage aufnimmt, bleibt damit offen. Aus Klopps Worten lässt sich lediglich herauslesen, dass er die Situation entspannt sieht und dem Spieler die Auszeit gönnt.
Gnabry trägt die Binde
Sportlich übernimmt Gnabry die Verantwortung: Der ebenfalls 31 Jahre alte Offensivspieler führt die Nationalmannschaft in der Partie gegen Serbien als Kapitän aufs Feld. Los geht es um 20:45 Uhr. Mit der Binde bekommt Gnabry eine Rolle, die zu Klopps erklärtem Ansatz passt, Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen.
Die Aufstellung für den Abend ist in den vorliegenden Informationen nicht enthalten. Klar ist nur, wer vorangehen soll. Wie sich die Mannschaft ohne ihre gewohnten Anführer präsentiert, werden die Stunden nach dem Anpfiff zeigen.
Die wichtigsten Punkte
- Kimmich (31) hat laut Klopp mehrfach um eine Teilnahme gebeten.
- Klopp will laut Bericht ohne Kimmich und andere „Platzhirsche“ planen, damit sich andere zeigen können.
- Die Familie Kimmich macht Urlaub, Klopp hofft, dass der Spieler ihn auch nimmt.
- Gnabry führt das DFB-Team heute gegen Serbien als Kapitän an.
Einordnung
Die Geschichte ist weniger ein Streit als eine Personalentscheidung, die Klopp offen erklärt. Er spricht launig über die Nachfragen, wünscht Kimmich Erholung und bleibt in der Sache klar. Für die Spieler, die jetzt mehr Verantwortung tragen, ist das Länderspielfenster eine Bewährungsprobe vor dem Bundestrainer.
Ob Klopps Rechnung aufgeht, lässt sich erst nach den Spielen beurteilen. Am Ende dürfte zählen, ob die Mannschaft ohne ihre etablierten Kräfte Orientierung findet und ob sich Spieler aus der zweiten Reihe aufdrängen. Bis dahin ist die Aussage vor allem ein Hinweis darauf, wie Klopp diese Länderspiele nutzen möchte.
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Quelle: fussballtransfers.com





