Eintracht Frankfurt hat den Hamburger SV in der Bundesliga mit 3:1 besiegt. Die Hessen gingen in der 10. Minute durch ein Eigentor von Warmed Omari in Führung, Hamburg glich vier Minuten später durch Terem Moffi aus. Nach der Pause stellten Raphael Onyedika und Younes Ebnoutalib die Weichen auf Sieg.

So liest du die Grafik: Jeder Kreis auf der Schusskarte ist ein Abschluss, je größer der Kreis, desto höher die Expected Goals (xG) – also die Chance, dass so ein Schuss ein Tor wird. Gefüllte Kreise mit gelbem Rand sind Tore. Der xG-Verlauf darunter steigt bei jedem Schuss um dessen Wert: Große Stufen sind Großchancen.
Die Daten zeigen, warum das Ergebnis nicht täuscht: Frankfurt schoss zehnmal aufs Tor, Hamburg nur dreimal. Dazu kommt ein Vorsprung bei den erwarteten Toren von 2,02 zu 1,09. Hamburgs Torhüter Daniel Heuer Fernandes verhinderte mit acht Paraden eine höhere Niederlage.

Eigentor, schneller Ausgleich und die Antwort nach der Pause
Frankfurt kam in der 10. Minute zur Führung, die Omari unfreiwillig besorgte: Der Hamburger traf ins eigene Netz. Der HSV brauchte nicht lange für die Antwort. In der 14. Minute erzielte Terem Moffi das 1:1, Albert Grönbaek legte den Treffer auf.
Danach blieb es eine Weile bei diesem Stand. In der 33. Minute sah Shafiq Nandja die erste Gelbe Karte des Spiels. Zur Pause wechselte Frankfurt: In der 45. Minute kam Ansgar Knauff für Keita Kosugi. Der nächste Treffer fiel nur zwei Minuten nach Wiederbeginn. In der 47. Minute traf Raphael Onyedika zum 2:1.
In der 63. Minute griff der VAR ein: Ein Tor von Farès Chaïbi wurde aberkannt. In derselben Minute wechselte der HSV doppelt und brachte Zakaria El Ouahdi für Louis Pepe Lemke sowie Patson Daka für den Torschützen Moffi. Entscheidend wurde die 69. Minute: Younes Ebnoutalib erhöhte auf 3:1, Can Yilmaz Uzun hatte vorbereitet. Ebnoutalib machte danach Platz für Jonathan Burkardt (74. Minute). Weitere Tore fielen nicht mehr.
Die Schlussphase brachte vor allem Karten. Martin Adeline (70. Minute) und Omari (76. Minute) sahen Gelb, bei Frankfurt traf es Elias Niklas Baum (85. Minute). In der Nachspielzeit kamen Gelbe Karten für Robin Koch (90+8. Minute) und Otto Emerson Stange (90+9. Minute) dazu. Frankfurts Trainer A. Hütter wurde in der 90. Minute ebenfalls verwarnt. In der Schlussminute brachte Frankfurt noch Mario Götze für Noel Aseko und Niko Iličević für Uzun.


So liest du die Grafik: Jedes Tortenstück ist ein Wert pro 90 Minuten. Die Zahl im Kästchen ist das Perzentil – 90 heißt: besser als 90 Prozent der Feldspieler der Liga. Rot zeigt den Abschluss (Tore, npxG, Schüsse), Grau die Vorbereitung (Assists, Expected Assists, Key Passes), Gelb die Beteiligung am Spiel (xGChain, xGBuildup).
Zehn zu drei Schüsse aufs Tor: Frankfurt ist klar effektiver
Auf den ersten Blick wirkt das Spiel ausgeglichen. Frankfurt hatte 52 Prozent Ballbesitz, Hamburg 48 Prozent. Bei den Ecken stand es 6:6, bei den Fouls 10:10. Auch bei den Abseitsstellungen lagen beide dicht beieinander, Frankfurt stand zweimal im Abseits, Hamburg dreimal.
Den Unterschied machen die Abschlüsse. Frankfurt kam auf 15 Schüsse, Hamburg auf zwölf. Von den Frankfurter Versuchen trafen zehn den Kasten, vier gingen daneben, einer wurde geblockt. Hamburg brachte nur drei Schüsse aufs Tor, fünf gingen vorbei, vier blockten die Frankfurter. Die erwarteten Tore bestätigen das Bild: 2,02 für die Eintracht, 1,09 für den HSV.
Frankfurt spielte auch die meisten Pässe. Die Hessen brachten 435 Pässe mit einer Quote von 79 Prozent an, Hamburg kam auf 392 Pässe bei 75 Prozent. Frankfurts Torhüter musste drei Paraden zeigen, Heuer Fernandes im Hamburger Tor acht. Ohne ihn wäre das Ergebnis deutlicher ausgefallen.
Bei den Karten hatte Hamburg die Nase vorn, allerdings im negativen Sinn: Vier Gelbe Karten für den HSV stehen zwei bei Frankfurt gegenüber. Rote Karten gab es nicht.

Onyedika prägt das Frankfurter Spiel
Zum Spieler des Spiels taugt laut Daten Raphael Onyedika. Der Mittelfeldspieler stand die vollen 90 Minuten auf dem Platz und erzielte das 2:1 mit seinem einzigen Schuss, der gleich aufs Tor ging. Zudem gewann er fünf seiner sieben Zweikämpfe und brachte 34 von 40 Pässen an.
Younes Ebnoutalib traf zum 3:1 und gab in 74 Minuten zwei Schüsse ab, beide aufs Tor. Er gewann drei von neun Zweikämpfen und kam auf zwei Dribblings. Can Yilmaz Uzun bereitete das dritte Tor vor, gab drei Schüsse ab und spielte 43 seiner 51 Pässe zum Mitspieler. Von seinen 13 Zweikämpfen gewann er vier. Auch Robin Koch fiel auf: Der Verteidiger schoss zweimal aufs Tor und brachte 41 von 55 Pässen an.
Auf Hamburger Seite stach Terem Moffi mit dem Treffer zum 1:1 heraus, er spielte 63 Minuten. Albert Grönbaek gab die Vorlage und gewann fünf von zwölf Zweikämpfen.

Frankfurt klettert auf Platz acht, Hamburg bleibt auf Rang 15
Nach acht Spielen steht Eintracht Frankfurt mit elf Punkten auf Platz acht, bei einer Tordifferenz von minus fünf. Nach oben ist es nicht weit: Bayer 04 Leverkusen und der SV 07 Elversberg haben je 13 Punkte, der SC Freiburg auf Platz drei kommt auf 16. An der Spitze liegen der FC Bayern München und Borussia Dortmund mit je 18 Punkten, die Münchner führen wegen der besseren Tordifferenz von plus 19.
Der Hamburger SV steht mit neun Punkten auf Platz 15 und hat eine Tordifferenz von minus 12. Damit liegt der HSV punktgleich mit Augsburg, Stuttgart, Hoffenheim, Köln und Paderborn im Mittelfeld der unteren Tabellenhälfte. Union Berlin hat sieben Punkte, Schalke 04 sechs und Borussia Mönchengladbach als Schlusslicht vier.

Einordnung: Verdienter Sieg mit klarem Chancenplus
Frankfurt gewann, weil die Mannschaft ihre Möglichkeiten besser nutzte. Zehn Schüsse aufs Tor und ein Wert von 2,02 erwarteten Toren sprechen für einen verdienten Erfolg, auch wenn der HSV mit dem schnellen Ausgleich zunächst im Spiel blieb. Die Wechsel zur Pause und in der 74. Minute fielen dabei in eine Phase, in der die Eintracht den Druck erhöhte.
Für Hamburg bleiben vor allem die drei Schüsse aufs Tor und die vier Gelben Karten. Heuer Fernandes sorgte mit acht Paraden dafür, dass die Niederlage nicht höher ausfiel. Mit neun Punkten bleibt der HSV im Tabellenkeller eng umkämpft, während Frankfurt mit elf Punkten den Anschluss an die Plätze davor hält.
Die ganze Analyse im Video
Das Video zeigt die Analyse zu Frankfurt gegen den HSV mit Datengrafiken zu Toren, Statistik, Spielern und Tabelle. Spielbilder gibt es nicht.
Direkt auf YouTube ansehen: Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:1: Onyedika dreht das Spiel nach der Pause. Grundlage für Text, Grafiken und Video sind die Spieldaten von API-Football, Highlightly und OpenLigaDB.
- Union Berlin – 1. FC Köln 1:1: Analyse und Statistik
- Bundesliga 8. Spieltag: Leverkusen – Stuttgart 2:4, Analyse
- SV Elversberg – Mainz 05 4:1: Analyse und Statistik





