Der FC Bayern gibt sich beim Thema Erling Haaland (26) demonstrativ gelassen. Vorstandschef Jan-Christian Dreesen hat einen möglichen Transfer des Norwegers laut ‚Bild‘ vorerst abgewunken. Ein Kommentar von fussballtransfers.com hält dagegen und argumentiert, die Münchner sollten bei Haaland trotzdem alles auf eine Karte setzen.
Dreesens klare Absage
Auf eine mögliche Verpflichtung von Manchester Citys Torjäger angesprochen, ließ Dreesen wenig Spielraum. Die ‚Bild‘ zitiert ihn mit den Worten: „Wir haben mit Harry Kane den besten Stürmer der Welt und eine Offensive, die in Europa ihresgleichen sucht. Daher stellt sich die Frage für uns überhaupt nicht.“ Auf den ersten Blick ist die Haltung nachvollziehbar, schließlich ist Kane (33) gerade erst zum Weltfußballer gewählt worden. Der Kommentar zweifelt jedoch an der Logik dahinter.
Kane und Haaland: Zwei verschiedene Spielertypen
Der Kern der Argumentation: Die beiden Angreifer ähneln sich weniger, als es der Vergleich als „Weltklassestürmer“ nahelegt. Kane agiert dem Kommentar zufolge derzeit oft wie ein Mittelfeldspieler. Er braucht den Ball am Fuß, ist stark mit rechts und setzt vor allem seine Mitspieler in Szene. Haaland dagegen ist Linksfuß und lebt in erster Linie von seiner außergewöhnlichen Athletik. Die große Gemeinsamkeit sei der ausgeprägte Torriecher.
Daraus ergäben sich viele taktische Varianten:
- Gegen tiefstehende Gegner, von denen die Bayern viele erleben, könnte eine Doppelspitze im Strafraum für zusätzliche Gefahr sorgen.
- In offenen Spielen lässt sich Kane schon jetzt gern ins Mittelfeld zurückfallen und könnte von dort mit langen Zuspielen den schnellen Haaland schicken.
Wer spielt aktuell im Sturm?
Ein weiteres Argument betrifft die Kaderbreite. Laut dem Text muss die Sturmspitze bei den Bayern häufig mit Spielern besetzt werden, die unter Haalands Niveau liegen. Genannt werden Ismael Saibari (25), Nathaniel Brown (23), Lennart Karl (18) und, sofern fit, Jamal Musiala (23). Alle vier ließen sich aber auch auf anderen Positionen einsetzen. Ein Überangebot in der Offensive entstünde deshalb auch mit Haaland nicht.
Eine Gelegenheit, die nicht wiederkommt
Als zweiten Grund führt der Kommentar die Marktlage an. Haaland sei im kommenden Sommer aller Voraussicht nach zu haben, denn Manchester City drohe der Zwangsabstieg aus der Premier League. Dann käme nahezu der gesamte Kader auf den Markt. Die Bayern wiederum haben nach dem Verkauf von Anteilen eine Finanzspritze von 250 Millionen Euro erhalten und wären damit handlungsfähig.
Die Konkurrenz ist freilich groß. Europas Spitzenklubs dürften sich um den Stürmer bemühen, allen voran der FC Barcelona, der sich laut dem Text große Hoffnungen macht. Entscheidet sich Haaland im Sommer für einen anderen Klub, könnte die Chance für die Bayern dauerhaft vorbei sein.
Haalands Verbindung zu München
Ein kleiner Vorteil für die Münchner: Der Norweger schätzt den Rekordmeister offenbar. Schon vor seinem Wechsel von Borussia Dortmund zu City im Sommer 2022 gehörten die Bayern zu seinen Optionen, damals als eine von mehreren. Nun müsse der Klub alles daransetzen, Haalands erste Wahl zu werden. Dreesens Aussagen sprechen allerdings nicht dafür, dass genau das passiert.
Einordnung
Zur Einordnung: Es handelt sich um die Einschätzung der Autoren von fussballtransfers.com, nicht um eine Information aus dem Klub. Konkrete Gespräche oder Verhandlungen zwischen den Bayern und Haaland sind nicht belegt. Auch ein Abstieg Manchester Citys ist bislang eine Drohkulisse und keine beschlossene Sache. Fest steht: Die Bayern-Führung hat sich öffentlich klar positioniert und setzt auf Kane. Sportlich lässt sich allerdings gut argumentieren, dass beide Stürmer unterschiedliche Stärken mitbringen und sich ergänzen könnten. Ob der Klub seine Haltung ändert, falls sich im Sommer tatsächlich ein Fenster öffnet, dürfte die spannende Frage der kommenden Transferperiode werden. Absagen im Oktober sind im Transfergeschäft selten das letzte Wort.
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Quelle: fussballtransfers.com





