Fenerbahce hat den FC Liverpool in der Champions League mit 3:2 geschlagen, und das bei nur 32,4 Prozent Ballbesitz. Die Antwort auf die Kernfrage ist die Effizienz: Die Gastgeber trafen mit drei von sechs Schüssen aufs Tor, Liverpool nur zweimal bei ebenfalls sechs. Entschieden wurde die Partie in einer Schlussphase mit drei Treffern in elf Minuten.
Das Spiel in Kürze
Liverpool bestimmte die Partie mit dem Ball, Fenerbahce mit den wenigen Momenten, die es bekam. Die Gäste kamen auf 22 Schüsse und 12 Ecken, die Hausherren auf 17 Schüsse und 4 Ecken. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte mit einem Tor pro Seite brachte die Schlussphase die Entscheidung. Dort lagen Fenerbahce zwei Treffer in sechs Minuten, die das Spiel drehten.
Die entscheidenden Szenen
- 25. Minute, 0:1: Trey Nyoni schießt aus der Mitte des Strafraums flach ins Zentrum des Tores.
- 29. Minute, 1:1: Mason Greenwood trifft per Freistoß mit rechts in die untere linke Ecke.
- 69. Minute, 1:2: Alexander Isak köpft nach einer Flanke von Cody Gakpo aus kurzer Distanz ein.
- 73. Minute, 2:2: Archie Brown vollendet nach einer Ecke mit links aus der linken Hälfte des Fünfmeterraums in die untere linke Ecke.
- 79. Minute, 3:2: Vedat Muriqi köpft nach Browns Flanke aus der Mitte des Strafraums in die untere linke Ecke.
Brown war damit an beiden Treffern der Wende beteiligt, erst als Torschütze, dann als Vorbereiter. Zwischen Isaks Führung und Muriqis Siegtor lagen zehn Minuten. Platzverweise gab es keine, beide Teams sahen je eine Gelbe Karte.
Das Spiel in Zahlen
- Ballbesitz: Fenerbahce 32,4 Prozent, Liverpool 67,6 Prozent
- Schüsse: 17 zu 22
- Schüsse aufs Tor: 6 zu 6
- Paraden: Fenerbahce 4, Liverpool 3
- Ecken: 4 zu 12
- Pässe: 186 von 260 angekommen bei Fenerbahce (rund 72 Prozent), 475 von 529 bei Liverpool (rund 90 Prozent)
- Fouls: 13 zu 12
- Abseits: je 2
- Gelbe Karten: je 1
Auffällig ist der Kontrast zwischen Spielkontrolle und Ertrag. Liverpool spielte fast 300 Pässe mehr an den Mann und erzwang dreimal so viele Ecken. Auf das Tor kamen beide Teams aber genau gleich oft. Von Liverpools Torschüssen parierte Fenerbahce vier, bei den Gastgebern hielt die Defensive um Torhüter Ederson drei Schüsse der Gäste nicht. Das ist rechnerisch ein Unterschied: Fenerbahce verwertete die Hälfte seiner Schüsse aufs Tor, Liverpool ein Drittel.
Einordnung
Die Zahlen zeigen ein Spiel, das Liverpool optisch und im Volumen dominierte und trotzdem verlor. Mehr als der Ballbesitz zählte, wie die Chancen genutzt wurden. Fenerbahce traf nach einem ruhenden Ball (Freistoß), nach einer Ecke und nach einer Flanke. Alle drei Tore fielen also aus Standards oder Hereingaben, nicht aus langen Ballbesitzphasen. Ein Teil von Liverpools Überlegenheit, besonders die 12 Ecken, brachte dagegen kein Tor.
Unsere Einschätzung: Der Sieg spricht für eine hohe Effizienz und eine starke Schlussphase der Gastgeber, weniger für eine spielerische Überlegenheit. Dass sich Liverpool mit 22 Schüssen dennoch nicht belohnte, liegt auch daran, dass nur sechs davon das Tor trafen und 16 Abschlüsse ihr Ziel verfehlten oder geblockt wurden. Wie sich das Ergebnis auf die Tabelle auswirkt, lässt sich aus den vorliegenden Spieldaten nicht seriös ableiten, deshalb bewerten wir hier nur das Spiel selbst.





