Der DFB gibt heute den Kader für die beiden letzten Nations-League-Spiele des Jahres bekannt. Bundestrainer Jürgen Klopp trifft dabei auf eine besondere Ausgangslage: Das Auswärtsspiel in Serbien findet als Geisterspiel statt. Dazu kommt die Frage, wen er aus seinem großen Pool mitnimmt, und ob Niclas Füllkrug dabei ist.

So liest du die Grafik: Jedes Tortenstück ist ein Wert pro 90 Minuten. Die Zahl im Kästchen ist das Perzentil – 90 heißt: besser als 90 Prozent der Feldspieler der Liga. Rot zeigt den Abschluss (Tore, npxG, Schüsse), Grau die Vorbereitung (Assists, Expected Assists, Key Passes), Gelb die Beteiligung am Spiel (xGChain, xGBuildup).
Geisterspiel in Belgrad: Das ist beschlossen
Das Spiel in Belgrad am 13. November (Anstoß 20:45 Uhr im Stadion Rajko Mitić) wird ohne Zuschauer ausgetragen. Hintergrund ist eine UEFA-Strafe gegen Serbien wegen rassistischen und diskriminierenden Verhaltens von Anhängern des Verbands bei früheren Nations-League-Spielen. Das berichten unter anderem ZDFheute und weitere Medien. Auch deutsche Gästefans dürfen nicht ins Stadion. Der DFB hat Fans, die sich um Tickets beworben hatten, per E-Mail informiert.
Für die Nationalmannschaft bedeutet das eine Auswärtspartie in einem leeren Stadion, ohne die Atmosphäre, die solche Spiele in Serbien sonst prägt. Drei Tage später, am 16. November, folgt das Heimspiel gegen die Niederlande im Berliner Olympiastadion.
Der Kader soll schrumpfen
Bislang arbeitete Klopp laut Recherchematerial mit einem Pool von 44 Spielern. Für die beiden Partien soll der Kader auf Normalgröße schrumpfen, üblich sind 23 bis 26 Spieler. Für viele Namen aus dem erweiterten Kreis dürfte also kein Platz mehr sein.
Erst mit dem engeren Aufgebot wird sichtbar, auf welche Spieler Klopp in der Schlussphase des Jahres setzt. Die Bekanntgabe ist für heute angekündigt. Bis dahin ist jede Namensliste Spekulation.
Füllkrug: Berichte, keine Bestätigung
Ein Name sorgt schon vor der Verkündung für Diskussionen. Laut Sky und Bild soll Klopp planen, Niclas Füllkrug von Werder Bremen für die Spiele in Serbien und gegen die Niederlande zu nominieren. Das sind Medienberichte, eine offizielle Bestätigung gibt es nicht.
Die Zahlen sprechen für den Stürmer: Füllkrug soll in zehn Pflichtspielen für Werder zwölf Tore erzielt haben. Er ist allerdings 33 Jahre alt. Klopp hat sich laut Material bei DAZN sinngemäß dazu geäußert: Füllkrug treffe in der Bundesliga am Fließband, sei aber eben 33. Das klingt nach Respekt vor der Form, schließt das Alter als Argument aber nicht aus. Die Stürmerfrage gilt damit weiter als offen.
- Für eine Nominierung: zwölf Tore in zehn Pflichtspielen, laut Berichten.
- Dagegen: das Alter von 33 Jahren, auf das Klopp selbst hingewiesen haben soll.
- Unklar: ob die Berichte von Sky und Bild zutreffen. Offiziell ist nichts.
Reaktionen
Füllkrug selbst gibt sich laut Material gelassen. Er sagt, dass er nicht bettle und nichts fordere. Damit macht er keinen öffentlichen Druck und überlässt die Entscheidung dem Bundestrainer.
Werder-Trainer Thioune vertraut nach Angaben aus dem Material auf Klopps Entscheidung. Lothar Matthäus kann sich Füllkrug im DFB-Team vorstellen. Solche Stimmen ersetzen keine sportliche Begründung, zeigen aber, dass die Idee in der Debatte Anhänger hat.
Was jetzt zu erwarten ist
Mit der offiziellen Bekanntgabe wird klar, wer nach Belgrad reist und wer gegen die Niederlande dabei ist. Erst dann steht auch fest, ob Füllkrug tatsächlich nominiert wurde. Wer sichergehen will, sollte den Kader auf dfb.de prüfen, denn bis zur offiziellen Mitteilung bleibt alles Berichtslage.
Für Klopp ist die Konstellation reizvoll und heikel zugleich. Nominiert er Füllkrug, würde er signalisieren, dass Leistung im Vereinsfußball zählt und das Alter kein pauschales Ausschlusskriterium ist. Lässt er ihn weg, müsste er erklären, warum ein Stürmer mit dieser Quote nicht zum Zug kommt. Dazu kommt die Aufgabe, ein ausgewogenes Aufgebot zu formen, das auch ein Spiel ohne Fans im Rücken meistert.
Einordnung
Das Geisterspiel in Belgrad ist beschlossen, die Kaderliste dagegen noch nicht bekannt. Die Berichte von Sky und Bild zu Füllkrug sind plausibel, aber noch keine Gewissheit. Ein leeres Stadion nimmt dem Spiel einen Teil seiner üblichen Wucht, könnte aber zugleich für etwas mehr Ruhe sorgen. Erst die offizielle Mitteilung des DFB macht aus Berichten Fakten.
Quellen: fussballnationalmannschaft.net, ZDFheute, 90min
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- Füllkrug vor DFB-Comeback? Klopp soll laut Sky auf ihn setzen
Quelle: fussballnationalmannschaft.net





