Joshua Kimmich hat nach dem 2:2 des FC Bayern gegen Borussia Dortmund offen über den plötzlichen Tod seines Vaters gesprochen. Es war sein erster Einsatz seit dem Verlust. Die Worte des Nationalspielers in der Mixed Zone am Samstagabend gingen weit über das Sportliche hinaus.
„Die letzte Woche war schon sehr hart“
Der 31-Jährige machte deutlich, wie schwer die vergangenen Tage für ihn waren. „Die letzte Woche war schon sehr hart für meine Familie und für mich“, sagte Kimmich nach dem Spiel in der Mixed Zone. Es war das erste Mal, dass er sich öffentlich zu seiner persönlichen Situation äußerte, seit er wieder im Spielbetrieb steht. Zugleich beschrieb er, welche Rolle sein Vater in seinem Leben gespielt hat: Er habe ihn immer begleitet, sei stets an seiner Seite gewesen und habe ihn unterstützt.
Besonders eindringlich ist ein weiterer Gedanke. Sein Vater habe auch in Phasen an ihn geglaubt, in denen er selbst es nicht getan habe. Das ist eine sehr persönliche Aussage, die zeigt, wie eng die Bindung zwischen Vater und Sohn war und welche Lücke der plötzliche Tod hinterlässt. Kimmich sprach ruhig und ohne Umschweife über das, was ihn bewegt, und gab damit einen seltenen Einblick in sein Innenleben abseits von Taktik, Tabellenplätzen und Titeln.
Rückkehr aufs Spielfeld als emotionale Hürde
Die Rückkehr in den Spielbetrieb fiel Kimmich nach eigener Schilderung nicht leicht. Gerade auf dem Platz denke er besonders intensiv an seinen Vater. „Deswegen ist es schon auch hart, wieder zurückzukommen“, erklärte der Mittelfeldspieler. Der Rasen, auf dem Profis sonst ganz bei der Sache sein müssen, wurde für ihn damit zu einem Ort des Gedenkens.
Dennoch war der Schritt für ihn wichtig. Er wollte versuchen, wieder in den normalen Alltag zu finden. Dabei räumte er ein, dass man sich manchmal wünsche, die Welt möge ein wenig stehen bleiben. „Aber sie dreht sich leider und zum Glück weiter. Deswegen bin ich froh, dass ich wieder da bin“, sagte er. In diesem Satz steckt beides: der Schmerz über den Verlust und die Erleichterung, wieder Teil der Mannschaft und des gewohnten Rhythmus zu sein.
Dank für die Anteilnahme
Kimmich bedankte sich ausdrücklich für den Zuspruch der vergangenen Tage. Die Anteilnahme des Vereins, des DFB und aller Menschen im Umfeld sei „sehr besonders“ gewesen. Das habe ihm und seiner Familie viel bedeutet. Der Bayern-Profi hob damit hervor, wie wichtig der Rückhalt in einer solchen Ausnahmesituation war, sowohl von seinem Klub als auch vom Verband, für den er als Nationalspieler aufläuft.
Dass er Verein, Verband und das gesamte Umfeld nennt, unterstreicht, dass die Unterstützung nicht nur von einer Seite kam. Für einen Spieler, der gleichzeitig mit der Trauer und den Anforderungen des Profigeschäfts umgehen muss, kann ein solches Netz eine große Hilfe sein. Wie genau die Unterstützung aussah, ließ Kimmich offen; er sprach vor allem über das, was sie bei ihm und seiner Familie ausgelöst hat.
Das Sportliche tritt in den Hintergrund
Sportlich endete die Partie gegen den BVB mit einem 2:2. An diesem Abend stand das Ergebnis jedoch nicht im Mittelpunkt, wenn es um Kimmich ging. Seine Äußerungen in der Mixed Zone zeigten, dass hinter den Leistungen von Profis Menschen stehen, die private Schicksalsschläge verarbeiten müssen, oft unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit.
Dass er wenige Tage nach dem Verlust wieder auf dem Platz stand, war für ihn nach eigener Aussage ein wichtiger Schritt auf dem Weg zurück in den Alltag. Zugleich machte er keinen Hehl daraus, dass dieser Weg schmerzhaft ist. Beides gehört für ihn offenbar zusammen: die Rückkehr und die Trauer.
Einordnung
Kimmich gilt als Führungsspieler beim FC Bayern und in der Nationalmannschaft. Diesmal sprach er jedoch nicht über Spielanlage oder Tabelle, sondern über Trauer und den Wunsch nach Normalität. Seine Aussagen machen deutlich, wie viel die Rückkehr in den Spielbetrieb ihn gekostet hat und wie sehr ihm der Rückhalt von Verein und Verband geholfen hat.
Wie es für ihn sportlich in den kommenden Wochen weitergeht, ist aus seinen Worten nicht abzulesen, und darum ging es ihm an diesem Abend auch nicht. Im Vordergrund steht, dass er sich in der Mannschaft und im Kreis seiner Familie aufgehoben fühlt. Unsere Gedanken sind bei Joshua Kimmich und seiner Familie.
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Quelle: fussballtransfers.com





