Eberl über Bayern-Start im März 2024: „Was für eine Lethargie“

Redaktion Fussballpuls
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Max Eberl hat sich im Mitglieder-Magazin „51“ deutlich zur Stimmung beim FC Bayern geäußert. Der Sportchef schildert dort, wie er die Mannschaft nach seinem Amtsantritt im März 2024 erlebt hat: als lethargisch und schwerfällig. Unter Cheftrainer Vincent Kompany sei das völlig anders. Über das Interview berichtet unter anderem fussballtransfers.com, das die Aussagen als Kritik an Ex-Trainer Thomas Tuchel einordnet.

Eberls Blick auf die Zeit im Profihaus

Im Kern des Interviews geht es um die Frage, wie wichtig Stimmung und gemeinsame Motivation in einem Klub wie dem FC Bayern sind. Dort entscheide die Lust, zusammen etwas Großes zu erreichen, mit darüber, wie erfolgreich eine Mannschaft ist. Auf diese Lust habe der Trainer großen Einfluss. Eberl sagt wörtlich: „Bei einer Mannschaft wie Bayern ist die Lust mit entscheidend, zusammen etwas Großes zu erreichen. Und darauf hat der Trainer einen Rieseneinfluss.“

Seine ersten Eindrücke im Profihaus beschreibt er so: „Als ich nach meinem Start im März 2024 die ersten Male im Profihaus war, habe ich gedacht: Was für eine Lethargie. Wie ein Mantel der Schwere. Leute, wir sind beim FC Bayern München!“

Zu beachten ist: Eberl nennt in den zitierten Passagen keinen Namen. Dass sich seine Worte auf die Zeit unter Tuchel beziehen, ist die Einordnung des berichtenden Mediums. Zeitlich passt sie allerdings, denn im März 2024 war Tuchel noch Trainer des Rekordmeisters. Sein Weg in München endete zum Saisonende 2023/24.

Kompany habe die Freude zurückgebracht

Ganz anders sieht Eberl die Gegenwart. Der aktuelle Cheftrainer Kompany habe es geschafft, den Spaß an der Arbeit zurückzuholen und damit die Stimmung im Team grundlegend zu verändern. Eberl wird im Interview so zitiert: „Wir können jedes Jahr Meister werden, wir müssen doch Freude haben! Das hat Vincent Kompany komplett wiederbelebt. Viele Spieler sind dieselben – aber sie wirken wie ausgewechselt.“

Der Sportchef lobt damit weniger einzelne Personalentscheidungen als vielmehr die Arbeit des Trainers an Haltung und Atmosphäre. Aus seiner Sicht hat sich beim Personal vieles nicht verändert, wohl aber das Auftreten der Spieler auf dem Platz und im Alltag.

Die Punkteschnitte der beiden Trainer

Laut fussballtransfers.com lassen sich Eberls Eindrücke auch in Zahlen ausdrücken. Demnach holte der FC Bayern unter beiden Trainern diese Punkteschnitte:

  • Thomas Tuchel: 1,95 Punkte pro Spiel
  • Vincent Kompany: 2,40 Punkte pro Spiel

Ein Unterschied von 0,45 Punkten pro Spiel entspricht, hochgerechnet auf eine 34-Spiele-Bundesligasaison, rund 15 Punkten. Kompany holt mit dem Rekordmeister demnach deutlich mehr Punkte pro Spiel als sein Vorgänger. Die Zahlen stammen aus dem Bericht und sind nicht von uns nachgerechnet worden. Außerdem sagen reine Punkteschnitte nichts darüber aus, unter welchen Umständen sie zustande kamen, etwa bei Kaderstruktur, Verletzungen oder Wettbewerben. Sie sind deshalb ein Anhaltspunkt, aber kein vollständiger Beleg für Eberls Wahrnehmung.

Einordnung: Statement mit Signalwirkung

Eberls Worte sind mehr als ein Rückblick. Sie sind auch eine Aussage darüber, wie der Sportchef die Entwicklung des Klubs seit seinem Amtsantritt wahrnimmt und welche Rolle er dem Trainer dabei zuschreibt. Das Bild vom „Mantel der Schwere“ ist ungewöhnlich bildhaft für einen Funktionär und dürfte in München wie in Tuchels Umfeld nicht unbemerkt bleiben.

Fair bleibt allerdings: Es handelt sich um Eberls persönliche Wahrnehmung in einem Vereinsmedium. Das Mitglieder-Magazin richtet sich an die eigene Klubfamilie, und der Sportchef hat naturgemäß ein Interesse daran, die aktuelle Entwicklung positiv darzustellen. Eine Reaktion von Tuchel liegt nach unserem Stand nicht vor. Ob und wie er sich äußert, ist offen.

Sportlich sprechen die Punkteschnitte laut Bericht klar für die aktuelle Entwicklung unter Kompany. Entscheidend wird für die Münchner sein, diese Freude und Energie, von der Eberl spricht, auch in engen Spielen und in wichtigen Phasen der Saison auf den Platz zu bringen. Genau daran dürfte sich Eberls These am Ende messen lassen müssen: Dass die Mannschaft mit denselben Spielern verändert auftritt, muss sich in Ergebnissen und Titeln zeigen.

Was bleibt

  • Eberl beschreibt die Stimmung bei seinem Start im März 2024 als lethargisch.
  • Kompany habe die Freude im Team laut Eberl „komplett wiederbelebt“.
  • Laut fussballtransfers.com liegt der Punkteschnitt unter Kompany bei 2,40, unter Tuchel bei 1,95.
  • Eine Stellungnahme von Tuchel liegt bislang nicht vor.

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Quelle: fussballtransfers.com

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