Raum antwortet Klopp: „Mit Leistung“ zurück ins DFB-Team

Redaktion Fussballpuls
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David Raum hat auf seine Nichtberücksichtigung für die deutsche Nationalmannschaft in der kommenden Länderspielpause eine klare Antwort gegeben. Der Kapitän von RB Leipzig erklärte nach dem 5:2 gegen den FC Augsburg am Samstag, er wolle mit Leistung dafür sorgen, dass Bundestrainer Jürgen Klopp beim nächsten Mal nicht an ihm vorbeikommt. Den ersten Schritt dazu machte er gleich selbst: mit einem Freistoßtor.

Perzentil-Profil von David Raum (RB Leipzig), Bundesliga, pro 90 Minuten: Tore ohne Elfm. 0,12 (55. Perzentil), npxG 0,04 (25. Perzentil), Schüsse 0,75 (30. Perzentil), Assists 0,00 (27. Perzentil), xA 0,30 (86. Perzentil), Key Passes 3,38 (99. Perzentil), Pässe ins letzte Drittel 9,62 (93. Perzentil), Kontakte Strafraum 1,12 (24. Perzentil).
Grafik: Fussballpuls · Daten: FotMob

So liest du die Grafik: Jedes Tortenstück ist ein Wert pro 90 Minuten. Die Zahl im Kästchen ist das Perzentil – 90 heißt: besser als 90 Prozent der Feldspieler der Liga. Rot zeigt den Abschluss (Tore, npxG, Schüsse), Grau die Vorbereitung (Assists, Expected Assists, Key Passes), Gelb die Beteiligung am Spiel (xGChain, xGBuildup).

Das Telefonat mit Klopp

Zwischen Raum und Klopp gab es ein Telefonat, in dem der Bundestrainer dem 28-Jährigen seine Entscheidung begründete. Raum, der bislang 40 Länderspiele bestritten hat, weiß diese Offenheit nach eigener Aussage zu schätzen. Gegenüber ‚Sky‘ sagte er: „Ich respektiere sehr, dass er mir die Entscheidung auch begründet hat.“

Zugleich ließ der Linksverteidiger keinen Zweifel daran, dass er sich mit der Rolle des Zuschauers nicht abfinden will. Er habe Klopp in diesem Gespräch ehrlich gesagt, dass er mit Leistung antworten werde. Dass die Entscheidung ihn getroffen hat, verheimlichte er nicht: „Natürlich ist es eine Enttäuschung. Ich würde lügen, wenn es nicht so wäre“, so Raum.

Bemerkenswert ist der Ton, den Raum anschlägt. Er verbindet Respekt vor der Entscheidung des Bundestrainers mit einem klaren Anspruch auf eine Rückkehr. Von Groll oder öffentlicher Kritik an Klopp ist in seinen Aussagen nichts zu erkennen, im Gegenteil: Er hebt hervor, dass ihm die Gründe erläutert wurden.

Freistoßtor gegen Augsburg

Gelegenheit zur sportlichen Reaktion bekam Raum am Samstag in der Bundesliga. Gegen Augsburg legte er einen starken Auftritt hin und erzielte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit das zwischenzeitliche 3:1. Der Treffer fiel direkt aus einem Freistoß aus knapp 18 Metern. Leipzig gewann am Ende deutlich mit 5:2.

Nach dem Spiel knüpfte Raum selbst die Verbindung zur Nationalmannschaft: „Da habe ich heute den ersten Schritt gemacht“, sagte er laut Bericht mit Blick auf sein Versprechen an den Bundestrainer. Es ist eine selbstbewusste Botschaft: Er akzeptiert die Entscheidung, stellt aber seinen Anspruch klar.

Mittelstädt und Brown für die linke Seite nominiert

Für die abschließenden Nations-League-Spiele gegen Serbien am 13. November und gegen die Niederlande am 16. November wurden für die linke Schiene zwei andere Spieler nominiert: Maximilian Mittelstädt (29) vom VfB Stuttgart und Nathaniel Brown (23) vom FC Bayern München. Auf der Position stehen Klopp damit ein erfahrener und ein jüngerer Profi zur Verfügung.

  • Raum: 28 Jahre, 40 Länderspiele, Kapitän von RB Leipzig
  • Mittelstädt: 29 Jahre, VfB Stuttgart
  • Brown: 23 Jahre, FC Bayern München

Was Raums Ansage bedeutet

Für Raum heißt die Länderspielpause nun, dass er die beiden anstehenden Partien nicht im DFB-Trikot erleben wird. Seine Aussagen zeigen aber, dass er den Konkurrenzkampf annimmt und sich über Leistungen im Verein wieder empfehlen will. Als Kapitän von RB Leipzig hat er dafür eine prominente Bühne, und das Tor gegen Augsburg ist ein erstes Argument in eigener Sache.

Ob der Freistoßtreffer in Klopps Überlegungen eine Rolle spielt, ist offen. Der Bundestrainer hat sich dem vorliegenden Material zufolge bislang nicht öffentlich zu Raums Aussagen geäußert. Auch seine Gründe für die Nichtnominierung sind in der Berichterstattung nicht im Detail überliefert; Raum selbst sprach nur davon, dass ihm die Entscheidung begründet wurde.

Einordnung

Dass Klopp und Raum miteinander gesprochen haben, gilt in solchen Fällen als guter Stil: Die Entscheidung wurde nicht nur verkündet, sondern erklärt, und Raum hat sie nach eigener Darstellung professionell aufgenommen. Sein öffentliches Versprechen, mit Leistung zu antworten, erhöht zugleich den Druck. Raum muss in den kommenden Wochen liefern, wenn er den Bundestrainer überzeugen will. Und Klopp wird sich bei künftigen Nominierungen an dieser Ansage messen lassen müssen, wenn der Leipziger Kapitän weiter überzeugt.

Fest steht: Der Konkurrenzkampf auf der linken Schiene ist eröffnet. Mittelstädt und Brown haben mit der Nominierung zunächst die Nase vorn, Raum hat mit seinem Tor am Samstag aber deutlich gemacht, dass er nicht lange Zuschauer bleiben will. Die nächsten Auftritte in der Bundesliga dürften zeigen, ob aus der Ansage eine echte Rückkehrchance wird.

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Quelle: fussballtransfers.com

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