FC Bayern: Hamann fordert nach Neuer-Wechsel klare Torwart-Linie

Redaktion Fussballpuls
5 Minuten Lesezeit
Grafik: Fussballpuls

Der FC Bayern München muss sich auf der Torwartposition aus Sicht von Dietmar Hamann bald grundsätzlich festlegen: Nach der erneuten verletzungsbedingten Auswechslung von Manuel Neuer (40) beim 2:1 gegen Mainz 05 am Samstag fordert der TV-Experte Konsequenzen. Hamann spricht sich bei ‚Sky‘ dafür aus, dem jungen Jonas Urbig (23) über einen längeren Zeitraum das Vertrauen zu schenken.

Neuer muss vor der Pause raus

Der FC Bayern gewann am Samstag gegen Mainz 05 mit 2:1. Für Gesprächsstoff sorgte neben dem Ergebnis eine Szene kurz vor dem Pausenpfiff: Neuer musste wegen Problemen mit seinem lädierten Fuß ausgewechselt werden. Für ihn kam Urbig ins Spiel.

Es handelt sich laut der Meldung ausdrücklich um eine erneute verletzungsbedingte Auswechslung des Routiniers. Eine konkrete Diagnose steht nach dem Spiel noch aus. Wie lange Neuer ausfällt, ist deshalb offen. Auch ob der Kapitän beim nächsten Spiel wieder zur Verfügung steht, lässt sich derzeit nicht sagen.

Hamanns Appell an die Bayern-Verantwortlichen

Hamann sieht den Rekordmeister in der Pflicht. Bei ‚Sky‘ sagte er:

„Die Bayern müssen irgendwann eine Entscheidung im Sinne des Vereins treffen. Wenn du alle zwei Wochen einen anderen Torwart im Tor stehen hast, gibt das der Mannschaft und der Verteidigung natürlich keine Sicherheit.“

Der Kern seiner Kritik: Ständige Wechsel zwischen den Pfosten verunsichern aus seiner Sicht das gesamte Defensivgefüge. Eine feste Nummer eins gebe der Abwehr mehr Halt als ein Torwart, der je nach Fitness mal spielt und mal nicht. Hamann argumentiert damit nicht gegen eine einzelne Person, sondern für eine verlässliche Struktur im Tor.

Urbig bis Weihnachten?

Konkret schlägt Hamann vor, Urbig eine längere Bewährungsphase zu geben. Er verweist dabei auf eine frühere eigene Aussage:

„Ich habe letztes Mal schon gesagt, wenn noch mal etwas passiert, wäre es vielleicht eine gute Idee, Urbig bis Weihnachten spielen zu lassen. Dann sieht man, wie er sich verhält, wenn er weiß, dass er die nächsten sieben, acht Spiele im Tor steht.“

Hamann plädiert also dafür, dass Urbig bis auf Weiteres fest zwischen den Pfosten steht. Der Gedanke dahinter: Ein Torwart, der weiß, dass er auch nach einem Fehler nicht wieder auf die Bank rückt, kann freier agieren. Zugleich ließe sich so besser beurteilen, wie Urbig mit der Rolle als Stammkeeper umgeht. Hamann macht damit deutlich, dass er die Phase nicht als kurzfristige Notlösung versteht, sondern als echten Test über mehrere Wochen.

Was jetzt offen ist

  • Die Diagnose bei Manuel Neuer steht noch aus.
  • Ob und wie der FC Bayern auf Hamanns Forderung reagiert, ist bislang nicht bekannt.
  • Offen bleibt auch, ob Urbig in den kommenden Wochen tatsächlich regelmäßig zum Einsatz kommt.

Einordnung

Hamanns Forderung ist eine Expertenmeinung, keine Vereinsentscheidung. Er äußert sich als TV-Experte, nicht als jemand aus der Führung des FC Bayern. Seine Argumentation trifft dennoch einen sensiblen Punkt: Auf der wichtigsten Einzelposition einer Mannschaft sind wiederkehrende Ausfälle ein Planungsproblem, selbst wenn der Spieler sportlich eine prägende Figur ist.

Neu an der Debatte ist der Anlass: Mit der zweiten Auswechslung wegen eines Fußproblems bekommt Hamanns Kritik zusätzliches Gewicht. Er hatte sich nach eigener Aussage schon zuvor in diese Richtung geäußert und sieht sich nun bestätigt. Ob die Verantwortlichen des Klubs seine Sicht teilen, ist bislang nicht überliefert.

Entscheidend wird zunächst die Diagnose sein. Fällt Neuer länger aus, stellt sich die Frage nach der Nummer eins vorerst von selbst, und Urbig bekommt automatisch Spielzeit. Ob daraus mehr wird als eine Übergangslösung, hängt davon ab, wie die Bayern-Verantwortlichen nach Neuers Genesung mit der Situation umgehen wollen. Dazu gibt es bislang keine Aussagen aus dem Verein.

Hamanns Vorschlag zielt auf Klarheit: Er möchte, dass die Mannschaft weiß, wer in den nächsten Wochen im Tor steht. Ob der Klub diesen Weg gehen will, bleibt abzuwarten. Bis dahin steht die Torwartfrage beim FC Bayern weiter im Raum, verstärkt durch die Szene gegen Mainz.

Mehr zum Thema

Quelle: fussballtransfers.com

Ähnliche Artikel

Diesen Artikel teilen
Keine Kommentare