Karetsas im Teiltraining: Chance für den Klassiker?

Redaktion Fussballpuls
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Konstantinos Karetsas ist laut Berichten zumindest teilweise ins Mannschaftstraining von Borussia Dortmund zurückgekehrt. Damit könnte der 18-jährige Offensivspieler im Klassiker beim FC Bayern am Samstag (31.10.) eine Option sein. Die endgültige Kaderentscheidung soll am Freitag fallen. Eine offizielle Bestätigung des Vereins gibt es bislang nicht, die Meldung stammt aus einer Spielvorschau.

Teiltraining ist ein erstes Zeichen, mehr nicht

Ein Teiltraining bedeutet ausdrücklich noch kein volles Programm. Karetsas macht demnach einzelne Einheiten oder Teile davon mit der Mannschaft, belastet sich aber noch nicht wie ein Spieler, der uneingeschränkt einsatzbereit ist. Nach einer Bänderverletzung ist das trotzdem ein relevanter Schritt, denn der Offensivmann fehlte zuletzt und hatte noch vor wenigen Tagen nicht mit der Gruppe trainieren können. Eine Rückkehr schon in München wäre dennoch eine Überraschung. Genau so wird es auch in der Berichterstattung eingeordnet.

Die Verletzung: Umknicken in Berlin

Zur Vorgeschichte: Karetsas war beim 0:0 des BVB bei Union Berlin eingewechselt worden und musste wenig später wieder runter. Später sprach Sportdirektor Lars Ricken von einer Bänderverletzung am Fuß. Trainer Niko Kovac erklärte, die Verletzung sei glücklicherweise nicht so schlimm wie zunächst befürchtet. Wie genau es zu dem Umknicken kam, wird unterschiedlich geschildert: Der Verein sprach in seinem Spielbericht von einer Verletzung ohne gegnerischen Einfluss, Sky Sport und die dpa beschrieben dagegen eine Zweikampfsituation mit Unions Rani Khedira. Gegen Eintracht Frankfurt am vergangenen Samstag fehlte Karetsas, auch im DFB-Pokal gegen Werder Bremen stand er laut Berichten nicht zur Verfügung.

Für den jungen Griechen ist es nicht die erste Unterbrechung in dieser Saison. Im September war er nach dem Champions-League-Spiel bei Villarreal wegen Kreislaufproblemen ins Krankenhaus gebracht worden. Dass er sich nach der Sommer-Verpflichtung bislang nicht ungestört entwickeln konnte, passt zum Bild eines Talents, das der BVB behutsam aufbauen muss.

Der Klassiker: Spitzenspiel um die Tabellenführung

Sportlich könnte der Zeitpunkt kaum brisanter sein. Nach sieben Spieltagen haben Bayern und Dortmund jeweils 17 Punkte. Die Münchner stehen wegen des besseren Torverhältnisses auf Platz eins, der BVB ist Zweiter. Gespielt wird in der Allianz Arena.

Kovac, der von Juli 2018 bis November 2019 selbst Trainer des FC Bayern war und dort das Double sowie den Supercup gewann, gab sich auf der Pressekonferenz respektvoll. „Das ist eine sehr schwierige Aufgabe, das wissen wir. Der FC Bayern ist sicherlich das Nonplusultra. Nicht nur in Deutschland, sondern auch mit in Europa“, sagte der Kroate laut absolutfussball.com. Zugleich betonte er den eigenen Anspruch: „Wir sind der BVB und wir haben unsere eigenen Ansprüche und denen wollen wir gerecht werden.“

Eine Warnung schickte Kovac ebenfalls mit: „Wenn man sich da 10, 15, 20 Minuten nicht so präsentiert, wie man sich präsentieren muss, dann kann es in München ganz schnell schlecht ausschauen.“ Der Hintergrund ist offensichtlich. Der BVB konnte die Spannung zuletzt mehrfach nicht über 90 Minuten halten. Gegen Werder Bremen verspielte er im Oktober zweimal eine 2:0-Führung, im Pokal rettete anschließend laut Bericht ein Kunstschuss von Marcel Sabitzer den Einzug in die nächste Runde.

Was spricht für, was gegen einen Einsatz?

  • Dafür: In einem Spiel auf Augenhöhe zählt jede Offensivoption. Karetsas bringt Kreativität und Tempo, das im Spiel gegen den Ball der Münchner Abwehr Probleme bereiten kann.
  • Dagegen: Nach einer Bänderverletzung ist das Rückfallrisiko real. Ein zu früher Einsatz kann aus einer kurzen Pause schnell eine mehrwöchige machen.
  • Offen: Ob der Klub am Freitag Klarheit schafft, ist ungewiss. Eine offizielle Aussage zu Karetsas im Zusammenhang mit der Teiltraining-Meldung liegt bislang nicht vor.

Auch die Rolle wäre ein Thema. Laut 90min käme Karetsas, falls überhaupt, mutmaßlich nur als Joker in Frage. Das wäre plausibel: Ein Platz auf der Bank oder ein kurzer Einsatz in der Schlussphase wäre deutlich realistischer als ein Startelfeinsatz.

Einordnung

Die Meldung ist eine gute Nachricht für den BVB, aber kein Grund zur Euphorie. Teiltraining heißt: Der Heilungsverlauf stimmt, die Belastungsfähigkeit ist aber noch nicht bewiesen. Vieles spricht dafür, dass Karetsas höchstens im Kader auftaucht und nicht in der Startelf. Das wäre auch vernünftig, denn ein Klassiker mit Tabellenführung im Hintergrund ist kein Spiel, in dem man einen gerade erst genesenen Spieler ins kalte Wasser wirft. Fehlt er am Freitag im Aufgebot, ist das keine Katastrophe, sondern wahrscheinlich die kluge Variante. Wichtiger als dieses eine Spiel ist, dass das Talent nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen gesund bleibt. Kovac wird abwägen müssen zwischen dem Wunsch nach möglichst vielen Optionen in München und dem Schutz eines 18-Jährigen. Klarheit gibt es spätestens, wenn der Kader feststeht.

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Quelle: absolutfussball.com

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